Deutsche Tageszeitung - Ex-Finanzminister Kukies geht zu US-Investmentbank Morgan Stanley

Ex-Finanzminister Kukies geht zu US-Investmentbank Morgan Stanley


Ex-Finanzminister Kukies geht zu US-Investmentbank Morgan Stanley
Ex-Finanzminister Kukies geht zu US-Investmentbank Morgan Stanley / Foto: © AFP

Der frühere Bundesfinanzminister Jörg Kukies (SPD) übernimmt eine führende Funktion bei der US-Investmentbank Morgan Stanley. Kukies kündigte den Wechsel am Mittwoch selbst im Onlinenetzwerk Linkedin an. Die Bundesregierung stimmte dem Wechsel nach Angaben von Regierungssprecher Stefan Kornelius unter Auflagen zu.

Textgröße ändern:

Er freue sich, mitteilen zu können, dass er "im Mai zu Morgan Stanley nach London wechseln werde", erklärte Kukies auf Linkedin. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung und des Abschlusses der von der Bundesregierung vorgeschriebenen Übergangsfrist werde er im November nach Frankfurt umziehen, um dort "die Rolle des Country Head für Deutschland und Österreich sowie die des CEO und Vorsitzenden des Vorstands der Morgan Stanley Europe SE Group zu übernehmen".

Regierungssprecher Kornelius sagte, das Bundeskabinett habe am Mittwoch über die sogenannte Karenzzeitanzeige von Kukies entschieden. Kukies habe der Bundesregierung entsprechend der gesetzlichen Karenzzeitvorschriften angezeigt, dass er eine Tätigkeit für Morgan Stanley in London aufnehmen wolle. Das Kabinett sei mit seiner Entscheidung einer Empfehlung des unabhängigen Karenzzeitgremiums gefolgt.

Laut der Karenzzeitregelung darf der Ex-Finanzminister bis November diesen Jahres weltweit keine Führungsaufgaben für Morgan Stanley wahrnehmen und insbesondere nicht in Deutschland und im EU-Geschäft der Bank tätig werden.

Kukies hatte das Amt des Bundesfnanzministers nach dem Bruch der Ampel-Koalition kurzzeitig von Christian Lindner (FDP) übernommen.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Entwurf für Beschlussvorlage: SPD-Fraktion erwägt Zerschlagung von Öl-Konzernen

Die SPD-Fraktion im Bundestag will den Mineralölmarkt neu ordnen und erwägt auch die Zerschlagung von Konzernen mit großer Marktmacht. "Es gibt klare Hinweise, dass der Mineralölmarkt in Deutschland nicht richtig funktioniert", heißt es im Entwurf einer Beschlussvorlage für die derzeit stattfindende SPD-Klausur, der AFP am Donnerstag vorlag. "Wir werden deshalb in den kommenden Wochen weitere Änderungen des Kartellrechts beschließen, die die Preistransparenz erhöhen und dem Kartellamt zusätzliche Möglichkeiten geben, den Markt zu ordnen".

Verbesserte Konjunktur: Wirtschaftsinstitute heben Wachstumsprognosen deutlich

Die Konjunktur zieht wieder an: Weitere Wirtschaftsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr deutlich nach oben korrigiert. Das Kiel Institut (IfW) und das Leibniz-Institut aus Essen (RWI) erwarten nun eine Zunahme der Wirtschaftsleistung um 1,3 Prozent, das Münchener Ifo-Institut sogar um 1,4 Prozent, wie sie am Donnerstag mitteilten. Im Vergleich zur vorherigen Prognose hoben die Institute ihre Erwartungen damit um 0,5 bis 0,6 Prozentpunkte an. Die Chemieindustrie und der Maschinenbau meldeten verbesserte Geschäftssituationen.

DIHK-Umfrage: Unternehmen spüren Druck aus China - wählen aber Flucht nach vorn

Deutschen Unternehmen ist zunehmend Konkurrenz aus China auf den Fersen - doch laut einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) sind die heimischen Firmen zugleich entschlossen, sich in dem Wettstreit zu behaupten. "Der Wettbewerb mit China hat ein neues Ausmaß erreicht", erklärte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. "Die deutschen Unternehmen stecken deshalb aber nicht den Kopf in den Sand, sondern suchen aktiv nach eigenen Antworten."

Einkommensteuer: Unions-Politiker wollen über Haushaltskürzung höhere Entlastung

Finanzpolitiker der Union wollen über Ausgabenkürzungen im Bundeshaushalt eine höhere Entlastung bei der Einkommensteuerreform ermöglichen. "Wir werden wirklich alles nochmal auf den Prüfstand stellen", sagte der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Fritz Güntzler (CDU), am Donnerstag im Deutschlandfunk. Es müsse im Haushalt geprüft werden, "ob es nicht doch Spielräume gibt, die man nutzen kann".

Textgröße ändern: