Deutsche Tageszeitung - Medien: Trump will Militär gegen lateinamerikanische Drogenkartelle einsetzen

Medien: Trump will Militär gegen lateinamerikanische Drogenkartelle einsetzen


Medien: Trump will Militär gegen lateinamerikanische Drogenkartelle einsetzen
Medien: Trump will Militär gegen lateinamerikanische Drogenkartelle einsetzen / Foto: © AFP/Archiv

US-Präsident Donald Trump hat laut Medienberichten angekündigt, militärisch gegen Drogenkartelle aus lateinamerikanischen Ländern vorzugehen. Einem Bericht der "New York Times" vom Freitag zufolge wies Trump das Verteidigungsministerium an, militärische Mittel gegen Kartelle einzusetzen, die Anfang des Jahres von Washington als "terroristische" Organisationen eingestuft worden waren. Nach Angaben des "Wall Street Journal" steht der Einsatz von Spezialeinheiten und Geheimdienstagenten zur Debatte. Alle Maßnahmen würden jedoch mit ausländischen Partnern abgestimmt.

Textgröße ändern:

Das Weiße Haus bestätigte die Berichte zunächst nicht. Vize-Sprecherin Anna Kelly erklärte jedoch, dass Trumps oberste Priorität "der Schutz des Heimatlandes" sei. Deshalb habe er "den mutigen Schritt unternommen, mehrere Kartelle und Banden als ausländische terroristische Organisationen einzustufen".

Im Februar hatte das US-Außenministerium mehr als ein halbes Dutzend lateinamerikanische Drogenkartelle auf seine Liste "terroristischer" Organisationen gesetzt, darunter die mexikanische Bande Cártel de Sinaloa und die in Venezuela gegründete kriminelle Organisation Tren de Aragua.

Damit wurde ein Dekret umgesetzt, das Trump am Tag seines Amtsantritts am 20. Januar unterzeichnet hatte. Die Kartelle wurden darin als "Bedrohung für die nationale Sicherheit" der USA von einem Ausmaß bezeichnet, das über die Gefahren durch die "traditionelle organisierte Kriminalität" hinausgehe. Die USA werde für die "totale Auslöschung dieser Gruppen" sorgen.

Die Aufnahme einer Organisation in die Terrorliste des US-Außenministeriums bedeutet, dass die Vereinigten Staaten massive wirtschaftliche Sanktionen gegen diese Gruppierungen sowie mit ihr verbundene Einzelpersonen und Einrichtungen verhängen können.

Die USA müssten damit anfangen, die Kartelle "als bewaffnete Terrororganisationen zu behandeln, nicht nur als Drogenhandelsorganisationen", sagte US-Außenminister Marco Rubio dem Sender EWTN am Donnerstag. Durch die Einstufung als terroristische Organisationen könnten nun "andere Bestandteile der amerikanischen Macht" zum Kampf gegen diese Gruppen eingesetzt werden, darunter "Geheimdienste, das Verteidigungsministerium, was auch immer", fügte Rubio hinzu.

Anfang März hatte Trump das südliche Nachbarland Mexiko bereits mit der Äußerung verärgert, Mexiko werde "komplett von kriminellen Kartellen beherrscht, die morden, vergewaltigen, foltern und die totale Kontrolle" ausübten und "eine ernsthafte Bedrohung für die nationale Sicherheit" der USA darstellten.

Nach den Medienberichten über einen möglichen US-Militäreinsatz gegen Kartelle am Freitag beharrte Mexikos Staatschefin Claudia Sheinbaum darauf, dass es "keine Invasion" ihres Landes geben werde. "Wir kooperieren, wir arbeiten zusammen", aber eine Invasion sei ausgeschlossen.

Mexiko leidet seit vielen Jahren unter der Gewalt der mächtigen Drogenkartelle. Seit dem Start einer umstrittenen Militäroperation zur Drogenbekämpfung im Jahr 2006 sind in dem Land fast 450.000 Morde registriert worden. Offiziellen Angaben zufolge stammt ein Großteil der von kriminellen Gruppierungen in Mexiko benutzten Waffen aus den Vereinigten Staaten.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Missbrauchsopfer werfen Vatikan "Verschleppen" eines Verfahrens gegen Ex-Jesuiten vor

Mehrere mutmaßliche Missbrauchsopfer haben dem Vatikan das Verschleppen eines Verfahrens gegen den slowenischen Ex-Jesuiten Marko Rupnik vorgeworfen. "Es ist haarsträubend, wie dieser Prozess verläuft", sagte Laura Sgro, Anwältin von fünf Frauen, die dem 71-Jährigen sexuellen Missbrauch vorwerfen. Der international renommierte Theologe und Mosaikkünstler steht im Verdacht, über 30 Jahre hinweg psychische und sexuelle Gewalt gegen mindestens zwanzig Frauen ausgeübt zu haben.

CDU-Geheimdienstexperte Henrichmann warnt vor Kooperation mit Rosatom in Lingen

Der Vorsitzende des Parlamentarischen Geheimdienst-Kontrollgremiums des Bundestages (PKGr), der CDU-Politiker Marc Henrichmann, hat die Zusammenarbeit mit dem russischen Staatskonzern Rosatom bei der Herstellung von Brennelemente im niedersächsischen Lingen scharf kritisiert. "Der Einfluss des russischen Nuklearsektors in der EU ist nach wie vor ein großes Problem, dem wir uns entschieden entgegenstellen müssen", sagte Henrichmann am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

Kapitalbeteiligung: AMD will Milliarden in Anthropic investieren

Der US-Chiphersteller AMD hat eine Kapitalbeteiligung von bis zu fünf Milliarden Dollar (rund 4,4 Milliarden Euro) bei dem KI-Unternehmen Anthropic angekündigt. Das sieht eine Partnerschaft vor, die beide Firmen am Mittwoch bekanntgaben. Sie sieht im Gegenzug eine Großbestellung von AMD-Prozessoren durch Anthropic vor.

Umstrittene deutsch-russische Atom-Zusammenarbeit genehmigt - unter Auflagen

In der Atomfabrik im niedersächsischen Lingen können künftig in Zusammenarbeit mit dem russischen Atomkonzern Rosatom Brennelemente russischer Bauart hergestellt werden. Das niedersächsische Umweltministerium erteilte für das umstrittene Vorhaben am Mittwoch trotz ablehnender Haltung von Ressortchef Christian Meyer (Grüne) im Auftrag der Bundesregierung die erforderliche Genehmigung. Allerdings gab es Auflagen hinsichtlich der Einbeziehung von Rosatom.

Textgröße ändern: