Deutsche Tageszeitung - Planungssicherheit: Deutsche Wirtschaft begrüßt EU-Einigung zu US-Zöllen

Planungssicherheit: Deutsche Wirtschaft begrüßt EU-Einigung zu US-Zöllen


Planungssicherheit: Deutsche Wirtschaft begrüßt EU-Einigung zu US-Zöllen
Planungssicherheit: Deutsche Wirtschaft begrüßt EU-Einigung zu US-Zöllen / Foto: © AFP

Deutsche Unternehmensvertreter haben die Einigung auf die Umsetzung der Zollvereinbarung mit den USA grundsätzlich begrüßt. Planungssicherheit sei wichtig, betonte der Geschäftsführer des Verbands der Maschinen- und Anlagenbauer, Thilo Brodtmann, am Mittwoch. Wolfgang Niedermark vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sprach von einem "wichtigen Schritt zur Stabilisierung der transatlantischen Handelsbeziehungen".

Textgröße ändern:

Vertreter aus dem Europaparlament und dem Rat der 27 EU-Länder hatten sich in der Nacht zu Mittwoch in Straßburg darauf geeinigt, europäische Zölle auf US-Industriewaren wie mit US-Präsident Donald Trump vereinbart abzuschaffen. Trump hatte im Gegenzug zugesichert, nicht mehr als 15 Prozent Zoll auf Waren aus der EU zu erheben.

"Indem die EU das Abkommen schnell umsetzt, stärkt sie ihre Verhandlungsposition gegenüber Washington und kann mit mehr Nachdruck darauf bestehen, dass auch die USA Vereinbarungen einhalten", erklärte BDI-Vertreter Niedermark. "Die Industrie benötigt Planungssicherheit."

Maschinenenbau-Vertreter Brodtmann mahnte jedoch, die EU dürfe sich nicht zurücklehnen. "Sie muss weiter darauf drängen, dass die verbleibenden Zölle auf Stahl- und Aluminiumderivate ebenfalls auf 15 Prozent gesenkt werden." Die USA erheben hier weiterhin 50 Prozent Aufschlag.

Die Autoindustrie befürchtet nach entsprechenden Drohungen Trumps weitere Zollerhöhungen. Die vom EU-Parlament durchgesetzten Schutzklauseln dürften "nicht dazu führen, dass die US-Seite das Abkommen aufkündigt", erklärte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller.

Die EU-Parlamentarier hatten die Arbeit an der Umsetzung des Zoll-Deals mehrfach ausgesetzt, weil durch Trumps Drohungen im Streit um Grönland Anfang des Jahres und einem Urteil des Obersten US-Gerichtshofs gegen seine Zölle Unsicherheit aufkam. Auf Drängen der Abgeordneten sieht das Gesetz nun eine Notfallklausel vor.

Die EU-Kommission kann die Zollabschaffung mit Zustimmung der Mitgliedstaaten wieder aussetzen, falls Trump die Zölle erhöht. Das gleiche gilt, wenn die USA über 2026 hinaus weiterhin 50 Prozent auf Stahl und Aluminium erhebt.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Chinas Wirtschaft wächst im dritten Quartal um 4,5 Prozent

Die chinesische Wirtschaft ist im dritten Quartal dieses Jahres etwas stärker gewachsen als von Experten erwartet: Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juni bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent zu, wie das nationale Statistikamt am Montag erklärte. Wirtschaftsexperten hatten gemäß einer Umfrage der Nachrichtenagentur AFP ein Wachstum von 4,4 Prozent prognostiziert. Als offizielles Jahresziel hat die Volksrepublik ein Wachstum von 4,5 bis 5,0 Prozent ausgegeben.

Merz lädt 200 Unternehmenschefs zu Investitionsgipfel in Berlin - Nvidia-Chef erwartet

Die Bundesregierung lädt ab Montag (18.30 Uhr) zu einem zweitägigen internationalen Investitionsgipfel in Berlin. Dabei werden etwa 200 Unternehmenschefs aus dem In- und Ausland erwartet, darunter der Chef des US-Chipriesen Nvidia, Jensen Huang. Huang nimmt am Montagabend auch an einem Bühnengespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zur Eröffnung teil.

Zerstörter Zaun am Flughafen Leipzig: Vorfall bleibt nach Polizeieinsatz Rätsel

Wegen eines zerstörten Zauns war die Polizei am Sonntag stundenlang am Flughafen Leipzig im Einsatz. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit" habe ein Fahrzeug den Zaun durchbrochen, teilten die Beamten in der sächsischen Stadt am Sonntag mit. Verdächtiges wurde trotz des Einsatzes eines Polizeihubschraubers und Drohnen bis zum späten Nachmittag nicht gefunden. Im August war der Flughafen in die Schlagzeilen geraten, als dort eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt wurde.

Chinas Dieselausfuhren steigen auf Dreijahreshoch

China hat im September 1,85 Millionen Tonnen Diesel exportiert. Die Ausfuhren lagen 262,3 Prozent über dem Vorjahresmonat, nachdem Peking zuvor gelockerte Exportbeschränkungen wirksam werden ließ.

Textgröße ändern: