Deutsche Tageszeitung - Bootsunglücke auf dem Ärmelkanal: Drei Migranten tot, drei vermisst

Bootsunglücke auf dem Ärmelkanal: Drei Migranten tot, drei vermisst


Bootsunglücke auf dem Ärmelkanal: Drei Migranten tot, drei vermisst
Bootsunglücke auf dem Ärmelkanal: Drei Migranten tot, drei vermisst / Foto: © AFP/Archiv

Bei dem Versuch, den Ärmelkanal von Frankreich nach Großbritannien zu überqueren, sind mindestens drei Migranten ums Leben gekommen. Drei weitere gelten als vermisst, wie die Präfektur am Mittwoch in Boulogne-sur-Mer mitteilte. Bei den Toten handle es sich vermutlich um Minderjährige, zwei junge Männer aus Asien und eine junge Frau aus Ägypten.

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Nach ersten Ermittlungen wurden die Verunglückten auf dem Boden ihres überladenen Bootes zu Tode getrampelt. Damit steigt die Zahl der im Ärmelkanal ums Leben gekommenen Migranten in diesem Jahr auf mindestens 23.

Drei weitere Menschen, die sich auf einem anderen Boot befanden, würden vermisst, teilte die Präfektur weiter mit. Die Gendarme, die sich dem Boot genähert hatten, hätten nur noch ihre Schreie auf dem Meer gehört. Ein Mensch wurde von den Gendarmen vor dem Ertrinken gerettet. Die Staatsanwalt nahm Ermittlungen auf, um die Schleuserbanden zu identifizieren, die den Migranten die lebensgefährlichen Überfahrten auf überfüllten Booten und häufig ohne Rettungsweste teuer verkaufen.

In derselben Nacht retteten die französischen Behörden ein in Seenot geratenes Boot mit 115 Passagieren an Bord - ein Rekord. Die Schlepperbanden nutzen meist Schlauchboote mit Holzboote, bei denen ein Teil der Migranten rittlings auf der Bootsrand sitzt.

Nach britischen Angaben sind seit Beginn des Jahres bereits 30.000 Migranten über den Ärmelkanal nach Großbritannien gekommen - eine Höchstzahl für diesen Zeitraum. Allein am vergangenen Samstag hätten rund 1000 Migranten auf 17 Booten die britische Küste erreicht.

Die Labour-Regierung von Keir Starmer steht unter Druck, dies zu verhindern. Die am Freitag ernannte Innenministerin Shabana Mahmood kündigte an, ein Abkommen mit Frankreich zügig umzusetzen. Demnach will Großbritannien Migranten, die über den Ärmelkanal kommen, nach Frankreich deportieren und dafür andere andere Migranten aus Frankreich im Rahmen von Familiennachzügen aufnehmen.

(O.Tatarinov--DTZ)

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