Deutsche Tageszeitung - Mieten zum Jahresende stark gestiegen - Wohnungsinserate zurückgegangen

Mieten zum Jahresende stark gestiegen - Wohnungsinserate zurückgegangen


Mieten zum Jahresende stark gestiegen - Wohnungsinserate zurückgegangen
Mieten zum Jahresende stark gestiegen - Wohnungsinserate zurückgegangen / Foto: © AFP/Archiv

Die Mieten in Deutschland sind zum Ende des vergangenen Jahres schneller angestiegen als die allgemeine Teuerung. Im vierten Quartal legten sie im bundesweiten Durchschnitt um 4,5 Prozent im Jahresvergleich zu, wie der vom Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) ermittelte Mietpreisindex (Greix) ergab. Gleichzeitig ging die Zahl der Wohnungsinserate deutlich zurück, der Anteil befristeter und möblierter Angebote erreichte ein Rekordniveau.

Textgröße ändern:

"Wohnungssuchende haben es aktuell schwer", erklärte am Montag Jonas Zdrzalek, Greix-Projektleiter am IfW. "Das klassische Angebot geht zurück, die Preise steigen und die Konditionen werden über immer mehr befristete Verträge oder möblierte Angebote härter."

Das IfW untersucht pro Quartal die Mietentwicklung in 37 Städten und Regionen und fasst die Ergebnisse im sogenannten Greix-Mietpreisindex zusammen. Die Mieten stiegen demnach im Vergleich zum dritten Quartal in sieben der acht größten Städte - besonders stark in Köln (3,4 Prozent) und in München (1,9 Prozent). Nur in Düsseldorf stagnierten die Mieten (minus 0,1 Prozent).

Im Vorjahresvergleich lagen die Mieten in Deutschland im vierten Quartal bundesweit um 4,5 Prozent höher - inflationsbereinigt waren es 2,3 Prozent. Seit 2015 stiegen die Angebotsmieten laut Greix damit um 14 Prozent stärker als die allgemeine Teuerung.

Die durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter war Ende 2025 am höchsten in München mit 23,35 Euro, gefolgt von Frankfurt am Main mit 17,36 Euro. Leipzig war mit 10,22 Euro pro Quadratmeter die günstigste der acht größten Städte. Über alle 37 erfassten Städte und Regionen hinweg ergibt sich laut IfW ein gewichteter Durchschnitt von 14,41 Euro pro Quadratmeter.

Die Zahl der Wohnungsinserate sank im Greix im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal spürbar um mehr als zehn Prozent, im Vergleich zum vierten Quartal 2024 um sieben Prozent. "Im langfristigen Vergleich liegt die Anzahl der Wohnungsinserate zur Miete gegenwärtig etwa 20 Prozent unter dem Niveau von 2015", konstatierte das IfW.

Mehr als 17 Prozent aller Inserate waren im vierten Quartal Angebote für befristete Verträge und möblierte Wohnungen - das ist laut IfW ein Rekordhoch. In den acht größten Städten lag der Anteil sogar bei nahezu einem Viertel, in München sogar bei rund einem Drittel.

"Bei Neuvermietungen in Großstädten dürften gerade Geringverdiener und Menschen in Ausbildung und Studium zunehmend an ihre Belastungsgrenze stoßen", erklärte Zdrzalek. Auch Fachkräfte aus dem In- und Ausland täten sich mit einem Umzug vermutlich oft schwer. "Das weiter sinkende Mietangebot dürfte auch ein Zeichen dafür sein, dass Menschen mit Altverträgen ihre Wohnung nach Möglichkeit halten, oder viele Objekte mittlerweile ohne Inserat vergeben werden."

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Chef der Energieagentur: Iran-Krieg wird geopolitische Lage im Energiebereich ändern

Die aktuelle Energiekrise infolge des Iran-Kriegs wird nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) die geopolitische Lage im Energiebereich "grundlegend verändern". IEA-Direktor Fatih Birol sagte der französischen Zeitung "Figaro" vom Dienstag, die aktuelle Krise sei "schwerwiegender als die Krisen von 1973, 1979 und 2022 zusammen". Es gebe aber auch "Gründe für Optimismus": So werde die Energiekrise etwa den Ausbau der Erneuerbaren Energien beschleunigen.

Statistik: Altersunterschied zwischen erstem und zweitem Kind im Mittel 3,1 Jahre

Zwischen der Geburt des ersten und des zweiten Kindes einer Mutter lagen in Deutschland im Jahr 2024 im Mittel 3,1 Jahre. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden anlässlich des Tags der Geschwister am 10. April mit. In Ostdeutschland war der Abstand zwischen den zwei Erstgeborenen mit 3,8 Jahren größer als im Westen mit 3,0 Jahren.

Justizministerin Hubig fordert Entkriminalisierung des Schwarzfahrens

Angesichts überlasteter Gerichte und Gefängnisse plädiert Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) für ein Ende der strafrechtlichen Verfolgung des Schwarzfahrens. "Aus meiner Sicht sprechen gute Gründe für eine Entkriminalisierung", sagte Hubig der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Dienstag. "Die Verfahren binden viele Ressourcen in der Justiz, die an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden könnten."

Ifo-Umfrage: Geschäftsklima in der Autoindustrie im März leicht verschlechtert

Das Geschäftsklima in der deutschen Autoindustrie hat sich im März etwas verschlechtert. Der vom Ifo ermittelte Indikator fiel von minus 15,7 Punkten im Februar auf minus 18,7 Punkte, wie das Münchner Institut am Dienstag mitteilte. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Lage demnach "deutlich schlechter" als im Februar - ihre Geschäftserwartungen dagegen stiegen.

Textgröße ändern: