Deutsche Tageszeitung - Nissan macht Milliardenverlust - Werksschließungen und Entlassungen angekündigt

Nissan macht Milliardenverlust - Werksschließungen und Entlassungen angekündigt


Nissan macht Milliardenverlust - Werksschließungen und Entlassungen angekündigt
Nissan macht Milliardenverlust - Werksschließungen und Entlassungen angekündigt / Foto: © AFP

Der japanische Autohersteller Nissan hat in seinem abgelaufenen Geschäftsjahr einen Milliardenverlust verzeichnet. Bis Ende März machte der Konzern unter dem Strich 671 Milliarden Yen (knapp 4,1 Milliarden Euro) Verlust, wie er am Dienstag mitteilte. Das hoch verschuldete Unternehmen plant nun den Abbau von 15 Prozent seiner weltweiten Arbeitskräfte und will sieben seiner insgesamt 17 Werke schließen.

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Nissan hatte zuvor bereits den Abbau von weltweit 9000 Stellen angekündigt. Diese Zahl erhöhte das Unternehmen nun auf 20.000. Die Werksschließungen sollen bis 2027 erfolgen.

Der Konzern war in den vergangenen Jahren von einer Krise in die nächste geschlittert. Wie auch andere und insbesondere japanische Autobauer hat Nissan zunehmend Schwierigkeiten, mit chinesischen Elektrofahrzeugherstellern zu konkurrieren. In diesem Frühjahr scheiterten Nissans Fusionspläne mit dem Konkurrenten Honda. Die Aktie hat über das vergangene Jahr rund 40 Prozent an Wert eingebüßt.

Hinzu kommen die Zölle von US-Präsident Donald Trump. Unter Verweis darauf gab Nissan keine Geschäftserwartung für das im April angelaufene Geschäftjahr ab. "Die Ungewissheit der US-Zollmaßnahmen macht es uns schwer, unsere Prognose für den Betriebs- und Reingewinn für das Gesamtjahr vernünftig einzuschätzen", sagte Konzernchef Iván Espinosa. "Nissan muss der eigenen Verbesserung mit größerer Dringlichkeit und Geschwindigkeit Priorität einräumen."

Analysten zufolge treffen die US-Aufschläge Nissan noch stärker als die anderen japanischen Hersteller. Die Kundschaft des Unternehmens sei seit jeher preissensibler als die seiner Konkurrenten, erklärte Tatsuo Yoshida von Bloomberg Intelligence. Daher könne das Unternehmen "die Kosten nicht im gleichen Maße wie Toyota oder Honda an die Verbraucher weitergeben".

Auch Honda geht von einem deutlichen Gewinnrückgang wegen der US-Handelspolitik aus. Das Unternehmen prognostizierte am Dienstag einen 70 Prozent niedrigeren Nettogewinn im laufenden Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr. Bis März 2026 geht Honda demnach nun von einem Plus von 250 Milliarden Yen (1,5 Milliarden Euro) aus.

Der zweitgrößte japanische Autobauer nach Toyota hatte im vergangenen Geschäftsjahr noch einen Nettogewinn von 835 Milliarden Yen ausgewiesen. Auch dies war bereits ein Rückgang um fast 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und weit weniger als die eigens prognostizierten 950 Milliarden Yen.

(V.Sørensen--DTZ)

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