Deutsche Tageszeitung - CDU pocht auf "harte Schuldenbremse"

CDU pocht auf "harte Schuldenbremse"


CDU pocht auf "harte Schuldenbremse"
CDU pocht auf "harte Schuldenbremse" / Foto: © AFP

In der Debatte um eine Reform der Schuldenbremse warnt die CDU vor einer Aufweichung der geltenden Regelung. Der haushaltspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Christian Haase (CDU), sprach sich in der "Rheinischen Post" (Mittwochsausgabe) für eine "harte Schuldenbremse" aus. "Die bisherige Schuldenbremse ist ein Erfolgsmodell." Nicht die derzeit geltende Schuldenbremse sei das Problem, sondern unter anderem "rasant steigende Ausgaben".

Textgröße ändern:

Der CDU-Haushaltspolitiker kritisierte, dass die meisten Befürworter einer Reform damit nur größere Verschuldungsspielräume verbinden würden. "Es geht ihnen um noch mehr Schulden statt weniger. Dies ist nicht mein Verständnis". Er wolle "nicht in eine Endlosschleife des Schuldenmachens mit explodierenden Zinskosten und nicht mehr beherrschbaren Staatsfinanzen geraten", betonte Haase.

SPD-Politiker sprachen sich hingegen für eine umfassende Reform der Schuldenbremse aus. Der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Thorsten Rudolph, sagte der "Rheinischen Post": "Wir brauchen eine modernisierte Schuldenregel mit Investitionsbooster, damit wir unsere öffentliche Infrastruktur dauerhaft instandhalten können."

Ähnlich äußerte sich SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf. "Die Reform der Schuldenbremse ist im Koalitionsvertrag fest vereinbart und bleibt weiterhin dringend notwendig für die Zukunft unseres Landes", sagte er der "Rheinischen Post". Die SPD erwarte von der Union, dass sie zur gemeinsamen Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag stehe.

Am Montag war Merz bei der Frage der weiteren Lockerung der Schuldenbremse auf Distanz zum Koalitionspartner gegangen. Er habe bereits mehrfach betont, "eine weitere Verschuldung kommt nicht infrage", sagte der Bundeskanzler. "Die Schuldentragfähigkeit ist nach meiner Einschätzung bereits erreicht. Mehr geht nicht."

Bei ihrem Parteitag in Stuttgart im Februar hatten die CDU-Delegierten einen Beschluss gefasst, wonach die im Koalitionsvertrag vorgesehene "Modernisierung der Schuldenbremse" nicht "in ihrer weiteren Aufweichung bestehen" dürfe.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Ministerin Reiche: Spritpreiserhöhungen künftig nur noch einmal am Tag möglich

Angesichts der stark gestiegenen Kraftstoffpreise in Deutschland infolge des Iran-Kriegs hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche angekündigt, dass Tankstellen ihre Preise künftig nur noch einmal am Tag erhöhen dürfen. Preissenkungen dagegen seien jederzeit zulässig, sagte die Ministerin am Mittwoch in Berlin. Die Regierung wolle das Modell, das in Österreich bereits gilt, "so schnell wie möglich" einführen.

Regierungskreise: Deutschland gibt Teil der Ölreserven frei

Angesichts der stark gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs gibt Deutschland einen Teil seiner Ölreserven frei. Das verlautete am Mittwoch aus Regierungskreisen in Berlin. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat für 12.00 Uhr ein Statement angekündigt.

Hamburg-Berlin: Bahn kündigt vollständige Wiederinbetriebnahme für Mitte Juni an

Bei der wetterbedingten Verzögerung der Generalsanierung auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin ist nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) ein Ende absehbar: Ab dem 15. Mai könnten zunächst wieder Züge über den nördlichen Streckenabschnitt fahren, teilte die DB am Mittwoch mit. Ab 14. Juni soll dann die "komplette Wiederinbetriebnahme der gesamten Strecke" erfolgen - gut sechs Wochen später als ursprünglich geplant.

Ölpreise steigen wieder deutlich

Nach einem Rückgang am Dienstag sind die Ölpreise am Mittwoch wieder gestiegen. Der Preis für die Nordseesorte Brent kletterte im europäischen Handel im Vergleich zum Vortag bis zum Vormittag um fünf Prozent auf 92,23 Dollar. Die US-Sorte WTI stieg sogar um 5,9 Prozent auf 88,38 Dollar.

Textgröße ändern: