Deutsche Tageszeitung - Reallöhne steigen im zweiten Quartal um 1,5 Prozent

Reallöhne steigen im zweiten Quartal um 1,5 Prozent


Reallöhne steigen im zweiten Quartal um 1,5 Prozent
Reallöhne steigen im zweiten Quartal um 1,5 Prozent / Foto: © AFP/Archiv

Die Reallöhne in Deutschland haben im zweiten Quartal von April bis Juni leicht zugelegt: Sie stiegen um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Im ersten Quartal hatten sie um 1,8 Prozent zugelegt. Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung sprach von einer guten Nachricht für die Beschäftigten und für die Konjunktur.

Textgröße ändern:

Nominal stiegen die Löhne im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,1 Prozent, wie das Statistikamt mitteilte. Die Verbraucherpreise kletterten im gleichen Zeitraum aber um 2,5 Prozent - real blieb ein Zuwachs von 1,5 Prozent.

Dieser Vergleich mit dem Vorjahresquartal "blendet jedoch aus, dass die Kaufkraft der Beschäftigten zuvor, aufgrund der hohen Inflation, herbe Einbußen erlitten hat", betonte Entgeltexperte Malte Lübker vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Verglichen mit dem zweiten Quartal 2019 - "dem Stand vor den vielen Krisen der letzten Jahre" - legten die Reallöhne demnach gerade einmal um 0,6 Prozent zu. "Unter dem Strich hat das laufende Jahrzehnt bei den Löhnen bisher kaum etwas gebracht."

Im zweiten Quartal 2026 hatte das Fünftel der Vollzeitbeschäftigten mit den geringsten Verdiensten mit einem durchschnittlichen Nominallohnwachstum von 6,7 Prozent die stärksten Verdienststeigerungen im Vergleich zum Vorjahresquartal, wie das Statistikamt mitteilte. Für das oberste Fünftel mit den höchsten Verdiensten stiegen die Nominallöhne demnach um 3,3 Prozent.

In der Land- und Forstwirtschaft (mit 8,9 Prozent), in der Energieversorgung (mit 7,6 Prozent) sowie im Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (mit 7,5 Prozent) waren die Nominallohnsteigerungen laut Statistik am kräftigsten. Unter dem Durchschnitt nahmen die Nominallöhne in den Bereichen Kunst, Unterhaltung und Erholung (3,4 Prozent) oder Erziehung und Unterricht (2,4 Prozent) zu - sie konnten also kaum oder gar nicht die Inflation ausgleichen.

ilo/pw

(L.Svenson--DTZ)

Empfohlen

Fast zwei Billionen: US-Neuverschuldung steigt unter Trump auf Fünf-Jahres-Hoch

Die Neuverschuldung der USA ist trotz der von Präsident Donald Trump angekündigten Ausgabenkürzungen auf den höchsten Stand seit 2021 gestiegen. Im Haushaltsjahr 2026, das Ende September endete, betrug das Defizit 1,99 Billionen Dollar und damit zwölf Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Finanzministerium am Freitag in Washington mitteilte.

Selenskyj setzt nach Streit mit Trump verstärkt auf die Europäer

Wenn es mit den USA knirscht, kann die Ukraine immer noch auf Europa zählen: Das versicherten sich EU-Staats- und Regierungschefs und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am zweiten Tag des EU-Gipfels gegenseitig. "Unterstützung und nur Unterstützung" habe er von seinen EU-Kollegen erhalten, sagte Selenskyj am Freitag vor Journalisten in Brüssel. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußerte unterdessen Verständnis dafür, dass die Ukraine ihre Angriffe auf Russland fortsetzt.

Merz nach Einigung mit Frankreich: Verbrenner-Aus ist "damit Geschichte"

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich angesichts der deutsch-französischen Einigung zur Autoindustriepolitik erleichtert gezeigt. "Ich will es mal ganz einfach so sagen: Das Verbrenner-Aus ist dann damit Geschichte", sagte Merz zum Ende des EU-Gipfels in Brüssel am Freitag. Er sei "sehr dankbar", dass dies gelungen sei.

Nach Diesel-Deal: Selenskyj warnt vor weiteren Lockerungen bei Sanktionen

Angesichts der derzeit angespannten Beziehungen zwischen den USA und der Ukraine hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Brüssel der Unterstützung seiner europäischen Verbündeten versichert. Er habe von seinen europäischen Kollegen "Unterstützung und nur Unterstützung" erhalten, sagte Selenskyj am Rande des EU-Gipfels am Freitag vor Journalisten. Mit Blick auf die Drosselung des Satelliten-Kommunikationsdienstes Starlink bemerkte er, die Geschwindigkeit sei noch nicht wieder voll hergestellt.

Textgröße ändern: