Deutsche Tageszeitung - Autoländer schlagen Kaufprämien für E-Autos und moderne Verbrenner vor

Autoländer schlagen Kaufprämien für E-Autos und moderne Verbrenner vor


Autoländer schlagen Kaufprämien für E-Autos und moderne Verbrenner vor
Autoländer schlagen Kaufprämien für E-Autos und moderne Verbrenner vor / Foto: ©

Die drei Autoländer Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen haben vor dem Autogipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag eine "Innovationsprämie" für Käufer von E-Autos und Hybridautos in Höhe von 4000 Euro zusätzlich zur schon bestehenden Kaufprämie gefordert; für Käufer von modernen Benzin- oder Dieselautos soll eine solche Prämie 3000 Euro betragen. Dazu soll eine Abwrackprämie in Höhe von je 1000 Euro kommen, schlugen die Regierungschefs der drei Länder nach einer Videokonferenz am Montag vor.

Textgröße ändern:

Konkret fordern die Ministerpräsidenten eine zusätzliche 4000-Euro-Prämie für Pkw mit Batterie- und Brennstoffzellenantrieb sowie den gleichen Betrag auch für Plug-In-Hybride. 3000 Euro sollen ihrem Vorschlag nach die Käufer eines modernen Verbrenner-Pkw der Emissionsklassen 6 d temp und 6 d bekommen. Werde zugleich ein altes Fahrzeug der Emissionsklasse 4 oder schlechter verschrottet, komme eine "Recycling-Prämie" von 1000 Euro obendrauf, so der Vorschlag. Wer zwei Jahre nach Kauf oder Leasing eines modernen Verbrenner-Pkw auf ein rein elektrisches Fahrzeug umsteigt, soll einen "Umstiegsbonus" in Höhe von 1000 Euro erhalten.

Bislang gibt es bereits eine Kaufprämie für Elektroautos von 6000 Euro sowie von 4500 Euro für Plugin-Hybride bis zu einem Listenpreis von 40.000 Euro. Bis zu einem Listenpreis von 65.000 Euro beträgt die maximale Förderung 5000 Euro. Die Kosten teilen sich der Bund und die Industrie.

"Bei einer Innovationsprämie ist mir wichtig, dass dabei die am meisten bekommen, die sich ein emissionsfreies Auto kaufen", sagte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Auch sollte die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland weiter zügig ausgebaut werden. Hier fordern die drei Ministerpräsidenten vom Bund eine 50-Prozent-Förderung für Privatpersonen für die Anschaffung und die Montage von Ladepunkten zu Hause.

Die weltweite Corona-Pandemie treffe auch die Automobilwirtschaft hart, so die drei Ministerpräsidenten Kretschmann, Markus Söder (CSU) aus Bayern und Stephan Weil (SPD) aus Niedersachsen. Zahlreiche Unternehmen – auch im Bereich der Zulieferer und im Maschinenbau – hätten ihre Produktion drosseln müssen, viele kleinere Betriebe kämpften ums Überleben, die Beschäftigten fürchteten den Verlust ihrer Arbeitsplätze.

Die Automobilwirtschaft spiele in Deutschland als wichtige Leitindustrie eine ganz entscheidende Rolle, erklärte Söder. "Mit der Innovationsprämie werden wir beim Klimaschutz ein gewaltiges Stück vorankommen."

Am Dienstag berät Bundeskanzlerin Merkel in einer Telefonkonferenz mit Vertretern von Unternehmen, Verbänden und Gewerkschaften der deutschen Automobilindustrie über Wege aus der Corona-Krise. Entscheidungen etwa über Kaufprämien wird es laut Regierung aber noch nicht geben.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Türkischer Antrag auf EU-Regeln für Döner stößt in Berlin auf Ablehnung

Ein Antrag der Türkei auf die Anerkennung des Gerichts "Döner Kebab" als "garantiert traditionelle Spezialität" durch die Europäische Union stößt in Berlin auf Ablehnung. Der Antrag sei "mit einiger Verwunderung zur Kenntnis genommen" worden, erklärte ein Sprecher des Bundesernährungsministeriums am Mittwoch. Die türkischen Vorgaben entsprächen nicht den Standards der deutschen Gastronomie, ein solcher Eintrag hätte daher "enorme" wirtschaftliche Auswirkungen.

Chinesisches Unternehmen nimmt Kupferminen-Projekt in Afghanistan wieder auf

Ein chinesisches Staatsunternehmen hat ein jahrelang unterbrochenes Kupferbergbau-Projekt in Afghanistan wieder aufgenommen. Am Mittwoch nahmen Vertreter der in Kabul regierenden radikalislamischen Taliban zusammen mit chinesischen Diplomaten und Geschäftsleuten an den Feierlichkeiten für den Baubeginn einer Zufahrtsstraße zu dem Kupfervorkommen in der Provinz Logar teil. Das Vorkommen wird auf 11,5 Millionen Tonnen des Metalls geschätzt.

Milliardär Musk bestreitet Spenden von 45 Millionen Dollar monatlich für Trump

Tech-Multimilliardär Elon Musk hat bestritten, 45 Millionen Dollar (etwa 41 Millionen Euro) monatlich für den Wahlkampf des US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump spenden zu wollen. In einer Botschaft auf seiner Onlineplattform X nannte Musk am Dienstag einen entsprechenden Pressebericht "lächerlich". Er tätige zwar einige Spenden an die Organisation America PAC, aber in einer "viel niedrigeren Höhe" als berichtet.

Kanadische Zentralbank senkt Leitzinsen erneut um 0,25 Prozentpunkte

Die kanadische Zentralbank hat ihre Leitzinsen zum zweiten Mal in Folge gesenkt. Wie die Notenbank am Mittwoch mitteilte, ließ der Preisdruck weiter nach und die Inflation näherte sich dem Ziel von zwei Prozent an. Der Leitzins werde daher erneut um 0,25 Prozentpunkte auf nun 4,5 Prozent abgesenkt. Der Schritt bei der Sitzung im Juni war die erste Absenkung seit der Corona-Pandemie gewesen.

Textgröße ändern: