Deutsche Tageszeitung - Industrie- und Handelskammer senkt Konjunkturprognose für 2026 auf 0,3 Prozent

Industrie- und Handelskammer senkt Konjunkturprognose für 2026 auf 0,3 Prozent


Industrie- und Handelskammer senkt Konjunkturprognose für 2026 auf 0,3 Prozent
Industrie- und Handelskammer senkt Konjunkturprognose für 2026 auf 0,3 Prozent / Foto: © AFP

Angesichts des Kriegs im Nahen Osten senkt die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) ihre Konjunkturprognose für das laufende Jahr. Nunmehr geht die DIHK von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von nur noch 0,3 Prozent im Jahr 2026 aus, wie die "Welt am Sonntag" aus der aktuellen Prognose zitierte. Zum Jahreswechsel hatte sie noch ein Plus von einem Prozent veranschlagt.

Textgröße ändern:

Damit liegt die DIHK ungefähr auf der Linie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) - die Ökonomen hatten ihre Prognose für dieses Jahr Anfang Mai von zuvor 0,9 Prozent auf 0,4 Prozent abgesenkt. Die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute hatten in ihrem gemeinsamen Frühjahrsgutachten bereits Anfang April ihre Prognose auf nur noch 0,6 Prozent halbiert. Alle verwiesen auf die Energiepreiskrise in Folge des Iran-Kriegs.

In der jüngsten DIHK-Konjunkturumfrage bewerteten laut "Bild am Sonntag" 26 Prozent der befragten Unternehmen die wirtschaftliche Lage als schlecht, so viele wie zuletzt während der Corona-Pandemie. Auch die Aussichten verschlechterten sich demnach: Nur 13 Prozent rechnen in den nächsten zwölf Monaten mit besseren Geschäften, ein Drittel erwartet einen Rückgang.

"Kaum zeigten sich erste konjunkturelle Hoffnungsschimmer am Horizont, legt sich mit dem Krieg im Nahen Osten ein erneuter Schatten auf die ohnehin geschwächte deutsche Wirtschaft", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov der Zeitung. "Ein tragfähiger Aufschwung rückt in weite Ferne."

Schon zuvor seien die Unternehmen durch hohe Arbeitskosten, Energiepreise, Bürokratie und Steuern stark belastet gewesen. "Die zuletzt massiv gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise sind für viele Betriebe der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt." Für 70 Prozent sind diese Preise aktuell das größte Geschäftsrisiko.

Befragt wurden die Firmen im Zeitraum vom 23. März bis zum 8. Mai. Der Zeitung zufolge lagen der DIHK 23.416 Antworten zur Auswertung vor.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Bundestag beschließt Gesetz zur Entlastung von Ländern und Kommunen

Der Bundestag hat ein Gesetz beschlossen, durch das überschuldete Kommunen in den kommenden Jahren finanziell stärker unterstützt werden sollen. Die Abgeordneten votierten am Donnerstag in zweiter und dritter Lesung für das sogenannte Länder- und Kommunalentlastungsgesetz. Es sieht bis 2029 rund eine Milliarde Euro jährlich für Länder und Kommunen vor.

Neue Angriffe: Schiffsverkehr in der Straße von Hormus bricht ein

Nach der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg ist der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus stark zurückgegangen. Am Donnerstag durchquerten bis um 16.30 Uhr (MESZ) nur sechs Frachtschiffe die strategisch wichtige Meerenge im Persischen Golf, wie aus Daten des Dienstleisters Kpler hervorgeht. Am Mittwoch waren es demnach 21 Schiffe gewesen.

USA billigen Verkauf von Tomahawk-Marschflugkörpern an Deutschland

Die US-Regierung hat dem Verkauf von weitreichenden Tomahawk-Marschflugkörpern an Deutschland zugestimmt. Die Bundesregierung habe am Rande des Nato-Gipfels mit den USA vereinbart, "dass amerikanische Tomahawk-Raketen von uns erworben und in Deutschland stationiert werden", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Donnerstag im Bundestag. Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen wollen die USA im August die Genehmigung offiziell erteilen. Dabei geht es demnach neben den Tomahawk-Raketen auch um bodengestützte Typhon-Startgeräte.

Betriebsrat und IG Metall machen mobil gegen drastische Sparpläne bei Volkswagen

Betriebsrat und Gewerkschaft bei Volkswagen machen mobil gegen "Brutalo-Pläne" des Vorstands: An allen VW-Standorten in Deutschland protestierten am Donnerstag Arbeitnehmervertreter gegen die mutmaßlich drastischen Sparpläne des Autobauers. Am Nachmittag kam der Aufsichtsrat zusammen, um über die Pläne zu beraten. Offenbar will VW bis zu 100.000 Stellen streichen und bis 2034 vier Werke in Deutschland schließen. Der Betriebsrat forderte "endlich Klarheit".

Textgröße ändern: