Deutsche Tageszeitung - Hamburg-Berlin: Bahn kündigt vollständige Wiederinbetriebnahme für Mitte Juni an

Hamburg-Berlin: Bahn kündigt vollständige Wiederinbetriebnahme für Mitte Juni an


Hamburg-Berlin: Bahn kündigt vollständige Wiederinbetriebnahme für Mitte Juni an

Bei der wetterbedingten Verzögerung der Generalsanierung auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin ist nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) ein Ende absehbar: Ab dem 15. Mai könnten zunächst wieder Züge über den nördlichen Streckenabschnitt fahren, teilte die DB am Mittwoch mit. Ab 14. Juni soll dann die "komplette Wiederinbetriebnahme der gesamten Strecke" erfolgen - gut sechs Wochen später als ursprünglich geplant.

Textgröße ändern:

Das umfangreiche Sanierungsvorhaben, für das die vielbefahrene Zugstrecke ab dem 1. August vergangenen Jahres voll gesperrt worden war, sollte eigentlich bis zum 30. April abgeschlossen sein. Mitte Februar hatte die Bahn jedoch mitgeteilt, dass sich die Generalsanierung verzögert - Grund sei das anhaltende Winterwetter mit starkem Frost.

"Der außergewöhnlich starke und langwierige Wintereinbruch in Norddeutschland hat unsere eingeplanten Zeitpuffer aufgebraucht", erklärte der für Infrastrukturplanung zuständige Vorstand der Konzerntochter DB Infrago, Gerd-Dietrich Bolte, am Mittwoch. "Das ärgert uns mindestens genauso sehr wie alle betroffenen Reisenden und Güterverkehrskunden, für deren Geduld wir uns ausdrücklich bedanken wollen", fügte er hinzu.

Gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen habe die Bahn "alles versucht, um die Verzögerungen so gut wie möglich aufzuholen", führte Bolte aus. "Das ist uns bedauerlicherweise trotz gewaltiger Anstrengungen aller Beteiligten nicht ganz gelungen." Das zweistufige Inbetriebnahme-Konzept ermögliche nun die "auch weiterhin dringend notwendigen Baumaßnahmen angrenzender Strecken".

Die Inbetriebnahme des nördlichen Streckenabschnitts von Hamburg bis Hagenow Land Mitte Mai schafft nach DB-Angaben die Voraussetzung dafür, "dass die Verkehre von Hamburg in Richtung Schwerin/Mecklenburg-Vorpommern wieder im gewohnten Fahrplan fahren". Konkret sollen demnach ab dem 15. Mai die Regionalzüge zwischen Hamburg und Schwerin und weiter nach Rostock und Stralsund wieder durchgehend verkehren. "Damit entfällt auch ein Großteil des Busersatzverkehrs", erklärte die Bahn.

Der Ersatzverkehr mit Bussen bleibt demnach aber bis zum 13. Juni für weitere Nahverkehrsverbindungen bestehen. Zudem komme es auf einzelnen Linien, etwa zwischen Rostock und Langhagen zu Teilausfällen, um Umleitungswege für den Güterverkehr zu ermöglichen, erklärte die DB.

Mit dem zweiten Schritt - der Inbetriebnahme des gesamten Korridors Hamburg-Berlin am Morgen des 14. Juni - sollen dann wieder "alle Fern-, Regional- und Güterzüge auf ihrem Regelweg" fahren. Außerdem gibt es nach Bahn-Angaben ab diesem Zeitpunkt zusätzlich zu den halbstündigen ICE auch Fahrten des Bahnkonkurrenten Flixtrain "im Zweistundentakt".

Die Deutsche Bahn steht derzeit vor dem Kraftakt, den schlechten Zustand des teils über Jahrzehnte unterfinanzierten Schienennetzes zu verbessern, was für Reisende allerdings immer wieder Streckensperrungen bedeutet. Im Zuge der Korridorsanierung zwischen Hamburg und Berlin, für die mehr als 165 Kilometer Gleise und fast 250 Weichen erneuert werden, stehen nach Unternehmensangaben in den kommenden Wochen nun unter anderem noch "die Endmontage der Leit- und Sicherungstechnik sowie der Oberleitungen bevor", ebenso wie "umfangreiche Arbeiten an den Bahnhöfen".

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Widerstand gegen Forderungen nach Aufschub bei Klimazielen aus Grünen und SPD

Forderungen nach einem Aufschub der deutschen Klimaziele stoßen bei Grünen und SPD auf Widerstand. Sie pochten am Samstag auf Planungssicherheit und wandten sich gegen eine Verschiebung von Lasten in die Zukunft. Wirtschaftsvertreter sowie die Gewerkschaft IGBCE hatten zuvor verlangt, das gesetzlich festgeschriebene Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 für Deutschland um fünf Jahre zu verschieben.

Bericht: Regierung sieht hohe Dunkelziffer bei Sozialleistungsbetrug

Die Bundesregierung geht laut einem Bericht der "Welt am Sonntag" davon aus, dass Sozialleistungsbetrug deutlich häufiger vorkommt, als bislang bekannt ist. Es sei von "einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle auszugehen", zitierte die Zeitung eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums. "Leistungsmissbrauch bleibt oft unentdeckt, weil verschiedene betroffene Behörden nicht oder nicht ausreichend miteinander vernetzt sind", hieß es demnach weiter.

Klöckner kritisiert Fokus von Bundestagsabgeordneten auf Online-Netzwerke

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) kritisiert den ihrer Ansicht nach zu starken Fokus von Abgeordneten auf Online-Netzwerke. Es könne nicht sein, dass das "Parlament nur noch als Bühne für das nächste Tiktok-Reel missbraucht wird und in Reden statt der Kolleginnen und Kollegen im Saal die eigenen Follower begrüßt werden", sagte sie der "Welt am Sonntag". Da gingen sie und ihre Präsidiumskollegen "sofort dazwischen".

Rufe nach Aufschub der Klimaneutralität Deutschlands um fünf Jahre

In der Diskussion um die Klimaneutralität Deutschlands werden Rufe nach einem Aufschub um fünf Jahre lauter. Das derzeitige nationale Ziel der Dekarbonisierung bis 2045 sei nicht sinnvoll und sollte an das europäische Zieljahr 2050 angepasst werden, forderten unter anderem Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Vertreter in der "Welt am Sonntag".

Textgröße ändern: