Deutsche Tageszeitung - Finanztip: Strompreise für Neukunden als Folge des Iran-Kriegs spürbar gestiegen

Finanztip: Strompreise für Neukunden als Folge des Iran-Kriegs spürbar gestiegen


Finanztip: Strompreise für Neukunden als Folge des Iran-Kriegs spürbar gestiegen
Finanztip: Strompreise für Neukunden als Folge des Iran-Kriegs spürbar gestiegen / Foto: © AFP

Im Zuge des Iran-Kriegs sind einer Auswertung zufolge neben den Gas- nun auch die Strompreise für Neukunden deutlich gestiegen. Beim Abschluss eines neuen Tarifs zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher derzeit im Schnitt 31,68 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) für Tarife mit zwölf Monaten Preisgarantie, wie das Verbraucherportal Finanztip am Donnerstag mitteilte. Damit stieg der Preis innerhalb der vergangenen drei Wochen um über fünf Prozent oder 1,58 ct/kWh.

Textgröße ändern:

Finanztip-Experte Benjamin Weigl sprach von einem "ungewöhnlich starken" Anstieg. "Hintergrund sind steigende Gaspreise, die sich nun auch auf die Strompreise niederschlagen."

Seit Beginn des Kriegs im Nahen Osten sind neben den Öl- auch die Gaspreise in die Höhe geschnellt. Im vergangenen Jahr wurde in Deutschland 16 Prozent des heimischen Stroms mit Gaskraftwerken produziert.

Bei den Neuverträgen für den Bezug von Gas ist der Anstieg noch höher als beim Strom: Der Preis für Neuabschlüsse mit zwölf Monaten Preisgarantie legte laut Finanztip in den vergangenen drei Wochen um gut zwölf Prozent auf aktuell im Schnitt 10,47 ct/kWh zu.

Finanztip verweist auf den Preis am niederländischen Handelsplatz TTF, der als Referenzindex für den europäischen Gaspreis gilt: Von rund 30 Euro pro Megawattstunde Ende Februar sei dieser bis zum 17. März auf rund 50 Euro gestiegen. Bleibe das Preisniveau für Erdgas an der Börse "langfristig so hoch, dürften die Neukundentarife also noch etwas teurer werden", erklärte Weigl. "Sollten die Börsenpreise noch stärker steigen, dürfte das umso mehr auf die Gaspreise für Haushalte durchschlagen."

Am Donnerstagmorgen kam es im Zuge iranischer Angriffe auf Energieinfrastruktur in den Golfstaaten zu weiteren Zuwächsen beim TTF: Der Preis legte um gut 21 Prozent auf gut 66 Euro pro Megawattstunde zu. Zeitweise hatte der Anstieg in der Früh bei 35 Prozent gelegen.

(L.Svenson--DTZ)

Empfohlen

Widerstand gegen Forderungen nach Aufschub bei Klimazielen aus Grünen und SPD

Forderungen nach einem Aufschub der deutschen Klimaziele stoßen bei Grünen und SPD auf Widerstand. Sie pochten am Samstag auf Planungssicherheit und wandten sich gegen eine Verschiebung von Lasten in die Zukunft. Wirtschaftsvertreter sowie die Gewerkschaft IGBCE hatten zuvor verlangt, das gesetzlich festgeschriebene Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 für Deutschland um fünf Jahre zu verschieben.

Bericht: Regierung sieht hohe Dunkelziffer bei Sozialleistungsbetrug

Die Bundesregierung geht laut einem Bericht der "Welt am Sonntag" davon aus, dass Sozialleistungsbetrug deutlich häufiger vorkommt, als bislang bekannt ist. Es sei von "einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle auszugehen", zitierte die Zeitung eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums. "Leistungsmissbrauch bleibt oft unentdeckt, weil verschiedene betroffene Behörden nicht oder nicht ausreichend miteinander vernetzt sind", hieß es demnach weiter.

Klöckner kritisiert Fokus von Bundestagsabgeordneten auf Online-Netzwerke

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) kritisiert den ihrer Ansicht nach zu starken Fokus von Abgeordneten auf Online-Netzwerke. Es könne nicht sein, dass das "Parlament nur noch als Bühne für das nächste Tiktok-Reel missbraucht wird und in Reden statt der Kolleginnen und Kollegen im Saal die eigenen Follower begrüßt werden", sagte sie der "Welt am Sonntag". Da gingen sie und ihre Präsidiumskollegen "sofort dazwischen".

Rufe nach Aufschub der Klimaneutralität Deutschlands um fünf Jahre

In der Diskussion um die Klimaneutralität Deutschlands werden Rufe nach einem Aufschub um fünf Jahre lauter. Das derzeitige nationale Ziel der Dekarbonisierung bis 2045 sei nicht sinnvoll und sollte an das europäische Zieljahr 2050 angepasst werden, forderten unter anderem Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Vertreter in der "Welt am Sonntag".

Textgröße ändern: