Deutsche Tageszeitung - Kleinkinder in Portugal ausgesetzt: Französisches Paar erscheint vor Gericht

Kleinkinder in Portugal ausgesetzt: Französisches Paar erscheint vor Gericht


Kleinkinder in Portugal ausgesetzt: Französisches Paar erscheint vor Gericht
Kleinkinder in Portugal ausgesetzt: Französisches Paar erscheint vor Gericht / Foto: © AFP

Nach dem Auffinden zweier offenbar ausgesetzter Kleinkinder in Portugal sind deren Mutter und ihr Lebensgefährte am Samstag zur weiteren Befragung zum Gericht in Setúbal südlich der Hauptstadt Lissabon gebracht worden. Der 41 Jahre alten Frau und ihrem 55-jährigen Freund werden unter anderem Kindesmisshandlung vorgeworfen. Sie sollen die Jungen im Alter von vier und fünf Jahren alleine in einem Wald zurückgelassen haben. Im Anschluss an die Vernehmung könnte das Paar aus Frankreich in Untersuchungshaft genommen werden.

Textgröße ändern:

Die beiden waren bereits am Freitag mehrere Stunden lang vernommen worden. Bei der Ankunft im Gerichtsgebäude hatte der Mann "Ich liebe Euch" gerufen, während die Mutter eine Melodie summte. Bei der Mutter handelt es sich um Marine R. aus Colmar, die sich in Onlinediensten als "Sexologin" beschreibt, die sich auf "Köperpraktiken und spezifische Traumabehandlung" spezialisiert habe.

Nach Angaben des Bürgermeisters der Stadt arbeitete sie in einer Klinik. Es aber keine Hinweise auf Probleme mit ihren Kindern gegeben. Ihr Freund Marc B. ist ein früherer Polizist, der seinen Beruf 2010 an den Nagel gehängt hatte. Im Internet verbreitete er zuletzt Verschwörungsgeschichten und antisemitische Schriften.

Ein Autofahrer hatte die beiden weinenden Kinder am Dienstagabend am Rand einer Straße in der Nähe des Dorfs Comporta entdeckt. Sie hatten Rucksäcke mit Wasser, Keksen und Kleidung, jedoch keine Ausweispapiere bei sich. Sie berichteten, dass ihre Mutter sie in einen Wald gebracht und ihnen "für ein Spiel" die Augen verbunden habe. Als die Kinder ihre Augenbinden abnahmen, sei die Mutter verschwunden gewesen.

Die portugiesischen Behörden hatten die Mutter und ihren Lebensgefährten am Donnerstag in Fátima im Zentrum Portugals festgenommen. Dabei hätten die beiden "eine sehr distanzierte Haltung zu der Situation" an den Tag gelegt, hatte ein Polizeisprecher gesagt.

Die Kinder wurden bei einer Pflegefamilie untergebracht und sollten französischen Medien zufolge von ihrem Vater abgeholt werden, der nach Angaben der portugiesischen Behörden in Frankreich hinsichtlich seiner Kinder "eingeschränkte Besuchsrechte unter Aufsicht" hatte. Der Vater hatte die Mutter und die Kinder am 11. Mai als vermisst gemeldet.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

USA: Goldener Trump-Dollar kommt in Umlauf

In den USA kommt ein goldener Trump-Dollar in Umlauf. Die nationale Prägeanstalt teilte am Mittwoch im Onlinedienst X mit, sie gebe die Münze nun aus. Eine Rolle mit 25 Trump-Dollars kostet laut der Website der Münzanstalt 61 Dollar (rund 53 Euro). Ein Beutel mit 100 Trump-Goldstücken schlägt mit 154,50 Dollar zu Buche, ist also pro Münze günstiger.

US-Ölriese Chevron will Ölförderung in Venezuela verdoppeln

Der US-Energiekonzern Chevron hat eine deutliche Ausweitung seiner Ölförderung in Venezuela angekündigt. Mit dem südamerikanischen Land sei ein Vertrag im Wert von sieben Milliarden Dollar (rund sechs Milliarden Euro) über die Erschließung von zwei weiteren Ölfeldern im Orinoco-Gürtel geschlossen worden, teilte Chevron am Mittwoch mit. Innerhalb von fünf Jahren soll dies demnach eine Verdopplung der derzeitigen Fördermenge ermöglichen.

Niederlande verlagern 86 Tonnen ihrer Goldreserven aus USA und Kanada nach London

Die niederländische Zentralbank DNB hat nach eigenen Angaben 86 Tonnen ihres Goldbestands aus den USA und Kanada nach London verlagert. "Angesichts zunehmender politischer Unruhen verstärkt die DNB ihre Krisenvorsorge", erklärte die Bank am Mittwoch. In London gelagerte Goldreserven könnten einfacher gehandelt werden als die in New York oder Kanada. "Dadurch kann die DNB das Gold in einer Krisensituation am schnellsten einsetzen", fuhr die Bank fort.

Reiche stimmt Reform der Einkommensteuer im Kabinett zu - der Ärger der SPD bleibt

Die Bundesregierung hat die umstrittenen Pläne für die Einkommensteuerreform beschlossen. Das Kabinett billigte am Mittwoch einen Gesetzentwurf von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) für eine Entlastung um zehn Milliarden Euro, die vor allem Familien und kleinen und mittleren Einkommen zugute kommen soll. Verärgert zeigten sich der Finanzminister und seine SPD weiter über Kritik aus dem Haus von CDU-Wirtschaftsministerin Katharina Reiche an dem in der Koalition vor Monaten vereinbarten Vorhaben.

Textgröße ändern: