Deutsche Tageszeitung - Mieterbund warnt: Sechs Millionen Mieter durch hohe Kosten "extrem überlastet"

Mieterbund warnt: Sechs Millionen Mieter durch hohe Kosten "extrem überlastet"


Mieterbund warnt: Sechs Millionen Mieter durch hohe Kosten "extrem überlastet"
Mieterbund warnt: Sechs Millionen Mieter durch hohe Kosten "extrem überlastet" / Foto: © AFP/Archiv

Wohnen wird nach Angaben des Deutschen Mieterbundes (DMB) für immer mehr Menschen in Deutschland zum Armutsrisiko. Rund sechs Millionen Mieterinnen und Mieter seien durch hohe Wohnkosten "extrem überlastet", heißt es im am Donnerstag vorgestellten Mietenreport des DMB. Die Bundesregierung müsse deshalb mehr tun, "um die Wohnungskrise zu bekämpfen", forderte der Mieterbund.

Textgröße ändern:

Dem aktuellen Mietenreport zufolge stieg die Zahl der Mieterinnen und Mieter in den vergangenen fünf Jahren um fast drei Millionen auf über 44 Millionen Menschen in mehr als 20 Millionen Haushalten. Im Jahr 2024 lebten demnach rund 52,8 der Bevölkerung zur Miete.

Laut einer im August 2025 erhobenen Umfrage im Auftrag des Mieterbundes, für die bundesweit 1001 Mieterinnen und Mieter telefonisch befragt wurden, befürchten zugleich fast drei von zehn Befragten (29 Prozent), sich ihre Wohnung in Zukunft nicht mehr leisten zu können. 16 Prozent und damit rechnerisch rund sieben Millionen Mieterinnen und Mieter haben demnach konkret Angst, ihre Wohnung zu verlieren.

Außerdem seien rund 13 Prozent der Mieterinnen und Mieter bereits jetzt durch zu hohe Wohnkosten "extrem überlastet", heißt es im Mietenreport. Dies bedeutet demnach, dass sie mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens fürs Wohnen ausgeben - "und das abzüglich etwaig erhaltener Wohnungsbeihilfen".

Davon betroffen sind laut Mietenreport insbesondere Haushalte mit niedrigem Einkommen - aber nicht nur: "Alarmierend ist, dass auch Nicht-Arme zunehmend betroffen sind", erklärte der DMB. "In dieser Gruppe stieg der Anteil der durch Wohnkosten Extrembelasteten seit 2020 um 121 Prozent."

Der Deutsche Mieterbund sieht deshalb vor allem die Politik in der Pflicht und mahnt mehr bezahlbaren Wohnraum an. "Wohnen ist ein Menschenrecht und die Bundesregierung muss deutlich entschlossenere Schritte unternehmen, um für alle Menschen in Deutschland bezahlbaren Wohnraum zu sichern“, fordert DMB-Präsidentin Melanie Weber-Moritz. "Der Markt wird die Krise von allein nicht lösen", fügte sie hinzu.

Neben Maßnahmen wie einer scharfen Mietpreisbremse und einer strengeren Regulierung von Kurzzeitvermietungen und besserem Kündigungsschutz sei auch eine "echte Wohnungsbauoffensive" nötig, forderte der DMB. Der Bestand an Sozialwohnungen müsse bis 2030 verdoppelt werden und jährlich sollten 60.000 neue bezahlbare Mietwohnungen für Normalverdienende entstehen. Zudem müssten Spekulationen auf dem Wohnungsmarkt verhindert werden.

Wohnen sei "zentrale Grundlage für Teilhabe, Sicherheit und Würde", erklärte Weber-Moritz. "Wenn Millionen von Menschen keine bezahlbare Wohnung finden können und mit der Angst leben, ihre Wohnung zu verlieren, dann ist dies ein ernstzunehmender Befund und ein Hinweis darauf, dass Wohnen die soziale Krise unserer Zeit ist."

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Wirtschaftsweise: AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt würde Fachkräfte abschrecken 

Sollte die AfD nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen, könnte dies nach den Worten der Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, dringend benötigte Fachkräfte abschrecken und somit schwere wirtschaftliche Folgen haben. "Angesichts des Wahlprogramms ist zu erwarten, dass bei einer Regierungsübernahme der AfD das Bundesland als Standort für Fachkräfte und Unternehmen deutlich an Attraktivität verlieren würde", sagte Schnitzer dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Sonntag).

Bis September rund 52.500 Anträge für E-Auto-Prämie bewilligt

Mehr als drei Monate nach dem Start der neuen Kaufprämie für E-Autos hat das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) knapp 52.500 Anträge für die staatliche Förderung für ein Elektroauto bewilligt. Bis zum 1.September seien 52.473 Bewilligungen erteilt worden, teilte das Bafa am Samstag mit. Die Höhe der ausgezahlten Fördermittel betrug 230 Millionen Euro.

Panamakanalbehörde reduziert wegen El Niño Anzahl der täglich erlaubten Schiffe

Wegen des Klimaphänomens El Niño hat am Freitag die Reduzierung des Schiffsverkehrs im Panamakanal begonnen. Die Zahl der Schiffe, welche die Wasserstraße zwischen dem Atlantik und dem Pazifik durchqueren dürfen, wird bis Mitte September schrittweise von 36 auf 32 pro Tag gesenkt, wie die Panamakanalbehörde mitteilte. Als Grund für die Entscheidung nannte die Behörde die niedrigen Wasserstände in den beiden künstlichen Seen, aus denen der Kanal gespeist wird.

Forscher: Tausende OpenAI-KI-Agenten kapern deutsche Website

Tausende autonome KI-Agenten des US-Technologieunternehmens OpenAI haben einer am Freitag veröffentlichten Untersuchung zufolge eigenmächtig eine deutsche Programmierer-Website gekapert. Auf der frei bearbeitbaren Plattform DSEwiki hinterließen sie demnach rund 18.000 Beiträge, in denen sie Antworten auf Testfragen und Tipps zum Umgehen digitaler Sicherheitsbarrieren austauschten.

Textgröße ändern: