Deutsche Tageszeitung - Monopolkommission für flexiblere und regional unterschiedlichere Strompreise

Monopolkommission für flexiblere und regional unterschiedlichere Strompreise


Monopolkommission für flexiblere und regional unterschiedlichere Strompreise
Monopolkommission für flexiblere und regional unterschiedlichere Strompreise / Foto: © AFP

Die Monopolkommission hat sich für flexiblere und regionale unterschiedlichere Strompreise ausgesprochen. "Momentan belohnt das System Verhalten, das die Netze an ihre Grenzen bringt", erklärte der Vorsitzende des unabhängigen Beratergremiums der Bundesregierung, Tomaso Duso, am Dienstag. Mit dem Ausbau der Erneuerbaren müsse stärker gewichtet werden, wann und wo Strom produziert und verbraucht werde.

Textgröße ändern:

Das derzeitige starre System mit einer bundesweit einheitlichen Strompreiszone und fixen Netzentgelten bringe die Stromnetze immer mehr an ihre Grenzen. "Günstige Energie von Windrädern und Solaranlagen im Norden wird gedrosselt, dafür werden teure Gas- und Kohlekraftwerke im Süden hochgefahren", erklärte die Monopolkommission.

Das Gremium überreichte am Dienstag sein sogenanntes Sektorgutachten Energie an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Darin skizzieren die Experten drei mögliche Lösungen für das Problem. Am ehesten geeignet wäre demnach ein System der sogenannten nodalen Preisbildung, bei dem die Strompreise je nach Netzknotenpunkt variieren. Angebot, Nachfrage und Netzkapazitäten würden so besser in Einklang gebracht.

Allerdings wäre dies eine "radikale Abkehr vom bisherigen Stromsystem", schränken die Experten ein. Der administrative Aufwand wäre wohl enorm. Als zweitbeste Option mit deutlich geringerem Aufand schlagen sie daher eine Aufteilung der bundeseinheitlichen Strompreiszone vor.

Bislang gibt es bundesweit eine sogenannte Gebotszone für Strom. Der Großhandelspreis ist deshalb in ganz Deutschland derselbe. Er bildet sich auf Basis der günstigsten Stromproduktion, dies ist häufig Windenergie aus den nördlichen Bundesländern. Der Süden profitiert dann von den günstigen Preisen. Die Debatte über eine Aufteilung der Stromgebotszone wird schon länger geführt, die Nordbundesländer sind eher dafür, der Süden dagegen.

Politisch lehnt insbesondere die CSU eine Aufteilung der Strompreiszonen vehement ab. Auch das Bundeswirtschaftsministerium ist dagegen. Die Monopolkommission erkennt an, dass der Vorschlag "politisch schwer umsetzbar" ist. Deshalb sollte zumindest die drittbeste Option in Angriff genommen werden: Eine preisliche Steuerung über die Netzentgelte. "Mit dynamischen Netzentgelten können Erzeugung und Verbrauch zeitlich und regional flexibler ans Netz angepasst werden", heißt es im Gutachten.

Darüber hinaus fordert die Monopolkommission unter anderem mehr Preistransparenz und Wettbewerb im Bereich Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Besonders kritisch sei der Ausbau von Ladeinfrastruktur für E-LKWs an Autobahnen. "Es darf an Autobahnen nicht zu einem Lade-Monopol für die Tank & Rast GmbH kommen", warnt Duso. Es seien jedoch zwei Drittel der geplanten Ladeparks an Autobahnen ohne Ausschreibung direkt an das Unternehmen vergeben worden.

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

Bundesgerichtshof: Wohnungseigentümer dürfen Klimaanlage auf Balkon einbauen

Wohnungseigentümer dürfen grundsätzlich von der Eigentümergemeinschaft verlangen, dass ihnen der Einbau eines Klima-Splitgeräts mit Außengerät auf dem Balkon erlaubt wird. Voraussetzung dafür ist, dass die Rechte der anderen Eigentümer nicht übermäßig beeinträchtigt werden, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am Freitag entschied. Dass die Klimaanlage später Geräusche macht, spielt für die Erlaubnis keine Rolle. (Az. V ZR 162/25)

Starkes Plus im Wohnungsbau: 24,7 Prozent mehr Baugenehmigungen im Mai

Die Zahl der Baugenehmigungen ist im Mai stark angestiegen. Es wurden 4200 Wohnungen mehr genehmigt als im Vorjahresmonat, was einem Plus von 24,7 Prozent entspricht, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Insgesamt wurden 21.000 Wohnungen genehmigt, 17.800 davon im Neubau. Für die Zeit von Januar bis Mai verzeichnete das Bundesamt bei den Baugenehmigungen ein Plus von 15,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Chinas Präsident Xi ruft zu Kooperation zwischen Staaten bei KI-Technologie auf

Chinas Präsident Xi Jinping hat zu mehr Kooperation zwischen Staaten im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) aufgerufen. "Die Entwicklung von KI sollte keine Solo-Leistung eines einzelnen Landes sein, sondern eine Symphonie internationaler Zusammenarbeit", sagte Xi am Freitag bei einer Rede zur Eröffnung der Weltkonferenz für Künstliche Intelligenz im chinesischen Shanghai. Der chinesische Staatschef forderte außerdem, KI müsse immer "unter menschlicher Kontrolle" bleiben.

Bundesgerichtshof entscheidet über Anspruch von Eigentümern auf Klimaanlage

Der Wunsch nach einer Klimaanlage beschäftigt am Freitag (09.00 Uhr) den Bundesgerichtshof. Wohnungseigentümer aus Berlin wollten auf ihrem Balkon eine Split-Klimaanlage einbauen lassen, die Eigentümergemeinschaft stimmte aber mehrheitlich dagegen. Nun entscheiden die Richterinnen und Richter in Karlsruhe, ob Wohnungseigentümer Anspruch auf eine Klimaanlage haben können. (Az. V ZR 162/25)

Textgröße ändern: