Deutsche Tageszeitung - Nexperia-Skandal: Amsterdamer Gericht ordnet Ermittlungen wegen Misswirtschaft an

Nexperia-Skandal: Amsterdamer Gericht ordnet Ermittlungen wegen Misswirtschaft an


Nexperia-Skandal: Amsterdamer Gericht ordnet Ermittlungen wegen Misswirtschaft an
Nexperia-Skandal: Amsterdamer Gericht ordnet Ermittlungen wegen Misswirtschaft an / Foto: © AFP/Archiv

Im Streit zwischen den Niederlanden und China um den Halbleiterproduzenten Nexperia hat ein Gericht in Amsterdam nun Ermittlungen zu Vorwürfen der Misswirtschaft angeordnet. Nexperia mit Sitz in Nijmegen gehört zum chinesischen Konzern Wingtech, Unternehmenschef Zhang Xuezheng war im Oktober suspendiert worden. Das Amsterdamer Gericht erklärte am Mittwoch, es gebe "berechtigte Gründe, an der Vertrauenswürdigkeit und Unternehmensführung von Nexperia zu zweifeln".

Textgröße ändern:

Nexperia ist ein wichtiger Großlieferant von einfachen Halbleitern, die etwa in elektronischen Steuergeräten von Fahrzeugelektroniksystemen zum Einsatz kommen. Die Niederlande hatten das Unternehmen im September unter Verweis auf Sicherheitsbedenken unter staatliche Kontrolle gestellt - und damit in Peking Empörung ausgelöst.

China belegte Nexperia-Produkte mit einem Exportverbot, was zu einem gravierenden Chip-Mangel vor allem bei Autozulieferern und -herstellern in Europa führte. Nexperia-Halbleiter werden zwar in Europa produziert, zur Weiterverarbeitung jedoch häufig nach China verschickt, bevor sie dann zu den europäischen Kunden reexportiert werden.

Im November lenkte die niederländische Regierung vorerst ein und setzte die staatliche Kontrolle über den Chip-Hersteller aus. Seit Mitte Januar prüfte die auf Unternehmensverfahren spezialisierte Kammer des Amsterdamer Gerichts die Einleitung von Ermittlungen. Insbesondere die europäischen Führungskräfte von Nexperia hatten eine gründliche Untersuchung und die dauerhafte Suspendierung Zhangs gefordert.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Diamantenkonzern De Beers will Südafrikas größte Mine zwei Jahre stilllegen

Der Diamantenkonzern De Beers will seine Produktion im größten Diamantenbergwerk Südafrikas zugunsten von Kosteneinsparungen für zwei Jahre auf Eis legen. Die Marktbedingungen für Diamanten würden "voraussichtlich kurzfristig herausfordernd" bleiben, erklärte das Unternehmen am Montag. De Beers beabsichtige, die "Produktion in der Venetia-Mine in Südafrika für zwei Jahre auszusetzen, um die Kosten zu senken und zugleich die Investitionen in sein Untertageprojekt neu zu staffeln".

Größte Eskalation im Iran-Krieg seit Vereinbarung der Waffenruhe Anfang April

Der wieder aufgeflammte Konflikt um die Straße von Hormus hat zu der größten Eskalation im Iran-Krieg seit der Vereinbarung über eine Waffenruhe zwischen Washington und Teheran Anfang April geführt. Das US-Militär erklärte, in der Nacht zum Montag dutzende Ziele im Iran beschossen zu haben. Die iranischen Revolutionsgarden griffen nach eigenen Angaben US-Militärziele in Jordanien, Kuwait, Bahrain und im Oman an.

Reichinnek zu Kürzungen bei Unterhaltsvorschuss: "Nächster Tiefschlag für Kinder"

Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek hat die von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) geplanten Einschnitte beim staatlichen Unterhaltsvorschuss scharf kritisiert. "Es ist mal wieder soweit - die Bundesregierung beweist, dass sie immer noch tiefer sinken kann, als man es für möglich gehalten hätte", sagte Reichinnek am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Nach Kürzungen beim Elterngeld und der Streichung des Kindersofortzuschlags plane Prien "den nächsten Tiefschlag für Alleinerziehende und ihre Kinder".

Verbraucher müssen deutlich mehr für Flüge und Pauschalreisen zahlen

Das Reisen per Flugzeug ist in den ersten sechs Monaten des Jahres deutlich teurer geworden. Die Tickets für internationale Flüge verteuerten sich im Vorjahresvergleich um 8,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Auch Pauschalreisen kosteten im ersten Halbjahr 2026 mehr. Der Iran-Krieg ab Ende Februar und die weitgehende Blockade der Straße von Hormus hatten einen sprunghaften Anstieg des Kerosinpreises ausgelöst.

Textgröße ändern: