Deutsche Tageszeitung - EU-Kommission stellt mangelnden Jugendschutz bei Porno-Anbietern fest

EU-Kommission stellt mangelnden Jugendschutz bei Porno-Anbietern fest


EU-Kommission stellt mangelnden Jugendschutz bei Porno-Anbietern fest
EU-Kommission stellt mangelnden Jugendschutz bei Porno-Anbietern fest / Foto: © AFP

Die EU-Kommission hat bei vier großen Porno-Seiten offiziell Mängel beim Jugendschutz festgestellt. Pornhub, Stripchat, XNXX und XVideos nähmen in Kauf, dass durch eine lasche Altersüberprüfung auch Minderjährige ihre Inhalten sehen können, teilte die Kommission am Donnerstag mit. Den Unternehmen drohen nun Bußgelder.

Textgröße ändern:

Bislang überprüft keines der vier Unternehmen, ob die Nutzerinnen und Nutzer tatsächlich älter als 18 sind. Wer die Websites aufruft, muss sein Alter mit einem Klick lediglich selbst bestätigen. Außerdem wirft die Kommission den Betreibern vor, die Risiken für Kinder und Jugendliche nicht wie im EU-Gesetz für digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) vorgeschrieben berücksichtigt zu haben.

"In der EU tragen Online-Plattformen eine Verantwortung", betonte EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen. Sie müssten "datenschutzfreundliche und wirksame Maßnahmen ergreifen, um Minderjährige von ihren Diensten fernzuhalten", forderte Virkkunen.

Pornhub und Stripchat haben ihren Sitz in Zypern, die Anbieter hinter XNXX und XVideos haben ihren Sitz in Tschechien. Die Unternehmen können nun auf die Vorwürfe aus Brüssel antworten. Bleibt die Kommission danach bei ihrer Einschätzung, kann sie Bußgelder verhängen.

Für die Zukunft hat die Kommission den Prototypen einer App entwickeln lassen, die das Alter mithilfe eines digitalen Ausweises überprüfen und automatisch alle verbotenen Webseiten sperren soll. Die App wird in diesem Jahr in fünf EU-Ländern getestet, Deutschland ist noch nicht dabei.

(O.Zhukova--DTZ)

Empfohlen

Wasserdefizit in Deutschland: Erholung durch mehr Herbstregen fraglich

Aufgrund einer Reihe trockener und heißer Jahre fehlt in Deutschland gespeichertes Wasser in einer Größenordnung, die etwa der Hälfte des Bodensees entspricht. Wie das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung in Potsdam am Donnerstag auf Grundlage von Satellitendaten mitteilte, lag die Wasserspeicherung im Juni ungefähr auf demselben Niveau wie 2025, womit im Vergleich zum langjährigen Mittel 25 Gigatonnen fehlten. Eine Gigatonne entspricht einer Milliarde Tonnen. Zum Vergleich: Der gesamte Bodensee enthält etwa 48 Gigatonnen Wasser.

US-Exportdefizit vergrößert sich im Juli stark

Die USA haben im Juli mehr importiert und weniger exportiert. Das Exportdefizit des Landes vergrößerte sich somit stark und erreicht mit 88,6 Milliarden Euro den höchsten Wert seit über einem Jahr, wie das Handelsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Die aggressive Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump hat eigentlich zum Ziel, die Außenhandelsbilanz mehr ins Gleichgewicht zu bringen.

Aufsichtsratssitzung bei Volkswagen: Kein Kompromiss zu Sparplan in Sicht

Der Sparkurs bei Volkswagen ist am Freitag erneut Thema im Aufsichtsrat - ein Kompromiss zwischen Management, Arbeitnehmervertretung und dem Land Niedersachsen war kurz davor aber nicht in Sicht. Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) verlangte am Donnerstag vom VW-Vorstand ein Konzept, "das Auslastung der Standorte und damit den Erhalt der Industriearbeitsplätze am Standort Deutschland als Ziel hat".

Entwurf für Beschlussvorlage: SPD-Fraktion erwägt Zerschlagung von Öl-Konzernen

Die SPD-Fraktion im Bundestag will den Mineralölmarkt neu ordnen und erwägt auch die Zerschlagung von Konzernen mit großer Marktmacht. "Es gibt klare Hinweise, dass der Mineralölmarkt in Deutschland nicht richtig funktioniert", heißt es im Entwurf einer Beschlussvorlage für die derzeit stattfindende SPD-Klausur, der AFP am Donnerstag vorlag. "Wir werden deshalb in den kommenden Wochen weitere Änderungen des Kartellrechts beschließen, die die Preistransparenz erhöhen und dem Kartellamt zusätzliche Möglichkeiten geben, den Markt zu ordnen".

Textgröße ändern: