Deutsche Tageszeitung - Vorläufige Tarifeinigung: Langer Streik bei Samsung vorerst abgesagt

Vorläufige Tarifeinigung: Langer Streik bei Samsung vorerst abgesagt


Vorläufige Tarifeinigung: Langer Streik bei Samsung vorerst abgesagt
Vorläufige Tarifeinigung: Langer Streik bei Samsung vorerst abgesagt / Foto: © YONHAP/AFP

Beim Technologieriesen Samsung in Südkorea ist ein langer Streik vorerst abgewendet: Geschäftsleitung und Gewerkschaft einigten sich am Mittwoch in letzter Minute und unter Vermittlung von Arbeitsminister Kim Young Hoon auf einen neuen Tarifvertrag, wie die Gewerkschaft mitteilte. Dieser Vertrag ist demnach aber noch vorläufig, die Gewerkschaftsmitglieder sollen darüber abstimmen. Streiks seien aber "bis auf Weiteres" verschoben.

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Die Arbeitnehmervertreter hatten Arbeitskampfmaßnahmen von Donnerstag bis zum 7. Juni angekündigt - das sind zweieinhalb Wochen. Bis zu 50.500 Beschäftigte hätten demnach an den Streiks teilnehmen können.

Gegenstand der Auseinandersetzung ist die Frage nach der Verteilung massiver Gewinne der südkoreanischen Tech-Branche im Zuge des KI-Booms. Samsung profitiert von der stark gestiegenen Nachfrage nach Computerchips. Die Gewerkschaften forderten sieben Prozent mehr Lohn und höhere Zusatzzahlungen. Sie prangerten zudem die großen Unterschiede zwischen den Mitarbeitern der Chip-Sparte, die großzügige Prämien erhalten, und denen anderer Abteilungen an.

Bei Samsung wurde in der Konzerngeschichte erst einmal gestreikt: 2024 konnten die Gewerkschaften 6000 Beschäftigte mobilisieren. Streiks sind in Südkorea allgemein eine Seltenheit und Samsung galt lange als besonders gewerkschaftsfeindlich. Der Gründer Lee Byung Chul hatte geschworen, Gewerkschaften nicht zuzulassen, "bis ich Erde über meinen Augen habe". Er starb 1987. Die erste Gewerkschaft bei Samsung Electronics wurde Ende der 2010er Jahre gegründet.

Die Geschäftsführung hatte erklärt, es dürfe "auf keinen Fall" zu einem Streik kommen. Sie sei bereit, "bis zum allerletzten Moment" im Dialog zu bleiben. Sie warnte aber, dass "die Erfüllung überzogener gewerkschaftlicher Forderungen die Grundprinzipien der Unternehmensführung gefährden könnte". Sie wolle an einer leistungsabhängigen Vergütung festhalten.

Samsung hat in Südkorea rund 125.000 Angestellte. Samsung Electronics alleine steht für 12,5 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. Halbleiter machen 35 Prozent der Exporte aus.

(M.Dylatov--DTZ)

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