Deutsche Tageszeitung - "Illegale" Werbetaktiken: Ryanair verliert vor Gericht in Belgien

"Illegale" Werbetaktiken: Ryanair verliert vor Gericht in Belgien


"Illegale" Werbetaktiken: Ryanair verliert vor Gericht in Belgien
"Illegale" Werbetaktiken: Ryanair verliert vor Gericht in Belgien / Foto: © AFP/Archiv

Die Billigfluggesellschaft Ryanair hat in Belgien eine gerichtliche Schlappe eingesteckt. Ein Gericht in Brüssel wies das Unternehmen an, innerhalb von drei Monaten eine Reihe "illegaler" Werbetaktiken einzustellen, wie aus einem Urteil hervorgeht, das der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag vorlag. Dabei geht es unter anderem um die irreführende Darstellung von Rabatten auf der Webseite und der Ryanair-App.

Textgröße ändern:

Die Verbraucherorganisation Testachat hatte Ryanair in ihrer Klage vorgeworfen, "irreführende, aggressive und unfaire" Methoden zu verwenden, um Verbraucherinnen und Verbraucher zum Kauf eines Flugtickets zu bringen. Das Gericht gab der Organisation in vier Punkten Recht, das Urteil erging den Dokumenten zufolge am vergangenen Mittwoch.

Ryanair wirbt demnach mit falschen Rabatten, bei denen ein höherer Ursprungspreis zu sehen ist, sodass der Preisnachlass größer erscheint. Außerdem zeigt die Internetseite an, Flüge seien fast ausgebucht, um Passagiere zum schnelleren Ticketkauf zu bewegen. Das Gericht kritisierte zudem, dass Ryanair Bündelpreise für Zusatzleistungen wie das Taxi zum Flughafen anbietet, ohne die Preise einzeln auszuweisen. Außerdem geht es um die Preise für zusätzliches Gepäck.

Ryanair muss die Methoden in Belgien nun innerhalb von drei Monaten einstellen. Anschließend würde dem Urteil zufolge ein Bußgeld von 5000 Euro pro Tag und Verstoß fällig. Das Unternehmen mit Sitz in Irland kann noch in Berufung gehen. Ryanair reagierte auf AFP-Anfrage zunächst nicht.

Die Organisation Testachat hatte in ihrer Klage eine Reihe weiterer Werbetaktiken kritisiert, verzichtet nach eigenen Angaben aber auf eine Revision. Die Verbraucherschützer würden nun das Gespräch mit Ryanair suchen, sagte der Sprecher Jean-Philippe Ducart. "Wir möchten, dass die Preise klar ausgewiesen werden und jede Dienstleistung separat aufgeführt ist", erklärte er. "Verbraucher haben das Recht, umfassend und ohne Manipulation informiert zu werden."

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

Trump kündigt "Rede an die Nation" für Donnerstag an

US-Präsident Donald Trump hat eine "Rede an die Nation" angekündigt. Er werde die Ansprache am Donnerstagabend um 21.00 Uhr (Freitagfrüh 03.00 Uhr MESZ) halten, schrieb Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Hintergrund ist die erneute militärische Eskalation mit dem Iran.

Intel investiert weitere fünf Milliarden Euro in Irland

Der Chiphersteller Intel will weitere fünf Milliarden Euro in Irland investieren. Mit dem Geld sollen die Kapazitäten zur Produktion hochmoderner Intel-Xeon-6-Prozessoren und künftiger Chip-Generationen erhöht werden, erklärte der Konzern am Montag. Außerdem trieben die Investitionen Forschung und Entwicklung in Irland voran. Dem Unternehmen zufolge kommen die in Irland produzierten Chips in Hochleistungsrechnern und Rechenzentren zum Einsatz.

Fraktionschef Miersch ruft SPD zu Geschlossenheit auf

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hat bei den SPD-Bundestagsabgeordneten für die schwarz-roten Reformen geworben und die Partei zur Geschlossenheit aufgerufen. In einem Brief, der dem Nachrichtenportal t-online laut Mitteilung vom Montag vorliegt, verteidigt Miersch unter anderem die beschlossenen Kürzungen bei den Krankenkassen.

Mögliche Stellenstreichungen: VW-Chef Blume nennt erstmals öffentlich Zahlen

Der Chef des Volkswagen-Konzerns, Oliver Blume, hat sich erstmals öffentlich konkreter zu möglichen weiteren Stellenstreichungen geäußert. In einem im Intranet des Konzerns veröffentlichten Interview, das der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag, spricht Blume von 50.000 Stellen weltweit: Rein rechnerisch müssten zusätzlich zu bisherigen Schritten in dieser Größenordnung Jobs abgebaut werden, um die Gemeinkosten auf ein "wettbewerbsfähiges Niveau" zu bringen.

Textgröße ändern: