Deutsche Tageszeitung - DAK-Chef Storm bringt erneut Teilkrankschreibung ins Spiel

DAK-Chef Storm bringt erneut Teilkrankschreibung ins Spiel


DAK-Chef Storm bringt erneut Teilkrankschreibung ins Spiel
DAK-Chef Storm bringt erneut Teilkrankschreibung ins Spiel / Foto: © AFP/Archiv

In der Debatte um die Höhe des Krankenstandes in Deutschland hat DAK-Chef Andreas Storm erneut eine Teilkrankschreibung ins Spiel gebracht. Dieses Instrument, das eingeschränktes Arbeiten erlaubt, habe sich "insbesondere in skandinavischen Ländern bewährt", sagte der Krankenkassen-Chef am Mittwoch im Bayerischen Rundfunk. Es könne auch hierzulande eingeführt werden, denn es würde die Krankenstandsquote "signifikant" senken.

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Eine Teilkrankschreibung erlaube es Arbeitnehmern, die nicht vollständig arbeitsfähig sind, teilweise zu arbeiten, etwa im Homeoffice oder bei Wiedereingliederung, führte Storm aus. Im europäischen Vergleich sei Deutschland zwar nicht Spitzenreiter, aber im oberen Drittel, was den Krankenstand angehe. Er führte dies teilweise auf die Umstellung zur elektronischen Erfassung der Krankenstände zurück, die eine genauere Datenerhebung ermögliche.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Baden-Württemberg den aus seiner Sicht zu hohen Krankenstand der Deutschen kritisiert. Im Schnitt kämen die Beschäftigten in Deutschland auf drei Wochen Krankschreibung. Als Ursache hierfür sieht Merz auch die Möglichkeit, sich telefonisch krankschreiben zu lassen. Diese Möglichkeit war 2021 während der Corona-Pandemie geschaffen worden. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte eine Überprüfung der telefonischen Krankschreibung an.

Der Hausärzteverband warnte die Bundesregierung vor einer Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Auswertungen der Krankenkassen bestätigten, dass diese nicht zu einem höheren Missbrauch bei Krankschreibungen führe.

Der frühere CDU-Politiker Storm sagte dem Bayerischen Rundfunk zu dieser Diskussion, möglicher Missbrauch müsse genauer angeschaut werden. Er schlug einen Gipfel im Kanzleramt vor, bei dem alle relevanten Akteure zusammenkommen, um über die Einführung neuer Instrumente zur Senkung des Krankenstands und die Zukunft der telefonischen Krankschreibung zu diskutieren.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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