Deutsche Tageszeitung - EU-Verbraucherschützer werfen Online-Händler Shein Verstoß gegen EU-Recht vor

EU-Verbraucherschützer werfen Online-Händler Shein Verstoß gegen EU-Recht vor


EU-Verbraucherschützer werfen Online-Händler Shein Verstoß gegen EU-Recht vor
EU-Verbraucherschützer werfen Online-Händler Shein Verstoß gegen EU-Recht vor / Foto: © AFP/Archiv

Der Billig-Händler Shein verstößt nach Einschätzung der europäischen Verbraucherschutzbehörden in zahlreichen Fällen gegen die EU-Regeln für Online-Marktplätze. Unter anderem täusche Shein seine Kundinnen und Kunden mit falschen Rabatten und irreführenden Angaben zur Rückgabe von Produkten, teilte die EU-Kommission am Montag mit. Die Ermittlungen gegen den Online-Händler laufen demnach weiter.

Textgröße ändern:

Die Ermittler stießen den Angaben zufolge etwa auf Angebote, bei denen ein fiktiver Ausgangspreis genannt wurde, sodass der Rabatt möglichst groß erschien. Nach Einschätzung der Verbraucherschutzbehörden setzt Shein seine Kundinnen und Kunden zudem mit falschen Fristen unter Druck.

Außerdem gaukeln irreführende Kennzeichnungen auf der Plattform beim Einkaufen demnach vor, ein Produkt sei besonders nachhaltig oder besonders leicht zu reparieren - auch, wenn die gepriesenen Eigenschaften ohnehin gesetzlich vorgeschrieben sind. Die Behörden beklagten zudem, der Kundenservice des Unternehmens sei für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht einfach zu erreichen.

Der Online-Händler verkauft vor allem sogenannte Fast Fashion, also billige Kleidung über das Internet. Der Konzern war 2012 in China gegründet worden und sitzt inzwischen in Singapur. Laut Verbraucherschutzverbänden häufen sich Kundenbeschwerden wegen mangelnder Qualität der Artikel oder irreführender Rücksendeangaben.

In Brüssel laufen zudem Ermittlungen zu angebotenen "illegalen" Waren und zum Datenschutz bei Shein. In der Folge könnte die Kommission ein Verfahren wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die EU-Regeln für Online-Marktplätze einleiten, an dessen Ende dem Unternehmen hohe Bußgelder drohen.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Trotz Fangverboten: Deutsche Ostseefischer dürfen 2027 weiter Hering fischen

Trotz weitreichender Fangverbote dürfen deutsche Ostseefischer im kommenden Jahr weiter geringe Mengen Hering fischen. Die EU-Agrarminister einigten sich am Montag in Luxemburg darauf, die bisherige Ausnahme für kleine Küstenfischer beizubehalten. Die Fischbestände sind seit Jahren stark bedroht, insbesondere im für Deutschland relevanten westlichen Teil der Ostsee schränkt die EU die Fischerei deshalb ein.

"Peinlich" und "Skandal": Kritik an Auftritt von Audi-Chef in den USA reißt nicht ab

Der Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner an der Seite von US-Präsident Donald Trump schlägt weiter hohe Wellen: Arbeitnehmervertreterinnen sowie und Politik übten am Montag scharfe Kritik. IG-Metall-Chefin Christiane Benner bezeichnete den Auftritt als "politisch inakzeptabel". Döllner habe "eklatant" die eigenen Unternehmensregeln verletzt, die ausdrücklich politische Neutralität im Vorfeld von Wahlen verordneten. Das Unternehmen hingegen wies eine parteipolitische Positionierung von sich.

KI-Unternehmen Anthropic warnt in Börsenprospekt vor Risiken

Der US-Konzern für Künstliche Intelligenz (KI), Anthropic, hat seinen mit Spannung erwarteten Börsenprospekt veröffentlicht. Das Unternehmen mit Sitz in San Francisco warnt mögliche Anleger darin vor den Risiken von KI. Nach den am Montag von der Börsenaufsicht SEC veröffentlichten Unterlagen wies Anthropic zuletzt unter dem Strich einen Milliardenverlust aus.

Ab 1. Januar: Berliner Taxifahrer dürfen nicht mehr am BER warten

Taxifahrer aus Berlin dürfen ab dem 1. Januar 2027 nicht mehr am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) auf Fahrgäste warten. Eine entsprechende Vereinbarung, die seit 2020 bestand, wurde vom Brandenburger Landkreis Dahme-Spreewald zum 31. Dezember dieses Jahres gekündigt, wie die Berliner Senatsverkehrsverwaltung am Montag mitteilte. Der BER liegt auf Brandenburger Territorium. Die Taxis vor Ort sollen künftig ausschließlich von Unternehmen aus der Gemeinde Schönefeld gestellt werden, wie diese mitteilte.

Textgröße ändern: