Deutsche Tageszeitung - Aktienkurse der großen Ölkonzerne steigen nach US-Einsatz in Venezuela

Aktienkurse der großen Ölkonzerne steigen nach US-Einsatz in Venezuela


Aktienkurse der großen Ölkonzerne steigen nach US-Einsatz in Venezuela
Aktienkurse der großen Ölkonzerne steigen nach US-Einsatz in Venezuela / Foto: © AFP

Nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela sind die Aktienkurse der großen US-Ölkonzerne an der Wall Street in New York gestiegen. Die Aktien von Chevron und von ConocoPhillips legten zu Handelsbeginn am Montag jeweils um mehr als vier Prozent zu, die Aktie von ExxonMobil stieg um 2,1 Prozent im Wert. Zum Vergleich: Der Aktienindex Dow Jones legte nur leicht um 1,1 Prozent zu.

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US-Streitkräfte hatten in der Nacht zum Samstag bei einem groß angelegten Militäreinsatz Ziele in Venezuela angegriffen, den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro und dessen Frau Cilia Flores gefangen genommen und in die USA gebracht. Maduros Stellvertreterin Delcy Rodríguez wurde vom Obersten Gericht Venezuelas zur Interimspräsidentin ernannt.

US-Präsident Donald Trump hatte Venezuela in den vergangenen Monaten immer wieder vorgeworfen, den Drogenschmuggel in die USA aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Die venezolanische Regierung warf den USA dagegen vor, es allein auf die riesigen Ölreserven des Landes abgesehen zu haben.

Venezuela verfügt über die größten bekannten Erdöl-Vorkommen der Welt, bis 2005 war das Land einer der wichtigsten Öllieferanten der USA. Die Lage änderte sich dramatisch, nachdem der damalige sozialistische Staatschef Hugo Chávez 2007 die Industrie weiter verstaatlichte und den Besitz von US-Firmen beschlagnahmte. Trump sagte nach dem Militäreinsatz, US-Unternehmen würden "reingehen, Milliarden von Dollar ausgeben und die kaputte Infrastruktur reparieren".

Der Preis für Öl auf dem Weltmarkt war kurz nach dem Militäreinsatz in Venezuela zunächst kurz gestiegen, dann aber gesunken, weil erwartet wurde, dass die Produktion des Landes schnell steigen würde. Kurz darauf stieg der Preis wieder: Die Anleger erkannten, dass Venezuela nicht in der Lage ist, die Ölversorgung weltweit kurzfristig entscheidend zu beeinflussen. "Es würde Jahre dauern und massive Investitionen erfordern, um die venezolanische Ölproduktion wieder auf das Vorkrisenniveau zu bringen", betonte Analystin Ipek Ozkardeskaya von der Bankengruppe Swissquote.

(V.Varonivska--DTZ)

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