Deutsche Tageszeitung - US-Handelsdefizit steigt im Mai auf Ein-Jahres-Hoch

US-Handelsdefizit steigt im Mai auf Ein-Jahres-Hoch


US-Handelsdefizit steigt im Mai auf Ein-Jahres-Hoch
US-Handelsdefizit steigt im Mai auf Ein-Jahres-Hoch / Foto: © AFP/Archiv

Das Handelsdefizit der USA ist im Mai auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr gestiegen. Der Wert der Importe von Waren und Dienstleistungen überstieg den der Exporte um 77,6 Milliarden Dollar (68 Milliarden Euro), wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Vor allem Pharmaprodukte, Konsumgüter wie Handys und Öl wurden stärker eingeführt, aber auch Autoteile und Computer-Zubehör.

Textgröße ändern:

Im Vergleich zum April weitete sich das Handelsdefizit um 42,4 Prozent aus. Das war etwas weniger als von Analysten erwartet. Der Wert der Importe stieg demnach um 3,3 Prozent auf 395,3 Milliarden Dollar, die Exporte gingen um 3,2 Prozent auf 317,7 Milliarden zurück. Während die USA vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs mehr Rohöl ausführten, gingen die Exporte etwa von Pharmaprodukten zurück.

Die Ökonomin Grace Zwemmer von Oxford Economics erklärte, wegen der anhaltenden Nachfrage nach Hardware für Künstliche Intelligenz (KI) lägen die Einfuhren von Computerzubehör und Halbleitern "im Jahresvergleich 42 Prozent höher". Die gestiegenen Importe von Pharmaprodukten könnten zudem "ein Zeichen dafür sein, dass Unternehmen beginnen, Pharmaimporte vorzeitig zu tätigen, bevor die 100-prozentigen Zölle in Kraft treten, die für den 31. Juli vorgesehen sind" - auch wenn es viele Ausnahmen gebe.

Ziel der aggressiven Handels- und Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump ist es, die Exporte zu stärken und weniger zu importieren. Allerdings hatte das Oberste US-Gericht Ende Februar einen Großteil der von Trump verhängten Sonderzölle für unrechtmäßig erklärt. Danach führte die Regierung für internationale Handelspartner einen neuen, zehnprozentigen Sonderzoll auf anderer Rechtsgrundlage ein, obwohl auch dieser juristisch umstritten ist. Weitere Aufschläge sind bereits in Vorbereitung.

"Die Zölle funktionieren", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Er verwies auf die Ankündigung des Autobauers Toyota, die Produktion seines Pickup-Trucks Tacoma von Mexiko in die USA zu verlagern und dafür rund 3,6 Milliarden Dollar in sein Werk in Texas zu investieren. "Ein wirklich großer Deal", kommentierte dies Trump.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Polizei in Australien sucht Austernbdiebe - Muscheln im Wert von mehr als 200.00 Euro gestohlen

Die Polizei in Australien ist auf der Jagd nach Austerndieben: Unbekannte hätten mehr als 400.000 der als Delikatesse geltenden Muscheln mit einem Gesamtwert von 350.000 australischen Dollar (gut 214.000 Euro) entwendet, gab die Polizei des südostaustralischen Bundesstaates New South Wales am Mittwoch bekannt. Mehr als 300 Säcke seien auf einer Austernfarm nahe Taree nördlich von Sydney gestohlen worden.

Handelsstreit zwischen USA und Kanada geht mit Gegenzöllen aus Ottawa in neue Runde

Weitere Runde im Handelsstreit zwischen den USA und Kanada: Ottawa hat am Dienstag auf die jüngst von Washington verhängten Zölle mit Gegenzöllen in Höhe von 15 bis 50 Prozent reagiert. Die ab dem 8. September geltenden Zölle entsprächen dem Niveau der US-Aufschläge, erklärten kanadische Regierungsvertreter. Die deutsche Automobilindustrie äußerte sich besorgt wegen möglicher Auswirkungen des Zollstreits auf deutsche Unternehmen.

Norwegen will Nutzung von Smart Glasses stärker regulieren

Die norwegische Regierung plant eigenen Angaben zufolge, die Nutzung sogenannter Smart Glasses und ähnlicher Geräte zu regulieren und erwägt, die Gesichtserkennungs-Funktion für die Spezialbrillen zu verbieten. Digitalministerin Karianne Tung teilte am Dienstag mit, sie wolle eine Expertengruppe einberufen, die die Regierung darin beraten solle, wie Verbraucher besser vor den neuen Technologien geschützt werden könnten. Sie rief zudem den öffentlichen und den privaten Sektor auf, eigene Richtlinien zu erwägen.

Klingbeil: Bundesregierung will Zuckersteuer ausweiten

Die Bundesregierung will die geplante Zuckerabgabe auf weitere Getränke ausweiten. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) sagte am Dienstag den Sendern RTL und ntv, dass "die ganze Bundesregierung" hinter den Plänen zur Ausweitung stehe. Berichte, wonach die Zuckerabgabe auch auf Produkte mit Süßungsmitteln statt Zucker erhoben werden solle, wollte er unter Verweis auf die vertraulichen Gespräche innerhalb der Bundesregierung nicht bestätigen.

Textgröße ändern: