Deutsche Tageszeitung - Kostenregelung für inklusive Schule: Land Niedersachsen muss nachbessern

Kostenregelung für inklusive Schule: Land Niedersachsen muss nachbessern


Kostenregelung für inklusive Schule: Land Niedersachsen muss nachbessern
Kostenregelung für inklusive Schule: Land Niedersachsen muss nachbessern / Foto: © AFP/Archiv

Das Land Niedersachsen muss bei seiner finanziellen Ausgleichsregelung für die Ausstattung inklusiver Schulen nachbessern. Das entsprechende Gesetz sei verfassungswidrig, weil es keine Kompensationszahlungen für ausschließlich im Bereich der Oberstufe tätige kommunale Schulträger vorsehe, entschied der Staatsgerichtshof in Bückeburg am Mittwoch. Er ordnete eine verfassungskonforme Neufassung an. Hintergrund ist ein Rechtsstreit zwischen der Region Hannover und dem Land. (Az. StGH 2/24)

Textgröße ändern:

Es geht dabei um die Kostenausgleichsbestimmungen zum niedersächsischen Landesschulgesetz, demzufolge alle öffentlichen Schulen in dem Land ab dem Schuljahr 2013/2014 inklusive Schulen sind. Das dient der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Das Land beteiligt sich mit einer Pauschale an den Kosten der Schulträger für barrierefreie Zugänge. Bei der Verteilung wird jedoch nur die Schülerzahl im Bereich von Primar- sowie Sekundarstufe I berücksichtigt - also bis maximal Klasse zehn.

Schulträger, die nur für ältere Schüler im Bereich der Sekundarstufe II zuständig sind, erhalten demzufolge keine Zahlungen. Diese Regelung sei zumindest ab dem Zeitpunkt verfassungswidrig geworden, an dem die ersten inklusiven Jahrgänge die Oberstufe erreicht hätten, urteilte das Landesverfassungsgericht nun. Dies sei im Schuljahr 2018/2019 geschehen.

Laut Entscheidung des Staatsgerichtshof muss der Gesetzgeber bis Ende kommenden Jahres eine verfassungsgemäße Reform beschließen. Bis dahin bleibt die aktuelle Regelung zu den Kostenregelungen weiter bestehen.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Vierter Kriegstag: Preise für Öl und Gas steigen weiter stark - Börsen im Minus

Am vierten Tag des Iran-Kriegs sind die Preise für Öl und Gas weiter kräftig gestiegen - und auch an den deutschen Tankstellen kletterten die Spritpreise weiter. An den europäischen Börsen sanken die Kurse erneut, und zwar stärker als am Montag. Der Iran attackierte wiederholt Anlagen für die Verarbeitung von Öl und Gas in den Golfstaaten und drohte mit Angriffen auf "jedes Schiff" in der Straße von Hormus.

Bodenschätze: Norwegisches Vorkommen an Seltenen Erden deutlich größer als gedacht

In Norwegen gibt es ein deutlich größeres Vorkommen an Seltenen Erden als bislang gedacht: Das Vorkommen Fensfeltet rund 150 Kilometer südwestlich von Oslo umfasse nicht wie anfangs angenommen 8,8 Millionen Tonnen Seltene Erdoxide, sondern 15,9 Millionen Tonnen, teilte das Unternehmen Rare Earths Norway (REN), das die Abbaurechte besitzt, am Dienstag mit. Bevor die Förderung allerdings beginnen kann, muss das Projekt noch Umweltauflagen erfüllen.

Studie: Rund ein Drittel der EU-Bürger in Deutschland denkt an Abwanderung

Gut ein Drittel der in Deutschland lebenden EU-Bürgerinnen und -Bürger denkt über einen Fortzug nach - vor allem wegen hoher Lebenshaltungskosten und weil sie sich hier nicht wohlfühlen. Das ergab eine Studie im Auftrag der Migrations- und Integrationsbeauftragten der Regierung, Natalie Pawlik, die am Dienstag die Ergebnisse vorstellte. Die Untersuchung verdeutliche, dass die EU-Bürger zwar hierzulande rechtlich gleichgestellt seien, jedoch in der Realität häufig auf "Sprachbarrieren, Hürden beim Arbeitsmarktzugang und Diskriminierung" stießen, erklärte Pawlik.

Asylanträge in der EU 2025 um 19 Prozent gesunken - Sorge mit Blick auf den Iran

Die Asylanträge in der EU sind im vergangenen Jahr erneut deutlich gesunken. Bis Ende Dezember 2025 gingen rund 822.000 Asylanträge bei den EU-Ländern, der Schweiz und Norwegen ein, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht der EU-Asylagentur (EUAA) hervorgeht. Das ist ein Rückgang um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Agentur warnte allerdings mit Blick auf den Iran vor möglichen Flüchtlingsbewegungen "beispiellosen Ausmaßes".

Textgröße ändern: