Deutsche Tageszeitung - Tarifverhandlungen mit Lokführergesellschaft: Bahn legt erstes Angebot vor

Tarifverhandlungen mit Lokführergesellschaft: Bahn legt erstes Angebot vor


Tarifverhandlungen mit Lokführergesellschaft: Bahn legt erstes Angebot vor
Tarifverhandlungen mit Lokführergesellschaft: Bahn legt erstes Angebot vor / Foto: © AFP

In den Tarifverhandlungen mit der Lokführergewerkschaft GDL hat die Deutsche Bahn (DB) ihr erstes Angebot vorgelegt. Es sehe "Lohnerhöhungen von in Summe sechs Prozent vor", erklärte das Unternehmen am Dienstag. Demnach sollen "Tabellenentgelte in zwei Schritten um 3,8 Prozent steigen, zusätzlich steht ein Budget von 2,2 Prozent für Strukturanpassungen zur Verfügung". Die GDL pochte auf Nachbesserungen, sie kritisierte vor allem die Laufzeit.

Textgröße ändern:

Zu den von der DB angebotenen Strukturanpassungen gehöre etwa die von der GDL geforderte Einführung einer neuen Entgeltstufe, teilte der Konzern mit. Zudem sei eine Einmalzahlung von 400 Euro vorgesehen. Die Laufzeit soll demnach 30 Monate von Anfang dieses Jahres bis zum 30. Juni 2028 betragen. DB-Personalvorstand Martin Seiler sprach von einem "guten und sehr weitreichendem Angebot", mit dem der Konzern die "Kernforderungen der GDL" abbilde und "ein klares Signal" sende.

"Auf dem Papier" sehe das Angebot von insgesamt sechs Prozent "nach Bewegung" aus, erklärte GDL-Bundesvorsitzender Mario Reiß. Doch angesichts der vorgesehenen Laufzeit "relativiert sich die Zahl deutlich". "Wir sprechen hier nicht einmal von einem echten Inflationsausgleich und bewegen uns faktisch unterhalb dessen, was langfristig rentenwirksam spürbar wäre", kritisierte Reiß. Das Angebot bilde nun die Grundlage für die weiteren Verhandlungstage - nur mit Nachbesserungen sei ein möglicher Abschluss in Sichtweite, betonte der GDL-Chef.

Die GDL fordert unter anderem acht Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten; darin enthalten ist eine Erhöhung der Zulagen.

Die aktuellen Tarifverträge der Bahn mit der GDL waren am 31. Dezember 2025 ausgelaufen. Beide Seiten hatten schon im Vorfeld der Verhandlungen eine zweimonatige Verhandlungsphase mit Friedenspflicht vereinbart - Fahrgäste der Bahn müssen also bis Ende Februar keine Streiks fürchten.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

US-Handelsbeauftragter fordert von Großbritannien mehr Distanz zur EU

Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer hat Großbritannien zu mehr Distanz zur EU aufgefordert. Es sei ein "Problem" für die USA, wenn London in Handelsfragen weiterhin darauf verweise, zuerst noch mit Brüssel reden zu müssen, sagte Greer der "Financial Times" (Freitag). Trotz des Brexit entscheide sich Großbritannien weiterhin "für Brüssel statt für Amerika".

Anschläge auf Stromversorgung: Polizei fahndet nach Verdächtigem

Nach den Anschlägen auf Umspannwerke in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg fahndet die Polizei nach einem Tatverdächtigen. "Uns liegt ein Bekennerschreiben vor, und wir gehen den Hinweisen nach", sagte ein Polizeisprecher in Köln am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Gesucht werde nach dem mutmaßlichen Verfasser, der sich zu den Sabotageaktionen in beiden Bundesländern bekannt haben soll.

Weniger Ransomware-Angriffe auf Unternehmen - jedes fünfte Opfer zahlt

Die Zahl der sogenannten Ransomware-Angriffe auf Unternehmen hat sich zuletzt verringert. In einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom gaben 45 Prozent der befragten Betriebe an, in den vergangenen zwölf Monaten Opfer eines solchen Cyber-Angriffs geworden zu sein. Ein Jahr zuvor waren es 58 Prozent.

Einstimmiger Beschluss im Aufsichtsrat: VW streicht 50.000 weitere Stellen

Die Einigung kam überraschend und sie ist einstimmig: Bei Volkswagen werden in den kommenden Jahren weltweit weitere 50.000 Stellen gestrichen, vier Werke in Deutschland stehen ab 2031 bis 2034 auf der Kippe. Das beschloss der Aufsichtsrat des Konzerns am Donnerstagabend. Vorstandschef Oliver Blume äußerte sich zufrieden; IG Metall und Betriebsrat betonten, eine "gefährliche Eskalation des Konflikts" sei verhindert worden.

Textgröße ändern: