Deutsche Tageszeitung - E-Auto auch ohne hohes Einkommen: Öko-Institut fordert Social Leasing

E-Auto auch ohne hohes Einkommen: Öko-Institut fordert Social Leasing


E-Auto auch ohne hohes Einkommen: Öko-Institut fordert Social Leasing
E-Auto auch ohne hohes Einkommen: Öko-Institut fordert Social Leasing / Foto: © AFP/Archiv

Ein Baustein für eine gelingende Verkehrswende und erschwingliche E-Autos für Menschen mit geringen finanziellen Mitteln könnte einer Studie zufolge das sogenannte Social Leasing sein. Es ermöglicht Haushalten mit geringem Einkommen, Elektrofahrzeuge zu stark reduzierten Leasingraten zu nutzen, erklärte am Mittwoch das Öko-Institut. Der Staat müsse diese Zielgruppe dafür "gezielt" beim Umstieg unterstützen - vor allem dort, wo es keine attraktiven Alternativen zum eigenen Auto gebe.

Textgröße ändern:

In Frankreich gibt es bereits ein Social-Leasing-Modell. Die Zielgruppe dort seien Menschen mit unterem bis mittlerem Einkommen und einem Arbeitsweg mit dem privaten Auto von mindestens 15 Kilometern oder einer Fahrleistung über 8000 Kilometern im Jahr. Berechtigte könnten dort bereits ab 50 Euro monatlich ein E-Auto leasen. Eins zu eins auf Deutschland übertragbar sei das französische Modell allerdings nicht.

In seiner Studie im Auftrag der Organisation Transport & Environment (T&E) betont das Öko-Institut, dass solche Programme angepasst werden müssen. In Deutschland etwa besäßen Haushalte mit geringem Einkommen häufiger ältere Fahrzeuge und führen nicht nur Kleinwagen. Ein entsprechendes Förderprogramm müsste also auch Mittelklassefahrzeuge umfassen.

Zusätzlich zu einem Social-Leasing-Programm müsse es zudem eine Förderung der Ladeinfrastruktur geben. "Besonders Haushalte mit wenig Einkommen, die in Mehrfamilienhäusern leben, haben bisher einen geringeren Zugang zu privaten Lademöglichkeiten", erklärte das Öko-Institut. Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen könnten helfen.

T&E forderte von der Bundesregierung die Umsetzung: "Social Leasing ist weit mehr als ein soziale Maßnahme – es ist ein industriepolitisches Instrument, das der deutschen Autoindustrie den benötigten Absatzmarkt für kleinere E-Autos liefern kann", erklärte Susanne Goetz, Referentin für E-Mobilität bei T&E. Social Leasing könne den Markthochlauf "massiv" beschleunigen und Menschen mit geringen und mittleren Einkommen, die auf das Auto angewiesen sind, entlasten.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

US-Teilblockade der Straße von Hormus beginnt: Trump droht iranischen Schnellbooten

Die US-Armee hat nach Angaben von Präsident Donald Trump mit der angekündigten Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus begonnen. Trump drohte am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social allen iranischen Schnellbooten mit Zerstörung. "Wenn sich eines dieser Schiffe unserer Blockade auch nur nähert, wird es sofort eliminiert", schrieb Trump.

Rheinmetall will künftig auch ballistische Raketen bauen

Der Rüstungskonzern Rheinmetall expandiert und will künftig auch ballistische Raketen bauen. Das Düsseldorfer Unternehmen kündigte am Montag die Gründung eines Joint Ventures mit dem europäischen Raketenbauer Destinus mit Sitz in den Niederlanden an. "Dieses wird fortschrittliche Raketensysteme herstellen, vermarkten und liefern. Dazu gehören Marschflugkörper und ballistische Raketenartillerie", erklärte Rheinmetall.

Spritpreise: Koalition senkt Mineralölsteuer und ermöglicht "Entlastungsprämie"

Wegen der anhaltend hohen Spritpreise durch den Iran-Konflikt hat die schwarz-rote Koalition nun doch Steuersenkungen an den Zapfsäulen beschlossen. Die Mineralölsteuer für Diesel und Benzin wird für zwei Monate um cirka 17 Cent gesenkt, wie Kanzler Friedrich Merz (CDU) am Montag sagte. Zudem erhalten Arbeitgeber die Möglichkeit, ihren Beschäftigten eine steuerfreie "Entlastungsprämie" von 1000 Euro zu zahlen. Die Koalitionspartner vereinbarten darüber hinaus Zeitpläne für zwei wichtige Reformvorhaben.

Pilotenstreik bei der Lufthansa: Viele Maschinen bleiben am Boden

Der Flugbetrieb der Lufthansa ist wegen eines Pilotenstreiks stark beeinträchtigt. Auf Basis eines Sonderflugplans könne am Montag und Dienstag rund jeder dritte Kurzstreckenflug und jeder zweite Langstreckenflug planmäßig stattfinden, sagte ein Konzernsprecher der Nachrichtenagentur AFP. Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings, wo die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zu einem eintägigen Streik aufgerufen hatte, liegt die Quote demnach bei rund 60 Prozent.

Textgröße ändern: