Deutsche Tageszeitung - Sorge um Treibstoffvorräte: Neuseeland erwägt verpflichtende autofreie Tage

Sorge um Treibstoffvorräte: Neuseeland erwägt verpflichtende autofreie Tage


Sorge um Treibstoffvorräte: Neuseeland erwägt verpflichtende autofreie Tage
Sorge um Treibstoffvorräte: Neuseeland erwägt verpflichtende autofreie Tage / Foto: © AFP/Archiv

Aus Sorge vor Treibstoffknappheit wegen der Folgen des Iran-Krieges erwägt die neuseeländische Regierung den Rückgriff auf eine jahrzehntealte Regelung: Von den Behörden diskutiert werde die Anwendung eines Gesetzes aus dem Jahr 1979 zur Einschränkung des Treibstoffverbrauchs, sagte Finanzministerin Nicola Willis am Donnerstag. Dieses sieht vor, dass Fahrzeughalter einen Tag pro Woche festlegen, an dem sie ihr Auto nicht benutzen - andernfalls drohen hohe Geldstrafen.

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Das Gesetz war in Neuseeland nach dem Sturz der Monarchie im Iran durch die Islamische Revolution 1979 eingeführt worden, in deren Folge die Ölpreise weltweit stark stiegen. Die Regelung für autofreie Tage galt von Juli 1979 bis Mai 1980. Außerdem wurde der neuseeländischen Regierung mit dem Gesetz damals erlaubt, die Verkaufsmenge von Treibstoff zu begrenzen.

Neuseeland ist stark von Treibstoffimporten abhängig. Zugleich sind die Benzinpreise seit Kriegsbeginn in Nahost Ende Februar um fast zehn Prozent gestiegen, Diesel nach Angaben des Preisvergleichsdienstes Gaspy sogar um mehr als 20 Prozent.

Finanzministerin Willis hob hervor, dass die Beschränkungen für Pkw nur dann nötig seien, wenn es tatsächlich "erhebliche Versorgungsengpässe" bei Treibstoff geben sollte. Nach Angaben von Energieminister Shane Jones befinden sich derzeit Treibstoffvorräte für etwa 50 Tage in Neuseeland oder sind auf dem Weg dorthin.

Sorge vor möglichen Engpässen gibt es unterdessen auch in Neuseelands Luftfahrtbranche: Die nationale Fluggesellschaft Air New Zealand kündigte am Donnerstag an, in den kommenden beiden Monaten fünf Prozent ihrer Flüge streichen zu wollen, hauptsächlich auf Inlandsstrecken. Grund sind demnach die steigenden Kerosinkosten.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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