Deutsche Tageszeitung - Prien pocht auf Wahlfreiheit bei Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Prien pocht auf Wahlfreiheit bei Vereinbarkeit von Familie und Beruf


Prien pocht auf Wahlfreiheit bei Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Prien pocht auf Wahlfreiheit bei Vereinbarkeit von Familie und Beruf / Foto: © AFP/Archiv

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) pocht auf Wahlfreiheit bei der Organisation von Beruf und Familienleben. Der Staat solle hier keine Vorgaben machen, sagte Prien im "Interview der Woche" der ARD, das am Samstag ausgestrahlt wird. "Aber wir sollten die Rahmenbedingungen schaffen, damit Wahlfreiheit wirklich möglich ist. Und dazu gehören natürlich dann verlässliche Kinderbetreuungsangebote in der Kita, aber natürlich auch im schulischen Ganztag", hob Prien hervor.

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Die Ministerin, die selbst Mutter von drei Kindern ist, weiß demnach um die Schwierigkeiten, Familie und Beruf zu vereinbaren. Wichtig sei dabei auch, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Frauen die meiste Sorgearbeit leisten. Eltern sollten aber selbst entscheiden können, wie viel sie arbeiten wollen, um genug Zeit mit ihren Kindern zu haben.

Sich selbst bezeichnet Prien in dem Interview als "Erfahrungs-Feministin". Beispielsweise sei sie als junge Juristin mit der Familiengründung plötzlich anders behandelt worden. Innerhalb der CDU dringt die Ministerin auf einen größeren Einfluss von Frauen. So hätte sie sich schon "gewünscht, dass wir hier mehr Frauen und sozusagen ein diverseres Team hätten".

Die Frauen in der CDU müssten daher lauter werden, um wieder mehr Schlüsselpositionen in der Partei zu besetzen, forderte Prien. Konkret nannte sie dabei für die Zukunft Parteivorsitz, Generalsekretär und Chef des Bundeskanzleramtes. "Darum werden wir uns mehr bemühen müssen."

In der Koalition mit der SPD setzt Prien auf einen "Politikstil, der eben weniger konfrontativ ist, sondern mehr auf ein respektvolles Miteinander" setze. Dabei sollte der Grundsatz gelten: "Man muss auch dem anderen mal was gönnen können." Prien verwies hier auf die Erfahrungen in ihrer Regierungsarbeit in Schleswig-Holstein.

(M.Dorokhin--DTZ)

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