Deutsche Tageszeitung - Vor PKK-Entwaffnung: Pro-kurdische Abgeordnete treffen am Montag Erdogan

Vor PKK-Entwaffnung: Pro-kurdische Abgeordnete treffen am Montag Erdogan


Vor PKK-Entwaffnung: Pro-kurdische Abgeordnete treffen am Montag Erdogan
Vor PKK-Entwaffnung: Pro-kurdische Abgeordnete treffen am Montag Erdogan / Foto: © AFP/Archiv

Vor der geplanten Selbstentwaffnung der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) soll eine Delegation pro-kurdischer Parlamentsabgeordneter am Montag mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zusammentreffen. Nach einem Besuch bei dem inhaftierten PKK-Anführer Abdullah Öcalan im Gefängnis erklärten die Mitglieder der Delegation am Sonntag, Öcalan messe dem bevorstehenden Treffen "historische Bedeutung" bei.

Textgröße ändern:

Die Parlamentarierin Pervin Buldan und ihr Kollege Mithat Sancar von der Partei DEM hatten Öcalan am Sonntag zusammen mit dem Anwalt Özgur Faik Erol auf der Gefängnisinsel Imrali nahe Istanbul besucht, wo Öcalan seit 1999 eine lebenslange Haftstrafe wegen Hochverrats verbüßt. Das mehr als zweistündige Treffen sei "sehr produktiv" verlaufen, erklärten die Mitglieder der Delegation im Anschluss.

Das Treffen mit Erdogan soll demnach am Montag um 14.00 Uhr MESZ im Präsidentenpalast in Ankara stattfinden. Öcalan habe zudem seine Hoffnung geäußert, dass auch ein geplanter Parlamentsausschuss "eine wichtige Rolle bei der Suche nach Frieden" und beim Demokratisierungsprozess in der Türkei spielen werde, erklärten die beiden Abgeordneten.

Am 12. Mai hatte die PKK ihre Auflösung bekanntgegeben und ihren jahrzehntelangen bewaffneten Kampf für die Rechte der Kurden für beendet erklärt. Im kurdischen Teil des Irak wollen PKK-Kämpfer im Zeitraum zwischen dem 10. und 12. Juli in einem zeremoniellen Akt einen ersten Teil ihrer Waffen zerstören. Der Entwaffnungsprozess wird voraussichtlich mehrere Monate dauern.

Die PKK hatte seit 1984 gegen den türkischen Staat und für die Rechte der kurdischen Bevölkerung gekämpft. Sie wird von der Türkei und ihren westlichen Verbündeten als Terrororganisation eingestuft. Mehr als 40.000 Menschen wurden bei den Kämpfen zwischen der PKK und der türkischen Armee getötet.

(O.Zhukova--DTZ)

Empfohlen

Wie Streiks die volle Lohnfortzahlung verteidigten

Ein Rückblick zeichnet den Kampf um die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall von einem 114-tägigen Streik 1956 bis zu den Arbeitsniederlegungen gegen Kürzungen im Jahr 1996 nach.

Herbststürme: Stromausfälle und Flugausfälle in einigen Ländern Europas

Zwei Stürme kurz hintereinander haben in Deutschland und anderen Teilen Europas zu Stromausfällen in mehr als 150.000 Haushalten und zur Streichung hunderter Flüge geführt. Von den Stromausfällen am Sonntag waren nicht nur gut 140.000 Haushalte in Großbritannien und Frankreich, sondern auch etwa 10.000 weitere rund um Freiburg im Breisgau betroffen. Hunderte Flüge, unter anderem am Airport Amsterdam Schiphol, einem der meistgenutzten Flughäfen Europas, fielen aus.

Israels Zentralbank kritisiert Netanjahus Aussagen zu "alternativer Wirtschaft"

In einem seltenen Schritt hat die israelische Zentralbank Aussagen von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kritisiert, wonach das Land mithilfe von Kryptowährungen eine "alternative Wirtschaft" zur Umgehung von Sanktionen aufbauen sollte. "Kryptowährungen können nicht dafür genutzt werden, Sanktionen gegen Israel zu umgehen", erklärte die Zentralbank am späten Samstagabend. Stattdessen sollte die Wirtschaft ihre Beziehungen zu ihren Handelspartnern bewahren und sich darauf konzentrieren, Sanktionen zu verhindern.

Sturm "Boelo": Zehntausende in Großbritannien ohne Strom - Flugausfälle in Amsterdam

Der Sturm "Boelo" hat in Großbritannien zu Stromausfällen und am Airport Amsterdam Schiphol, einem der meistgenutzten Flughäfen Europas, zur Streichung Dutzender Flüge geführt. Mehr als 82.000 Haushalte im Norden Großbritanniens waren am Sonntag wegen des Unwetters von der Stromversorgung abgeschnitten, wie der Branchenverband Energy Networks Association mitteilte. Seit den Schäden durch den vorangegangenen Sturm "Austen" sei die Stromversorgung in knapp 350.000 Haushalten wiederhergestellt worden.

Textgröße ändern: