Deutsche Tageszeitung - Trump kritisiert Verbündete bei Ankunft zum Nato-Gipfel in Ankara erneut scharf

Trump kritisiert Verbündete bei Ankunft zum Nato-Gipfel in Ankara erneut scharf


Trump kritisiert Verbündete bei Ankunft zum Nato-Gipfel in Ankara erneut scharf
Trump kritisiert Verbündete bei Ankunft zum Nato-Gipfel in Ankara erneut scharf / Foto: © AFP

Unmittelbar vor Beginn des Nato-Gipfels in Ankara hat sich US-Präsident Donald Trump erneut "sehr enttäuscht" vom Verhalten der Verbündeten im Iran-Krieg gezeigt. "Wir wurden nicht gut behandelt", sagte Trump am Dienstag bei seinem Treffen mit Präsident Recep Tayyip Erdogan in der türkischen Hauptstadt. Die europäischen Mitgliedstaaten und Kanada kündigten derweil neue Rüstungsgeschäfte an, womit sie ihre Bereitschaft für einen höheren Beitrag zur Nato-Verteidigungsfähigkeit bekräftigten.

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"Italien hat uns abgewiesen, Deutschland hat uns abgewiesen, Frankreich hat uns abgewiesen, und das ist in Ordnung", sagte Trump. Dann fügte er hinzu: "Aber wissen Sie, warum geben wir Hunderte von Milliarden Dollar aus, und sie sind nicht für uns da? Wir waren immer für sie da."

Die USA hätten im Krieg gegen den Iran in Wahrheit "überhaupt keine Hilfe" gebraucht, sagte der US-Präsident. "In gewisser Weise habe ich die Leute auf die Probe gestellt (...) Ich wollte sehen, ob sie für uns da sein würden."

Trump hat den Nato-Partnern wiederholt vorgeworfen, die USA im Iran-Krieg nicht ausreichend unterstützt zu haben, und deshalb damit gedroht, sie im Ernstfall nicht zu verteidigen. Hätte der Nato-Gipfel nicht bei seinem "Freund" Erdogan in der Türkei stattgefunden, "ist es möglich, dass ich nicht teilgenommen hätte", sagte er.

Weiter sagte er, seine Regierung erwäge, der Türkei Kampfjets vom Typ F-35 zu verkaufen. Die USA hatten die Türkei 2019 von dem Projekt ausgeschlossen, nachdem Ankara Raketenabwehrsysteme von Moskau gekauft hatte.

Die USA und Israel hatten den Krieg gegen den Iran am 28. Februar begonnen. Einige europäische Länder hatten die Nutzung von Stützpunkten auf ihrem Boden durch die US-Armee eingeschränkt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte das Vorgehen der USA im Iran-Krieg mit deutlichen Worten kritisiert.

Auf dem am Abend beginnenden Nato-Gipfel wollten die europäischen Verbündeten transatlantische Einigkeit demonstrieren und unter Beweis stellen, dass die Europäer mehr Verantwortung für ihre eigene Verteidigung übernehmen wollen.

Merz verwies vor seinem Abflug in die Türkei in diesem Zusammenhang auf die Entscheidung Kanadas zum Kauf deutsch-norwegischer U-Boote: "Das ist auch eine gute Nachricht für unsere gemeinsame Sicherheit", sagte der Kanzler am Flughafen in Berlin. Es handele sich um "einen der größten, wenn nicht den größten Rüstungsauftrag in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland", sagte Merz.

Damit werde zum Auftakt des Nato-Gipfels "ein starkes Zeichen" sowohl für die transatlantische als auch die europäische Zusammenarbeit gesetzt. Kanada hatte am Montag bekannt gegeben, beim geplanten Bau einer milliardenschweren U-Boot-Flotte auf den deutschen Hersteller TKMS zu setzen.

Aus Nato-Kreisen verlautete, im Laufe des Gipfeltreffens würden in Ankara Rüstungsverträge im Wert von mehr als 50 Milliarden Dollar (rund 44 Milliarden Euro) unterzeichnet werden. Zu den angekündigten Geschäften gehört auch der gemeinsame Kauf zehn neuer Aufklärungsflugzeuge des schwedischen Herstellers Saab, an dem auch Deutschland beteiligt ist.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte unterdessen von den Nato-Ländern "mehr Entschlossenheit" bei der Versorgung seines Landes mit Luftabwehrfähigkeiten. Die "oberste Priorität" der Ukraine sei derzeit, "mehr Luftabwehrraketen zu bekommen", sagte Selenskyj in Ankara.

Gleichzeitig warb er erneut für einen Beitritt seines Landes zur westlichen Allianz. Die Ukraine in der Nato wäre aufgrund ihrer kampferprobten Streitkräfte "eine Quelle außergewöhnlicher Verteidigungsfähigkeit", sagte der ukrainische Präsident.

Der Nato-Gipfel sollte am Abend mit einem Arbeitsessen der Staats- und Regierungschefs im Präsidentenpalast von Ankara beginnen. Am Mittwoch folgt die eigentlich Sitzung des Nordatlantikrats.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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