Deutsche Tageszeitung - Angebliche China-Nähe: Trump fordert Rücktritt von Intel-Chef Tan

Angebliche China-Nähe: Trump fordert Rücktritt von Intel-Chef Tan


Angebliche China-Nähe: Trump fordert Rücktritt von Intel-Chef Tan
Angebliche China-Nähe: Trump fordert Rücktritt von Intel-Chef Tan / Foto: © AFP/Archiv

Wegen angeblicher China-Nähe hat US-Präsident Donald Trump den Rücktritt von Intel-Chef Lip-Bu Tan gefordert. Der Vorsitzende des US-Computerchipherstellers habe einen schwerwiegenden Interessenkonflikt und müsse "sofort zurücktreten", schrieb Trump am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social, ohne Beweise vorzulegen. Ein Senator der Republikaner hatte Tan geschäftliche Verbindungen zu China unterstellt.

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Tom Cotton, Senator aus dem US-Bundesstaat Arkansas, hatte sich am Mittwoch in einem Brief an den Intel-Vorstandsvorsitzenden Frank Yeary besorgt über Tans Kontakte nach China geäußert. "Es wird berichtet, dass er Dutzende chinesische Unternehmen kontrolliert", schrieb Cotton in dem Brief, den er auf seiner Webseite veröffentlichte. Zudem halte Tan Anteile an Hunderten chinesischen Halbleiter-Unternehmen, von denen mindestens acht Verbindungen zur chinesischen Armee hätten. Damit verstoße der Intel-Chef gegen US-Sicherheitsauflagen.

Tan steht Intel seit Mitte März vor. Der aus Malaysia stammende US-Bürger war davor im Aufsichtsrat von Intel tätig und Chef des US-Software-Unternehmens Cadence Design Systems. Senator Cotton verwies darauf, dass Cadence sich Ende Juli in einem Vergleich mit dem US-Justizministerium schuldig bekannt hatte, Halbleiter-Designinstrumente an eine Militärhochschule in China geliefert zu haben. Im Rahmen des Vergleichs willigte die Firma mit Sitz im US-Bundesstaat Maryland in eine Geldbuße von 140 Millionen Dollar ein (gut 120 Millionen Euro).

Tan ist bereits der vierte Intel-Chef in sieben Jahren. Der Konzern hinkt der Konkurrenz vor allem beim Bau von Chips für Künstliche Intelligenz (KI) hinterher. Wegen wirtschaftlicher Probleme gab Intel Pläne für den Bau einer Chip-Fabrik in Magdeburg Ende Juli endgültig auf.

(P.Hansen--DTZ)

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