Deutsche Tageszeitung - Weiterer Energiepreisschock nach Angriffen auf Energieinfrastruktur in Nahost

Weiterer Energiepreisschock nach Angriffen auf Energieinfrastruktur in Nahost


Weiterer Energiepreisschock nach Angriffen auf Energieinfrastruktur in Nahost
Weiterer Energiepreisschock nach Angriffen auf Energieinfrastruktur in Nahost / Foto: © AFP

Der Öl- und insbesondere der Gaspreis sind infolge iranischer Angriffe auf Energieinfrastruktur in den Golfstaaten massiv angestiegen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent legte am Donnerstag zeitweise um mehr als zehn Prozent zu. Der europäische Erdgaspreis stieg zeitweise um mehr als 35 Prozent. Israel hatte am Mittwoch iranische Gasanlagen angegriffen. Teheran nahm daraufhin Öl- und Gasanlagen in Katar, Saudi-Arabien und Kuwait ins Visier.

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Israel hatte Anlagen im riesigen Ölfeld South Pars angegriffen, das sowohl vom Iran als auch von Katar ausgebeutet wird. Bei iranischen Angriffen wurde der katarische Gaskomplex Ras Laffan beschädigt. Katar ist der weltweit zweitgrößte Produzent von Flüssigerdgas (LNG) und Ras Laffan ist die weltweit größte LNG-Anlage. Katar sprach von "erheblichen Schäden", die dort entstanden seien.

US-Präsident Donald Trump drohte zunächst mit der Zerstörung iranischer Gasförderstätten, sollte Teheran erneut die Energieinfrastruktur in Katar angreifen. Später sicherte er zu, dass Israel keine weiteren Angriffe auf Anlagen von South Pars unternehmen werde. Die iranische Führung ließ mitteilen, dass sie bei weiteren Angriffen auf seine Energieinfrastruktur "keinerlei Zurückhaltung" mehr üben würde.

In Saudi-Arabien stürzte eine Drohne auf die Raffinerie Samref im Industriegebiet von Yanbu am Roten Meer. "Die Schadensbewertung ist im Gange", erklärte das saudiarabische Verteidigungsministerium am Donnerstagmorgen. "Wir behalten uns das Recht vor, militärische Maßnahmen zu ergreifen, sollte dies erforderlich sein", erklärte Außenminister Prinz Faisal bin Farhan.

In Kuwait traf ein Drohnenangriff am Donnerstagmorgen eine der größten Raffinerien des staatlichen Ölkonzerns und löste in einer ihrer Anlagen einen Brand aus. Wenig später wurde eine Anlage einer zweiten Raffinerie des staatlichen Konzerns ebenfalls durch einen Drohnenangriff in Brand gesetzt.

In Israel wurde Medienberichten zufolge die wichtigste Öl-Raffinerie des Landes, im nördlichen Haifa, infolge eines Angriffs mit iranischen Raketen getroffen. Über der Anlage in der Hafenstadt stieg dicker dunkler Rauch auf, wie Bilder zeigten, die von dem Sender Kan 11 verbreitet wurden. Im Onlinedienst X schrieb der Sender, dass es aber keinen Anlass zur Sorge wegen eines möglichen Austritts gefährlicher Stoffe gebe.

Die Öl- und Gaspreise waren bereits wegen der Sperrung der Straße von Hormus im Zuge des Krieges in Nahost massiv angestiegen. Rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und LNG-Transports verläuft durch die Meerenge. Die gezielten Angriffe auf Energieanlagen sorgten nun für weitere Preissprünge. Regierungen und Staatschefs weltweit forderten ein Ende der Angriffe auf Energieanlagen.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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