Deutsche Tageszeitung - Zahl der Eheschließungen auf niedrigstem Stand seit 1950

Zahl der Eheschließungen auf niedrigstem Stand seit 1950


Zahl der Eheschließungen auf niedrigstem Stand seit 1950
Zahl der Eheschließungen auf niedrigstem Stand seit 1950 / Foto: © AFP/Archiv

Die Zahl der Eheschließungen in Deutschland ist auf den niedrigsten Stand seit fast 75 Jahren gesunken. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, wurden im Jahr 2024 noch 349.200 Ehen geschlossen. Damit hätten sich so wenige Menschen das Ja-Wort gegeben wie seit 1950 nicht mehr.

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Der Anteil der Verheirateten in der Bevölkerung liegt mittlerweile unter 50 Prozent, wie die Statistiker weiter mitteilten. 30 Jahre zuvor waren demnach noch 60 Prozent aller Erwachsenen verheiratet.

Ein Grund dafür ist den Statistikern zufolge auch, dass Menschen bei ihrer ersten Heirat immer älter sind. Das Durchschnittsalter bei der Eheschließung stieg demnach binnen 30 Jahren um rund sechs Jahre. Im Jahr 2024 waren Frauen bei ihrer ersten Heirat im Schnitt 32,9 Jahre alt, Männer 35,3 Jahre.

Mehr als drei Viertel (79 Prozent) der 698.400 Ehepartner heirateten 2024 zum ersten Mal, wie die Statistiker weiter mitteilen. Gut 97 Prozent der Ehen schlossen Paare unterschiedlichen Geschlechts und knapp drei Prozent Paare gleichen Geschlechts.

Die Zahl der volljährigen ledigen Menschen stieg in den letzten Jahrzehnten gleichzeitig deutlich: Ende 2024 waren 23,1 Millionen Menschen ab 18 Jahren nicht verheiratet, verwitwet oder geschieden. 1994 waren nur gut 16 Millionen Volljährige ledig. Der Anteil der Ledigen an der Bevölkerung ab 18 Jahren stieg damit binnen 30 Jahren von 24 auf gut 33 Prozent.

Allerdings halten Ehen inzwischen auch wieder länger als früher: 2024 lag die Durchschnittsdauer einer Ehe bis zur Scheidung bei 14,7 Jahren. Im Jahr 1994 waren Ehepaare bis zur Scheidung im Schnitt noch 12,0 Jahre verheiratet.

2024 wurden gut 129.300 Ehen geschieden. Dies war etwas mehr (plus 0,3 Prozent) als im Vorjahr, als der niedrigste Stand seit der deutschen Vereinigung erreicht wurde.

Im EU-Vergleich wird in Deutschland etwas häufiger geheiratet: Im Jahr 2023 gab es hierzulande 4,3 Eheschließungen je 1000 Einwohnerinnen und Einwohner, das waren etwas mehr als im EU-Schnitt (4,0 Eheschließungen).

(L.Svenson--DTZ)

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