Deutsche Tageszeitung - Lagarde äußert sich nach Spekulationen über vorzeitigen Abgang - bleibt aber vage

Lagarde äußert sich nach Spekulationen über vorzeitigen Abgang - bleibt aber vage


Lagarde äußert sich nach Spekulationen über vorzeitigen Abgang - bleibt aber vage
Lagarde äußert sich nach Spekulationen über vorzeitigen Abgang - bleibt aber vage / Foto: © AFP

Angesichts der neuen Spekulationen über ihren vorzeitigen Abgang als EZB-Chefin hat sich Christine Lagarde selbst geäußert: Sie deutete in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" an, sie könne die vollen acht Jahre an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) bleiben, also bis Oktober 2027. Direkt kommentierte sie die Spekulationen nicht.

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Lagarde sagte der Zeitung am Donnerstag: "Wenn ich auf all diese Jahre zurückblicke, denke ich, dass wir viel erreicht haben, dass ich viel erreicht habe. Wir müssen das konsolidieren und sicherstellen, dass es wirklich solide und verlässlich ist. Meine Grundannahme ist daher, dass dies bis zum Ende meiner Amtszeit dauern wird." Ihre Aufgabe sei Preis- und Finanzstabilität - sowie "den Euro zu schützen und sicherzustellen, dass er solide und stark und für die Zukunft Europas gerüstet ist".

Die "Financial Times" hatte am Mittwoch berichtet, Lagarde könne aus politischen Gründen vorzeitig aus dem Amt scheiden. Demnach soll die wichtige Personalie vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich im April 2027 entschieden werden, so dass bei einem Sieg der Rechtspopulisten eine mögliche Hängepartie bei der Besetzung des Postens vermieden werde.

Die EZB ist unabhängig von der Politik. Sie legt die Leitzinsen im Euroraum fest und hat damit viel Einfluss auf Inflation und Wirtschaftswachstum. Der Präsident oder die Präsidentin wird aber von den Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone mit qualifizierter Mehrheit ernannt. Die Nominierung der Französin Lagarde 2019 war als Teil einer "Paketlösung" gesehen worden - gleichzeitig wurde die Deutsche Ursula von der Leyen erstmals EU-Kommissionspräsidentin.

Zur Kritik, ein vorzeitiger Rückzug aus politischen Gründen würde die Zentralbank politisieren, sagte Lagarde dem "Wall Street Journal": "Ich denke, die EZB ist eine sehr angesehene und glaubwürdige Institution, und ich hoffe, dass ich dazu beigetragen habe."

Bereits im vergangenen Jahr war spekuliert worden, Lagarde könne vorzeitig abtreten - um Chefin des Weltwirtschaftsforums (WEF) zu werden. Damals sagte sie, sie sei entschlossen, ihr Amt die volle Amtszeit auszuüben. Jetzt sagte sie dem "Wall Street Journal", das WEF sei "eine von vielen Optionen", die sie nach ihrem Ausscheiden aus der EZB in Erwägung ziehe.

(P.Tomczyk--DTZ)

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