Deutsche Tageszeitung - Befragung: Mittelstand setzt wegen Trump vermehrt auf Deutschland und Europa

Befragung: Mittelstand setzt wegen Trump vermehrt auf Deutschland und Europa


Befragung: Mittelstand setzt wegen Trump vermehrt auf Deutschland und Europa
Befragung: Mittelstand setzt wegen Trump vermehrt auf Deutschland und Europa / Foto: © AFP/Archiv

Der deutsche Mittelstand setzt einer Unternehmensbefragung zufolge angesichts der erratischen Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump zunehmend auf den Heimatmarkt. "Um Abhängigkeiten zu vermindern, strebt der Mittelstand eine höhere Diversifizierung an", erklärte die DZ Bank, die mehr als tausend Inhaber und Geschäftsführer mittelständischer Firmen befragte. "Vor allem die stärkere Ausrichtung auf europäische Nachbarn und die Rückbesinnung auf den Heimatmarkt sollen dabei helfen."

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Der Unternehmensbefragung zufolge sind zwar nur zwölf Prozent der Mittelständler direkt von Trumps Zöllen betroffen. "Fast die Hälfte spürt aber indirekte Auswirkungen über Kunden und Zulieferer", erklärte die DZ Bank.

Die Bank hatte die Unternehmen im Frühjahr 2025 erstmals befragt. Im Sommer einigte sich die EU mit der US-Regierung und akzeptierte in vielen Bereichen einen höheren Zollsatz von 15 Prozent. In der Umfrage im Herbst 2025 gaben noch 44 Prozent der Befragten an, indirekt von den US-Zöllen betroffen zu sein, etwa weil Zulieferer die Preise erhöhten. Im Frühjahr waren es 50 Prozent gewesen.

Die Unsicherheit blieb aber hoch. Im Herbst gaben 23 Prozent der befragten Mittelständler an, wegen der wechselhaften US-Politik unter mangelnder Planungssicherheit zu leiden. Spätestens mit dem Streit um Grönland im Januar zeigte sich dies: Trump drohte erneut mit hohen Zöllen, die Vereinbarung vom Sommer wäre wohl hinfällig gewesen.

Die fehlende Planungssicherheit belastet laut Umfrage bestimmte Branchen überdurchschnittlich. Im Metall-, Automobil- und Maschinenbau etwa sind vier von zehn Unternehmen betroffen. Auch die Elektro- und Chemieindustrie sei "angesichts ihrer tendenziell stärkeren Auslandsorientierung weit überdurchschnittlich betroffen".

Zu den US-Problemen kommt die Abhängigkeit von China, die viele Mittelständler mittlerweile ebenfalls als Problem sehen. Auch dies "fördert die Rückbesinnung auf den Heimatmarkt", erklärte die DZ Bank. Jeder zweite Mittelständler plane, sowohl Einkauf als auch Absatz seiner Waren näher vor die eigene Haustür zu bringen. Die USA und China haben zudem deutlich an Attraktivität für Investitionen eingebüßt.

Wachsende Chancen sehen die Unternehmer neben europäischen Partnerstaaten vor allem in Indien. "Die geplante Vertiefung der Handelsbeziehungen zwischen Indien und der Europäischen Union ist für den deutschen Mittelstand äußerst attraktiv", erklärte Stefan Beismann von der DZ Bank. "Indien ist einer der größten aufstrebenden Märkte, der bislang aufgrund hoher Zölle für ausländische Unternehmen schwierig zu begehen war."

(W.Novokshonov--DTZ)

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