Deutsche Tageszeitung - EU-Prüfer kritisieren Lücken bei der Qualitätskontrolle von Olivenöl

EU-Prüfer kritisieren Lücken bei der Qualitätskontrolle von Olivenöl


EU-Prüfer kritisieren Lücken bei der Qualitätskontrolle von Olivenöl
EU-Prüfer kritisieren Lücken bei der Qualitätskontrolle von Olivenöl / Foto: © AFP

Kaltgepresst, nativ, extra nativ: Olivenöl unterliegt in der EU strengen Vorschriften - bei den Kontrollen hapert es nach Einschätzung von Prüfern jedoch teilweise. Vor allem bei gemischten Ölen und Einfuhren aus Nicht-EU-Ländern werde nur lückenhaft kontrolliert, ob sie die versprochenen Qualitätsstandards erfüllen, teilte der EU-Rechnungshof mit Sitz in Luxemburg am Mittwoch mit. Die Prüfer lobten hingegen die Kontrollen auf Pestizidrückstände.

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"Die Verbraucher müssen darauf vertrauen können, dass das Olivenöl, das sie kaufen, die Qualitätsstandards erfüllt", erklärte die zuständige Prüferin Joëlle Elvinger. Dabei geht es unter anderem um die Bezeichnung "kaltgepresst" oder "extra nativ". Dahinter verbirgt sich das Verarbeitungsverfahren: Die Oliven werden kaum oder gar nicht erhitzt, sodass die Nährstoffe erhalten bleiben.

Vor allem preisgünstigere Öle sind oft Mischungen aus mehreren Ernten oder von verschiedenen Produzenten, teils auch aus unterschiedlichen Staaten. In diesen Fällen sei häufig nicht nachvollziehbar, ob tatsächlich alle Bestandteile ausschließlich kaltgepresst seien, urteilten die Prüfer. Sie lobten digitale Register in Staaten wie Spanien und Italien, die Betrug vermeiden sollen.

Die Tests auf Pestizidrückstände funktionieren nach Einschätzung der Prüfer hingegen gut. Dabei würden zudem selten Verstöße gegen die Grenzwerte gefunden. Bei Einfuhren aus Nicht-EU-Staaten sehe dies allerdings anders aus: Hier gebe es "nur sporadische Kontrollen auf Pestizide und andere Verunreinigungen".

Die EU produziert rund zwei Drittel des Olivenöls weltweit. Der mit Abstand wichtigste Hersteller unter den 27 Mitgliedsländern ist Spanien, gefolgt von Italien und Griechenland. Zusammen machen die drei Länder mehr als 90 Prozent der europäischen Produktion aus. Prüferin Elvinger warnte, Lücken in den Kontrollen könnten sich auch auf "den guten Ruf des europäischen Olivenöls" auswirken.

(O.Tatarinov--DTZ)

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