Deutsche Tageszeitung - Trump nominiert US-Ökonomen Miran vorläufig als Fed-Vorstandsmitglied

Trump nominiert US-Ökonomen Miran vorläufig als Fed-Vorstandsmitglied


Trump nominiert US-Ökonomen Miran vorläufig als Fed-Vorstandsmitglied
Trump nominiert US-Ökonomen Miran vorläufig als Fed-Vorstandsmitglied / Foto: © AFP/Archiv

US-Präsident Donald Trump hat seinen führenden Wirtschaftsberater Stephen Miran vorläufig für den Gouverneursrat der US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) nominiert. Miran solle den vakanten Posten in dem siebenköpfigen Gremium bis zum 31. Januar übernehmen, schrieb Trump am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social. Derweil suche er weiter nach einer dauerhaften Lösung, betonte der US-Präsident. Mirans Ernennung bedarf der Zustimmung des Senats.

Textgröße ändern:

Miran steht den drei weiteren Wirtschaftsberatern (Council of Economic Advisers) im Weißen Haus vor. Er gilt als Befürworter von Trumps aggressiver Zollpolitik. Der Posten im Gouverneursrat der Fed ist vakant, seit die Wirtschaftswissenschaftlerin Adriana Kugler am Freitag ihren vorzeitigen Rückzug verkündet hatte. Sie war von Trumps Vorgänger Joe Biden ernannt worden, für ihr Ausscheiden nannte sie keine Gründe.

Durch die Neubesetzung könnte die von Trump angestrebte Senkung des Leitzinses wahrscheinlicher werden. Der US-Präsident verlangt einen Zinsschnitt um drei Prozentpunkte, um Kredite billiger zu machen und Investitionen anzukurbeln.

Die Fed hatte bei ihrer letzten Sitzung Ende Juli entschieden, den Zinssatz das fünfte Mal in Folge in der Spanne zwischen 4,25 und 4,5 Prozent zu belassen. Die Zentralbank begründet ihr Abwarten mit der Ungewissheit über die Folgen von Trumps Zollpolitik und mögliche Auswirkungen auf die Inflation in den USA.

Fed-Chef Jerome Powell warnte den Präsidenten bei der Sitzung davor, mit dem Versprechen niedriger Zinssätze und billiger Kredite "Wahlen zu beeinflussen". Trump überzieht Powell seit Monaten mit Schmähungen. Er nannte ihn einen "Trottel", "Schwachkopf" und "Loser". Powell will seine bis Mai laufende Amtszeit nach bisherigen Angaben dennoch vollenden.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

"Falsche Schlussfolgerungen": Frei warnt SPD vor Aufschnüren des Rentenpakets

Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) hat Forderungen der SPD nach Änderungen bei den geplanten Reformen zurückgewiesen. Er sei überzeugt, dass die Koalition aus dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt "keine falschen Schlussfolgerungen ziehen darf", sagte Frei vor einer Sitzung der Unionsfraktion am Montag in Berlin. "Eine falsche Schlussfolgerung wäre, dass man die vielfachen Reformen, die wir in Angriff genommen haben, nicht mit einem hohen Tempo weiter fortsetzte."

Bas kündigt nach Landtagswahl Konsequenzen an: "Ein 'Weiter so' geht nicht"

SPD-Chefin Bärbel Bas hat nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt inhaltliche Konsequenzen angekündigt. "Ich finde, ein 'Weiter so' geht nicht", sagte Bas am Montag in Berlin. Zwar sei der Reformkurs der Bundesregierung richtig und notwendig, aber "wir dürfen die Sozialreformen nicht gegen die Menschen machen", betonte die Bundesarbeitsministerin.

Raketenabwehr statt Autos: VW verkauft Werk Osnabrück an israelischen Investor

Im Volkswagen-Werk in Osnabrück sollen künftig keine Autos mehr, dafür Luftverteidigungssysteme gebaut werden. Das Land Niedersachsen, der VW-Konzern, der Investor Aurelius Capital aus Tel Aviv und der israelische Rafael-Rüstungskonzern schlossen am Montag eine entsprechende Vereinbarung. VW zieht sich demnach vollständig vom Standort Osnabrück zurück.

UN-Menschenrechtskommissar: KI könnte zur "existenziellen Gefahr für Menschheit" werden

UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hat eine Regulierung der Künstlichen Intelligenz (KI) dringend angemahnt. Die KI "könnte zu einer existenziellen Gefahr für die Menschheit" werden, sagte Türk am Montag zur Eröffnung der 63. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf. Er rief dazu auf, "verbindliche Garantien für die Sicherheit und den Schutz im Zusammenhang mit KI zu schaffen, bevor es zu spät ist".

Textgröße ändern: