Deutsche Tageszeitung - "Deutschland-Monitor": Zustimmung zur Demokratie groß - Kritik an Funktionieren

"Deutschland-Monitor": Zustimmung zur Demokratie groß - Kritik an Funktionieren


"Deutschland-Monitor": Zustimmung zur Demokratie groß - Kritik an Funktionieren
"Deutschland-Monitor": Zustimmung zur Demokratie groß - Kritik an Funktionieren / Foto: © AFP/Archiv

Die allermeisten Menschen in Deutschland stimmen der Idee der Demokratie zu - doch nur 60 Prozent sind derzeit mit dem Funktionieren der Demokratie zufrieden. In Ostdeutschland sagt das mit 51 Prozent sogar nur etwas mehr als die Hälfte, wie der am Donnerstag vorgestellte "Deutschland-Monitor 2025" ergab.

Textgröße ändern:

Den Ergebnissen der Befragung zufolge teilt außerdem jede beziehungsweise jeder Fünfte (21 Prozent) in Deutschland populistische Einstellungen. Auch hier fällt der Anteil im Osten mit 28 Prozent höher aus als im Westen mit 20 Prozent.

"Es ist gut, dass die Demokratie als Staatsform von den Bürgerinnen und Bürgern vollumfänglich befürwortet wird. Auch im Osten", sagte die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), anlässlich der Vorstellung des Berichts. Die geringe Zufriedenheit mit der Funktionsweise der Demokratie sei aber "bedenklich".

Sie sehe das als Aufruf, soziale Aspekte in den Mittelpunkt zu stellen, sagte Kaiser weiter. Denn die Menschen seien oft unzufrieden, "wenn sie das Gefühl haben, es geht sozial ungerecht zu und die Lebensbedingungen sind schlecht".

Die Studie habe zugleich ergeben, dass die Menschen in Deutschland "nicht veränderungsmüde" seien, hieß es weiter. So zeigten sich laut Studie 23 Prozent offen für gesellschaftlichen Wandel und nehmen ihn als Chance wahr. Gut die Hälfte der Befragten (52 Prozent) steht dem Wandel ambivalent gegenüber, und nur gut ein Viertel (26 Prozent) äußert sich kritisch und verbindet Veränderungen primär mit Risiken.

Der Studie zufolge zeigen sich beim Thema Veränderung kaum Ost-West-Unterschiede. Eine Ausnahme bilden jedoch strukturschwache Regionen in Ostdeutschland, dort ist die Veränderungsskepsis der Studie zufolge "überdurchschnittlich groß".

Die repräsentative Studie wurde gemeinsam vom Zentrum für Sozialforschung Halle, der Universität Jena sowie dem Leibniz-Institut Gesis erstellt und wird von der Ostbeauftragten gefördert. Im April und Mai 2025 wurden dazu 4005 Menschen ab 16 Jahren aus der deutschsprachigen Bevölkerung befragt. Für eine regionale Vertiefungserhebung wurden von Juli bis September 2025 noch einmal 4018 Interviews geführt.

(G.Khurtin--DTZ)

Empfohlen

Kassenärzte-Chef Gassen warnt bei Kürzungen vor deutlich längeren Wartezeiten

Kassenärzte-Chef Andreas Gassen hat bei einer Umsetzung der Kürzungsempfehlungen für die niedergelassenen Mediziner vor deutlich längeren Wartezeiten auf einen Facharzttermin gewarnt. "Wenn die Politik den Kürzungsvorschlägen der Kommission eins zu eins folgt, dann müssen sich die Patienten darauf einstellen, schon bald 50 Tage und mehr auf einen Facharzttermin zu warten", sagte Gassen den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Montagsausgaben).

Serbiens Präsident: Sprengstoff nahe Gaspipeline nach Ungarn entdeckt

Nach Angaben des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic sind zwei Rucksäcke mit Sprengstoff in der Nähe einer nach Ungarn führenden Gaspipeline gefunden worden. Die Rucksäcke, die "zwei große Pakete Sprengstoff mit Zündern" enthielten, seien von der Polizei und Armee entdeckt worden, erklärte Vucic am Sonntag. Der ungarische Oppositionspolitiker Peter Magyar sprach von einer mutmaßlichen "Aktion unter falscher Flagge" kurz vor der ungarischen Parlamentswahl.

Dax-Dividenden steigen auf neues Rekordniveau

Die im Deutschen Aktienindex (Dax) gelisteten Konzerne schütten in diesem Jahr trotz der anhaltenden Konjunkturkrise mehr Geld an ihre Aktionäre aus als je zuvor. Insgesamt zahlen die 40 Dax-Konzerne 55,3 Milliarden Euro an Dividenden aus, ergab eine am Sonntag vom Beratungsunternehmen EY veröffentlichte Analyse. Dies entspricht demnach im Vergleich zum Vorjahr 3,1 Milliarden Euro oder 5,9 Prozent mehr.

"Wunderschöner Anblick": Artemis-Crew hat Hälfte der Strecke zum Mond zurückgelegt

Die Astronauten der Artemis-2-Mission haben mehr als die halbe Strecke zum Mond zurückgelegt und einen fantastischen Blick auf den Erdtrabanten wie auch die Erde. "Wir können den Mond gerade aus der Luke sehen, es ist ein wunderschöner Anblick", sagte die US-Astronautin Christina Koch am Samstagmorgen (MESZ) während einer Live-Übertragung der Nasa. Die US-Raumfahrtbehörde veröffentlichte derweil faszinierende Aufnahmen von der Erde, die von der Orion-Raumkapsel aus aufgenommen wurden.

Textgröße ändern: