Deutsche Tageszeitung - Chef der Energieagentur: Iran-Krieg wird geopolitische Lage im Energiebereich ändern

Chef der Energieagentur: Iran-Krieg wird geopolitische Lage im Energiebereich ändern


Chef der Energieagentur: Iran-Krieg wird geopolitische Lage im Energiebereich ändern
Chef der Energieagentur: Iran-Krieg wird geopolitische Lage im Energiebereich ändern / Foto: © POOL/AFP

Die aktuelle Energiekrise infolge des Iran-Kriegs wird nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) die geopolitische Lage im Energiebereich "grundlegend verändern". IEA-Direktor Fatih Birol sagte der französischen Zeitung "Figaro" vom Dienstag, die aktuelle Krise sei "schwerwiegender als die Krisen von 1973, 1979 und 2022 zusammen". Es gebe aber auch "Gründe für Optimismus": So werde die Energiekrise etwa den Ausbau der Erneuerbaren Energien beschleunigen.

Textgröße ändern:

Die Veränderungen im Energiebereich würden "Jahre dauern", sagte Birol der Zeitung. Bestimmte Technologien würden sich aber schneller weiterentwickeln als andere - etwa Solar- und Windenergie, wo Anlagen "sehr schnell" installiert werden könnten. "Es wird sehr schnell, innerhalb weniger Monate, auf erneuerbare Energien zurückgegriffen werden." Zudem werde die Krise auch "den Schwung zugunsten der Kernenergie, einschließlich kleiner modularer Reaktoren, wiederbeleben". Aktuell aber müssten die Staaten Energie "so vorsichtig wie möglich" nutzen, sparen und die Effizienz verbessern, riet Birol.

Denn "dieser Krieg legt eine der Lebensadern der Weltwirtschaft lahm", betonte Birol - die Straße von Hormus. Betroffen seien Lieferungen nicht nur von Öl und Gas, sondern auch von Düngemitteln, Petrochemikalien, Helium und vielem mehr. Der IEA-Direktor warnte vor einem "schwarzen April": "Der März war sehr schwierig, aber der April wird noch viel schlimmer", wenn die Straße von Hormus de facto geschlossen bleibe. Im Krieg seien zudem bereits 65 Energieanlagen angegriffen und beschädigt worden, ein Drittel davon schwer oder sehr schwer, fügte Birol hinzu. Sie wieder instandzusetzen, werde sehr lange dauern.

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

China erteilt Online-Gigant Shein Genehmigung für Börsengang in Hongkong

Der Online-Versandhändler Shein kann in Hongkong an die Börse gehen. Die chinesische Marktaufsichtsbehörde CSRC genehmigte nach eigenen Angaben am Freitag den Antrag der Plattform, dort bis zu 341,6 Millionen Anteile zu verkaufen. Shein hatte in der Vergangenheit erwogen, in New York oder London an die Börse zu gehen.

Belgien will Straßenmaut für alle Autofahrer einführen

Die drei belgischen Landesteile haben sich auf die Einführung einer Straßenmaut für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen geeinigt. "Jeder, der unsere Straßen nutzt, muss einen fairen Beitrag zu deren Unterhalt leisten", erklärte der wallonische Minister für Infrastruktur und Mobilität, François Desquesnes, bei der Vorstellung der Pläne am Freitag. Autofahrer aus seiner Region müssten auch in anderen europäischen Ländern Gebühren bezahlen, fügte der flämische Finanzminister Ben Weyts hinzu.

Südkoreas Halbleiterkonzern SK Hynix erfolgreich an der Wall Street gestartet

Inmitten des Wirbels um Künstliche Intelligenz (KI) ist der Halbleiterkonzern SK Hynix an der New Yorker Börse gestartet. Die Anteile des südkoreanischen Unternehmens wurden am Freitag an der Nasdaq zeitweise mit 170 Dollar gehandelt, das war ein Plus von 14 Prozent im Vergleich zum Ausgabepreis. SK Hynix will rund 26,5 Milliarden Dollar (gut 23 Milliarden Euro) erzielen - das wäre nach dem Raumfahrtkonzern SpaceX das zweitgrößte Börsendebüt der Geschichte.

Nach Commerzbank-Strafanzeige: Justiz lehnt Ermittlungsverfahren gegen Unicredit ab

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen die italienische Bank Unicredit infolge einer Strafanzeige der Commerzbank abgelehnt. "Zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Straftat" seien nicht festgestellt worden, sagte eine Behördensprecherin am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Der Betriebsrat der Frankfurter Bank hatte im Juni im Zusammenhang mit dem Übernahmestreit mit den Italienern Strafanzeige erstattet.

Textgröße ändern: