Deutsche Tageszeitung - IG Metall ruft zum "Auto-Aktionstag" auf - Mindestens 100.000 Beschäftigte erwartet

IG Metall ruft zum "Auto-Aktionstag" auf - Mindestens 100.000 Beschäftigte erwartet


IG Metall ruft zum "Auto-Aktionstag" auf - Mindestens 100.000 Beschäftigte erwartet
IG Metall ruft zum "Auto-Aktionstag" auf - Mindestens 100.000 Beschäftigte erwartet / Foto: © AFP

Die IG Metall ruft angesichts der Stellenstreichungen in der Automobilindustrie zu einem Aktionstag am 21. September auf. Unter dem Motto "Zukunft statt Kahlschlag - Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke" sollen mindesten 100.000 Beschäftigte von Autoherstellern und -zulieferern bundesweit "ein Protestzeichen setzen", wie die Gewerkschaft am Montag ankündigte. Die Beschäftigten wollen demnach die Krisenkonzepte der Unternehmen kritisieren.

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Die IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner sprach am Montag vor Journalisten von einem "beispiellosen Angriff auf die Beschäftigten in der Automobilindustrie". Beispiele seien die Forderungen nach einer Abschaffung der 35-Stunden-Woche und nach einer Abschaffung des Acht-Stunden-Tags. "Das muss aufhören", sagte Benner.

Der Frust unter den Beschäftigten sei "riesig", berichtete Benner. Aus Sicht der Gewerkschaft sei es "längst Zeit für einen Weckruf - und zwar Richtung Arbeitgeber und Richtung Politik". Die Beschäftigten haben die Krise in der Automobilindustrie nicht verursacht.

Die IG-Metall-Chefin kritisierte, die deutsche Automobilindustrie habe seit 2022 mehr Geld im Ausland als in Deutschland investiert. Forschungs- und Entwicklungsstandorte würden dicht gemacht "und es gibt auch ein Aderlass bei Entwicklungsdienstleistern".

Das sei "ein Angriff auf unser deutsches Wohlstandsmodell, auf unser Wirtschaftsmodell und auch auf unsere Demokratie". Damit müsse Schluss sein, "deswegen gehen wir auf die Straße".

Sie forderte langfristiges Denken statt "kurzatmige Sparpakete und Standortabbau", mehr Innovationen sowie Investitionen in deutsche Standorte und in Zukunftstechnologien wie autonomes Fahren. Die Unternehmen müssten außerdem ihre Kosten senken - allerdings nicht die Löhne. Nötig sei etwa die Produktion von Autos als einheitliches Modell in großer Stückzahl - "die Luxusstrategie ist gescheitert".

Geplant am kommenden Montag sind nach Angaben der Gewerkschaft mehr als 200 Aktionen im Bereich von etwa 80 IG-Metall-Geschäftsstellen. Sie sollen teils auf dem Betriebsgelände, teils vor den Werkstoren stattfinden.

(W.Novokshonov--DTZ)

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