Deutsche Tageszeitung - Baden-Württemberg: Grünen-Kandidat Özdemir will parteiübergreifend regieren

Baden-Württemberg: Grünen-Kandidat Özdemir will parteiübergreifend regieren


Baden-Württemberg: Grünen-Kandidat Özdemir will parteiübergreifend regieren
Baden-Württemberg: Grünen-Kandidat Özdemir will parteiübergreifend regieren / Foto: © AFP/Archiv

Der Grünen-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, Cem Özdemir, will bei einem Sieg am Sonntag ohne übertriebene Rücksicht auf Parteiinteressen regieren. "Wenn eine gute Idee von jemanden kommt, der bei der CDU ist, wird sie deshalb ja nicht falsch", sagte Özdemir am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". "Nicht jede Idee, die aus meiner Partei kommt, muss immer richtig sein", ergänzte er.

Textgröße ändern:

Für einen Ministerpräsidenten müsse "das Landesinteresse im Zentrum" stehen, sagte der aus Baden-Württemberg stammende Özdemir. Aktuelle Energiepreissteigerungen durch den Iran-Krieg wertete er als Argument für erneuerbare Energien. Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten sei "schlecht für die Souveränität des Landes". Der Ausbau erneuerbarer Energien sei "gute Politik", die zu Wertschöpfung im Inland führe.

In Baden-Württemberg wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Laut Umfragen kündigt sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Grünen und der CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Manuel Hagel an. In einer am Donnerstagabend veröffentlichten Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF lagen beide Parteien gleichauf bei jeweils 28 Prozent.

Derzeit regieren Grüne und CDU in Baden-Württemberg gemeinsam, wobei die Grünen der größere Partner sind und mit Winfried Kretschmann den Ministerpräsident stellen. Dieser tritt nicht erneut an. Kandidat der Grünen ist der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Bundesländer fordern umfassende Bafög-Reform

Die Bundesländer fordern die Bundesregierung zu einer umfassenden Bafög-Reform auf. Der Bundesrat stimmte am Freitag für eine entsprechende Initiative mehrerer Länder. Die Länder weisen darauf hin, dass derzeit nur rund zwölf Prozent der Studierenden Bafög erhalten, das sei der niedrigste Wert seit dem Jahr 2000. Die Bundesregierung solle daher die im Koalitionsvertrag vorgesehenen Maßnahmen in einem umfassenden Reformschritt umsetzen. Der Forderung schlossen sich zahlreiche Verbände an.

Axel-Springer-Verlag kauft britische Zeitung "The Telegraph"

Der Axel-Springer-Verlag übernimmt die britische Zeitung "The Telegraph". Das Berliner Unternehmen erklärte am Freitag, eine Vereinbarung über den Kauf der Telegraph Media Group (TMG) zum Preis von 575 Millionen Pfund (662,4 Millionen Euro) erzielt zu haben. Ziel sei es nun, den 170 Jahre alten "Telegraph" zum "meistgelesenen und intellektuell inspirierenden, bürgerlich-konservativen Medium der englischsprachigen Welt zu machen", erklärte Springer-Chef Mathias Döpfner.

Pünktlichkeit der Bahn im Februar verbessert - aber weiter unter 60 Prozent

Die Pünktlichkeit der Züge im Fernverkehr der Deutschen Bahn hat sich im Februar im Vergleich zum katastrophalen Januar-Wert verbessert. Allerdings kamen weiterhin nur drei von fünf Zügen mit weniger als sechs Minuten Verspätung ans Ziel, wie die Bahn am Freitag mitteilte. "Die extreme Winterlage mit langanhaltendem Frost führte noch bis Mitte Februar zu teils starken regionalen Auswirkungen im Schienennetz", erklärte sie dazu.

Elf Tote durch keimverseuchte Wurst: Prozess um Skandalfirma startet im Juli in Hessen

Sieben Jahre nach einem Lebensmittelskandal um mit Bakterien verseuchte Fleisch- und Wurstwaren des hessischen Herstellers Wilke beginnt am 6. Juli ein Prozess gegen drei frühere Firmenverantwortliche wegen elffacher fahrlässiger Tötung. Das teilte das Landgericht Kassel am Freitag mit. Ihnen werden unter anderem auch fahrlässige Körperverletzung in sieben Fällen und gesundheitsgefährdendes Inverkehrbringen von Lebensmitteln vorgeworfen. Für den Prozess sind Termine bis Mitte August angesetzt.

Textgröße ändern: