Deutsche Tageszeitung - EU-Kommission treibt Kapitalmarktunion voran

EU-Kommission treibt Kapitalmarktunion voran


EU-Kommission treibt Kapitalmarktunion voran
EU-Kommission treibt Kapitalmarktunion voran / Foto: © AFP/Archiv

Die EU-Kommission hat ein Maßnahmenpaket vorgestellt, dass den Weg zur Kapitalmarktunion ebnen soll. Europa habe zu lang "ein Maß an Fragmentierung toleriert, das unsere Wirtschaft hemmt", erklärte EU-Finanzkommissarin Maria Luís Albuquerque am Donnerstag in Brüssel. Die Maßnahmen zielten darauf ab, "ein stärker integriertes, effizienteres und wettbewerbsfähigeres Finanzsystem zu schaffen", teilte die Kommission mit.

Textgröße ändern:

Die sogenannte Kapitalmarktunion ist seit Jahren eine zentrale wirtschaftspolitische Forderung, unter anderem Deutschlands: Die Regeln für die Kapitalmärkte in den 27 EU-Staaten sollen harmonisiert und grenzüberschreitende Transaktionen und Investitionen vereinfacht werden. Nach Angaben der Kommission gibt es derzeit in der EU 300 Handelsplätze für Finanzinstrumente und Waren.

Die jetzt vorgestellten Maßnahmen umfassen unter anderem die Einführung eines Status als "paneuropäischer Marktbetreiber" für Börsenbetreiber, um beispielsweise Lizenzen und Unternehmensstrukturen zu vereinheitlichen sowie die Vereinfachung des grenzüberschreitenden Vertriebs von Investmentsfonds in der EU.

Zudem sollen Regulierungen abgebaut und Teile der Finanzmarktaufsicht auf die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (Esma) übertragen werden.

Der Kommission zufolge soll das Maßnahmenpaket es Bürgern und Kleinanlegern erleichtern, günstiger und sicherer Zugang zu Investitionsmöglichkeiten in der gesamten EU zu erhalten, den Wettbewerb zwischen Finanzdienstleistern fördern und damit auch Kosten senken. Für Unternehmen soll die Reform der EU-Finanzmarktregeln den Zugang zu Investoren erleichtern.

Die Vorschläge müssen nun vom Europäischen Parlament und dem Rat verhandelt und genehmigt werden.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Vaterglück von Spahn: Keine Änderung der Rechtslage bei Leihmutterschaft geplant

Nach Berichten über das neue Vaterglück von Unions-Fraktionschef Jens Spahn (CDU) mit Hilfe einer Leihmutterschaft hat das Bundesfamilienministerium klargestellt, dass dieses Verfahren in Deutschland verboten bleibt. "Der Koalitionsvertrag sieht keine Änderung der aktuellen Rechtslage vor", sagte ein Sprecher des Ministeriums am Donnerstag den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Grundsätzlich bestehe ein Verbot der Leihmuttervermittlung. Aus der Union kam derweil eine Rücktrittsforderung an Spahn.

Äußerungen von Merz zu Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss sorgen für Kritik

Die Aussagen von Kanzler Friedrich Merz (CDU) zu den geplanten Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss sind auf scharfe Kritik gestoßen. Die jüngsten Äußerungen von Merz und Familienministerin Karin Prien (CDU) zeigten, "dass sie die Lebenssituation von Alleinerziehenden und ihren Kindern nicht verstanden haben", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) dem "Spiegel". Viele Alleinerziehende arbeiteten und seien trotzdem auf den Unterhaltsvorschuss angewiesen.

Landgericht Bonn verhängt Bewährungsstrafe für Hilfe bei versuchten Cum-Ex-Geschäften

Wegen Hilfe beim Versuch von sogenannten Cum-Ex-Geschäften ist ein früherer Bankmitarbeiter in Bonn zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht in der nordrhein-westfälischen Stadt sprach den 49-Jährigen am Donnerstag nach Angaben eines Sprechers der Beihilfe zur versuchten Steuerhinterziehung schuldig. 150.000 Euro, die der Angeklagte als Bonus erhielt, werden eingezogen.

Deutsche Chemieindustrie steckt weiter in der Krise - hofft aber auf Reformkurs

Rückgänge bei Umsatz, Produktion und Investitionen: Die kriselnde chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland kämpft auch 2026 mit sinkenden Zahlen. Das erste Halbjahr sei "enttäuschend“ verlaufen, erklärte der Präsident des Branchenverbands VCI, Markus Steilemann, am Donnerstag, Dennoch sieht der Verband "weiterhin großes Potenzial für den Industriestandort Deutschland" - ein "erster Schritt" ist demnach das jüngste Reformpaket der Bundesregierung.

Textgröße ändern: