Deutsche Tageszeitung - Mögliche Freigabe strategischer Ölreserven: IEA beruft Sondersitzung ein

Mögliche Freigabe strategischer Ölreserven: IEA beruft Sondersitzung ein


Mögliche Freigabe strategischer Ölreserven: IEA beruft Sondersitzung ein
Mögliche Freigabe strategischer Ölreserven: IEA beruft Sondersitzung ein / Foto: © AFP/Archiv

Die Internationale Energie-Agentur (IEA) hat mit Blick auf eine mögliche Freigabe von Notfall-Ölvorräten eine Sondersitzung noch am Dienstag einberufen. Es gehe darum, "die aktuelle Versorgungssicherheit und Marktsituation zu bewerten und eine anschließende Entscheidung darüber zu unterstützen, ob die Notfallvorräte der IEA-Länder dem Markt zur Verfügung gestellt werden sollen", erklärte der IEA-Vorsitzende Fatih Birol nach einem Treffen der G7-Energieminister.

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"Auf den Ölmärkten haben sich die Bedingungen in den vergangenen Tagen verschlechtert", betonte Birol. Dies erkläre sich durch die Probleme beim Transit durch die Straße von Hormus sowie durch die Einschränkung der Ölproduktion.

Die Mitgliedsländer der IEA verfügten derzeit über 1,2 Milliarden Barrel Ölreserven. Hinzu kämen weitere 600 Millionen Barrel industrieller Vorräte.

In den vergangenen Tagen hatten sich Rufe gemehrt, strategische Ölreserven zu nutzen, um Preisanstiege zu verhindern. Die Vorsitzende des Rats der sogenannten Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, sagte, die strategischen Ölreserven der G7-Staaten seien "genau für solche Krisensituationen" wie aktuell aufgebaut worden. Sie seien schon in früheren Krisensituationen eingesetzt worden, um die Preise zu stabilisieren, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die G7-Staaten hatten eine Freigabe ihrer Ölreserven am Montag zunächst abgelehnt. "Wir sind noch nicht so weit", hatte Frankreichs Finanzminister Roland Lescure nach einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen aus Deutschland, den USA, Japan, Kanada, Großbritannien und Italien gesagt.

Eine Freigabe der Vorräte im großen Stil würde von der IEA koordiniert werden. Zu ihren Mitgliedern gehören weitere europäische Länder und Staaten wie Mexiko, Israel und Australien.

Die IEA und auch die EU verpflichten ihre Mitglieder, ständig Ölbestände vorzuhalten, die mindestens 90 Tagen ihrer Netto-Importe entsprechen. Seit Gründung der IEA 1974 gab es fünf koordinierte Freigaben: vor dem zweiten Golfkrieg 1991, nach den Hurrikanen Katrina und Rita 2005, während des Bürgerkriegs in Libyen 2011 und zweimal nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022.

(V.Korablyov--DTZ)

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