Deutsche Tageszeitung - Mindestens vier Tote bei Schusswaffenangriff in Mormonen-Kirche in den USA

Mindestens vier Tote bei Schusswaffenangriff in Mormonen-Kirche in den USA


Mindestens vier Tote bei Schusswaffenangriff in Mormonen-Kirche in den USA
Mindestens vier Tote bei Schusswaffenangriff in Mormonen-Kirche in den USA / Foto: © X/Julie J/@MALKOWSKI6APRIL/AFP

Bei einem bewaffneten Angriff während eines Gottesdienstes in einer Mormonenkirche im US-Bundesstaat Michigan sind am Sonntag mindestens vier Menschen getötet worden. Mehrere Menschen wurden außerdem verletzt, wie die Polizei mitteilte. Der Angreifer setzte demnach die Kirche in Brand, bevor er von Sicherheitskräften getötet wurde. US-Präsident Donald Trump erklärte, es handle sich anscheinend "um einen weiteren gezielten Angriff auf Christen in den USA".

Textgröße ändern:

Die Polizei meldete zunächst zwei Todesopfer. Später wurden zwei weitere Leichen in der ausgebrannten Kirche in der Ortschaft Grand Blanc nordwestlich von Detroit entdeckt. Zudem wurden laut Polizei acht Menschen verletzt, einer von ihnen lebensgefährlich.

Bei dem mutmaßlichen Täter handelte es sich laut Polizei um einen 40-Jährigen aus der nahegelegenen Ortschaft Burton. Zum möglichen Tatmotiv wurden zunächst keine Informationen veröffentlicht. Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten von zahlreichen Polizisten vor dem Haus des verdächtigen Täters.

Der örtliche Polizeichef William Renye sagte Reportern, dass der Verdächtige gegen 10.25 Uhr Ortszeit (16.55 Uhr MESZ) mit seinem Fahrzeug die Eingangstüren der Kirche gerammt habe und dann mit einem Sturmgewehr auf die Menschen im Inneren geschossen habe.

Es habe gerade ein Gottesdienst stattgefunden, "hunderte von Menschen" seien in der Kirche gewesen. Nach Polizeiangaben zündete der Täter dann die Kirche an - und wurde im Anschluss von Polizisten erschossen.

Auf Bildern vom Ort des Geschehens waren Rettungskräfte zu sehen, die Menschen auf Tragen transportierten, sowie eine große dunkle Rauchwolke über der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage in Grand Blanc.

Die Glaubensgemeinschaft der Mormonen, deren Anführer Russell Nelson am Wochenende mit 101 Jahren gestorben war, bezeichnete den Angriff als "tragischen Akt der Gewalt". "Gotteshäuser sollten Orte des Friedens, der Gebete und der Verbundenheit sein. Wir beten für Frieden und Heilung aller Betroffenen", erklärte die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage im Onlinedienst X.

Eine Anwohnerin schilderte der Nachrichtenagentur AFP das Geschehen vor Ort. "Mein Mann hörte Leute schreien. Ich hörte Schüsse. Wir gingen alle nach Hause und warteten. Dann kamen die Krankenwagen (...) und man sagte uns, dass der Schütze neutralisiert worden sei", sagte Dobbie Horkey, die weniger als 200 Meter von der Kirche entfernt wohnt.

Trump nannte den Angriff in seinem Onlinedienst Truth Social "fürchterlich" und forderte: "Diese Epidemie der Gewalt muss sofort aufhören!"

Die US-Bundespolizei FBI übernahm die Ermittlungen. Der FBI-Beamte Reuben Coleman bezeichnete die Tat bei einer Pressekonferenz als einen "Akt gezielter Gewalt".

Justizministerin Pam Bondi wurde nach eigenen Angaben über den Vorfall informiert und sprach von "erschütternder und beängstigender Gewalt". Vizepräsident JD Vance bezeichnete die Tat als "fürchterlichen Vorfall" und rief zu Gebeten für die Opfer und die Ersthelfer auf.

Am 10. September war im Bundesstaat Utah der einflussreiche rechte Aktivist Charlie Kirk ermordet worden, der sich für die Verbreitung von Patriotismus, traditioneller Familienwerte und des christlichen Glaubens unter jungen Menschen einsetzte. Trumps Umfeld warf der politischen Linken in den USA nach dem Attentat vor, für ein Klima der Gewalt und "inländischen Terrorismus" verantwortlich zu sein.

Ende August hatte in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota ein Mann während eines Gottesdienstes zum Schulanfang in eine katholische Kirche gefeuert und zwei Kinder getötet. FBI-Chef Kash Patel sprach damals von Ermittlungen wegen eines möglichen "Hassverbrechens gegen Katholiken".

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Streik des Kabinenpersonals: Zahlreiche Lufthansa-Flüge gestrichen

Wegen eines Streiks des Kabinenpersonals bei der Lufthansa sind am Freitag zahlreiche Flüge ausgefallen. An den Flughäfen Frankfurt am Main und München wurden am Morgen Verbindungen etwa nach Dublin, Mailand, Brüssel und Nizza annulliert, wie aus der Webseite der Lufthansa hervorging. Noch bis 22.00 Uhr soll der Streik dauern, zu dem die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) bei der Kernmarke Lufthansa und der Tochter Cityline aufgerufen hatte.

Verbraucherschützer: Entlastung bei Stromkosten kommt bei Haushalten kaum an

Die vom Bund angekündigte Entlastung privater Haushalte bei den Stromkosten kommt Berechnungen von Verbraucherschützern zufolge längst nicht im versprochenen Umfang an. In "fast allen untersuchten Regionen" werde die in Aussicht gestellte jährliche Entlastung von 100 Euro deutlich verfehlt, teilte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Freitag auf der Grundlage eines Marktchecks mit. Im Schnitt sparen Haushalte mit einem Normalverbrauch demnach 56 Euro im Jahr.

Iran-Krieg: Trump nennt kritische rechte Kommentatoren "dumme Leute"

US-Präsident Donald Trump hat sich erbost über bekannte Kommentatoren aus seinem eigenen politischen Lager gezeigt, die sich gegen den Iran-Krieg ausgesprochen haben. "Das sind dumme Leute, sie wissen es selbst, ihre Familien wissen es und alle anderen wissen es auch", schrieb Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) in einer wütenden Tirade in seinem Online-Dienst Truth Social.

Wegner fordert schnelle Entlastungen bei Spritpreisen

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat angesichts hoher Spritpreise schnelle Entlastungen gefordert. "Die Menschen brauchen jetzt die Entlastung", sagte Wegner am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". Die Belastungen seien mittlerweile "unzumutbar" für die Menschen und Unternehmen. Wegner sprach sich dafür aus, vorübergehend die CO2-Bepreisung mindestens zu senken oder "vielleicht sogar auszusetzen". Zudem brauche es einen Spritpreisdeckel, forderte Wegner.

Textgröße ändern: