Deutsche Tageszeitung - Energiekrise in Kuba: Regierung verkündet Vier-Tage-Woche und weitere Notfallmaßnahmen

Energiekrise in Kuba: Regierung verkündet Vier-Tage-Woche und weitere Notfallmaßnahmen


Energiekrise in Kuba: Regierung verkündet Vier-Tage-Woche und weitere Notfallmaßnahmen
Energiekrise in Kuba: Regierung verkündet Vier-Tage-Woche und weitere Notfallmaßnahmen / Foto: © AFP

Wegen der durch die US-Sanktionen verschärften Energiekrise in Kuba hat die Regierung in Havanna drastische Notfallmaßnahmen angekündigt. Wie Vizeregierungschef Oscar Pérez-Oliva Fraga am Freitag (Ortszeit) im Staatsfernsehen sagte, wird in staatlichen Unternehmen die Vier-Tage-Woche eingeführt. Zudem würden der Benzinverkauf und der Bus- und Zugverkehr eingeschränkt. Durch die ab Montag geltenden Vorgaben solle Kraftstoff eingespart werden, um "die Lebensfähigkeit unseres Landes und die Grundversorgung zu gewährleisten".

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Weitere Sparmaßnahmen sehen verkürzte Schultage sowie eine reduzierte Anwesenheitspflicht in Universitäten vor. Auch einige touristische Einrichtungen blieben geschlossen, kündigte Fraga an. So solle sichergestellt werden, dass es weiterhin ausreichend Kraftstoff zur Stromproduktion und Lebensmittelherstellung gebe. Zudem liege der Fokus auf Aktivitäten, die ausländische Devisen ins Land brächten.

Nach der Gefangennahme des linksnationalistischen venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro zu Jahresbeginn bei einem US-Militäreinsatz hatte US-Präsident Donald Trump deutlich gemacht, dass er auch andere Länder in der Region im Visier hat - darunter Kuba. Trump ließ die Öllieferungen aus Venezuela nach Kuba unterbinden, von denen das Land in hohem Maße abhängig war. Er rate Havanna "dringend, einen Deal abzuschließen, bevor es zu spät ist", warnte der US-Präsident damals.

Ende Januar verschärfte Trump den wirtschaftlichen Druck auf Kuba weiter: Staaten, die Erdöl an das Land liefern, drohte er in einem Dekret mit zusätzlichen US-Zöllen. Die kubanische Regierung bezeichnete dies als "brutalen Akt der Aggression".

Am vergangenen Sonntag hatte Trump aber erklärt, dass seine Regierung derzeit mit den "höchsten Vertretern" in Havanna über ein Abkommen spreche. Die kubanische Regierung teilte daraufhin mit, es gebe Kontakte mit Washington, von einem Dialog könne jedoch nicht die Rede sein.

Mexiko kündigte am Freitag humanitäre Hilfe für Kuba an. Ihre Regierung bereite eine Schiffslieferung vor, die vor allem Lebensmittel und weitere von Havanna erbetene Güter auf die Karibikinsel bringen solle, sagte Präsidentin Claudia Sheinbaum vor Journalisten. Das Schiff werde spätestens Montag auslaufen. Zudem liefen "diplomatische Bemühungen", die Öllieferungen nach Kuba ermöglichen sollen, ohne dass die USA Mexiko durch Sanktionen bestraften, sagte Sheinbaum.

Das kommunistisch regierte Kuba steckt in seiner schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Seit Ende 2024 gab es fünf landesweite Stromausfälle, die teilweise mehrere Tage dauerten. Immer wieder haben die Menschen mit Blackouts zu kämpfen, die mitunter mehr als 20 Stunden dauern. Der nur etwa 145 Kilometer von der Südspitze des US-Bundesstaats Florida entfernte Karibikstaat unterliegt seit 1962 einem US-Wirtschaftsembargo.

(O.Tatarinov--DTZ)

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