Deutsche Tageszeitung - Riesenauflauf bei Beginn von Militärdienst für Jin von K-Pop-Band BTS

Riesenauflauf bei Beginn von Militärdienst für Jin von K-Pop-Band BTS


Riesenauflauf bei Beginn von Militärdienst für Jin von K-Pop-Band BTS
Riesenauflauf bei Beginn von Militärdienst für Jin von K-Pop-Band BTS / Foto: © AFP/Archiv

Eigentlich ist es ein alltäglicher Vorgang in Südkorea, doch für Millionen Fans der K-Pop-Band BTS bedeutet es einen tiefen Einschnitt, wenn nicht gar das Ende einer Ära: BTS-Sänger Jin musste am Dienstag als erstes Mitglied der auch international enorm erfolgreichen Boyband seinen 18-monatigen Militärdienst antreten. Vor seinem Ausbildungsstützpunkt im südkoreanischen Yeoncheon versammelten sich aus diesem Anlass hunderte Fans und Journalisten.

Textgröße ändern:

"Wir haben gemischte Gefühle", sagte Veronique. Einerseits gelte für Männer in Südkorea die Wehrpflicht, und Jins Wehrdienst mache sie "stolz". "Andererseits können wir ihn jetzt mindestens 18 Monate nicht sehen", fügte die 32-jährige Indonesierin hinzu.

Jin, der mit vollem Namen Kim Seok Jin heißt, soll nach Armeeangaben zunächst eine fünfwöchige Grundausbildung durchlaufen. Dass der 29-Jährige ausgerechnet einem Stützpunkt nahe der Grenze nach Nordkorea zugeteilt wurde, mit dem Seoul offiziell noch immer im Krieg ist, hatte viele Fans beunruhigt. Medienberichten zufolge soll Jin auch weiterhin nahe der Grenze zu Nordkorea stationiert werden.

Der Sänger traf am Dienstag 20 Minuten vor Fristende in einem Fahrzeugkonvoi schwarzer Vans an dem Militärstützpunkt ein. Dort hatten sich bereits hunderte Fans und Medienvertreter versammelt. Bereits am Montag hatte Jin ein Foto veröffentlicht, das ihn mit einem militärischen Kurzhaarschnitt zeigt. "Es ist süßer, als ich erwartet hatte", kommentierte er seinen neuen Look.

In Südkorea muss jeder gesunde Mann bis zu seinem 30. Lebensjahr Wehrdienst leisten. Wer sich entzieht, muss mit einer Gefängnisstrafe rechnen. Eine Befreiung ist nur für Spitzensportler wie Olympia-Medaillengewinner sowie klassische Musiker vorgesehen.

Popstars fallen nicht in diese Kategorie, obwohl in Südkorea seit Jahren über eine Ausnahmeregelung für die BTS-Stars diskutiert wurde. Ein entsprechender Gesetzesreformvorschlag schaffte es aber nicht ins Parlament, immerhin wurde aber 2020 das Höchstalter für die Einberufung für einige Unterhaltungskünstler von 28 auf 30 Jahre angehoben. Jin, das älteste Mitglied von BTS, hatte am 4. Dezember seinen 30. Geburtstag gefeiert.

Die für ihre minutiös einstudierten Tanzchoreografien bekannte Boygroup ist Südkoreas erfolgreichster Musikexport. Die sieben Musiker haben bereits vor den Vereinten Nationen gesprochen und wurden von US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus empfangen. Nach Einschätzung von Südkoreas Regierung hat BTS der Wirtschaft des Landes Milliarden Dollar eingebracht.

Im Juni verkündete die Band allerdings eine Auszeit und sorgte damit bei ihrer treuen Fangemeinde, die auch als "ARMY" bekannt ist, für Bestürzung. Als Grund nannten die Bandmitglieder Erschöpfung und Solo-Pläne. Branchenkenner glauben jedoch, dass die Auszeit angesetzt wurde, damit nun nach und nach alle Bandmitglieder ihren Militärdienst ableisten können. Erst 2025 soll die Band sich dann wieder vereinen.

Das löste Spekulationen aus, ob es BTS wie anderen südkoreanischen K-Pop-Künstlern ergehen könnte, bei denen der anderthalbjährige Militärdienst einen Karriereknick verursachte. Die 2013 gegründete Band habe aber ein ganz "anderes Level an Popularität, Einfluss und Glaubwürdigkeit" erreicht als andere Sänger, sagte die BTS-Expertin Lee Ji Young, die an der Hankuk-Universität für auswärtige Studien lehrt.

Trotzdem könne Jin und seinen Bandkollegen der Wehrdienst nicht erlassen werden, sagte Lee Taek Gwang von der Kyung-Hee-Universität. Schließlich sei der Wehrdienst in Südkorea "der Indikator für Gleichheit". Für die K-Pop-Industrie des Landes sei die Auszeit von BTS allerdings "ein großes Problem".

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

Trump ruft zu Boykott von Springsteen-Konzerten auf

US-Präsident Donald Trump hat zu einem Boykott der Konzerte von Rockstar Bruce Springsteen aufgerufen. Die Konzerte des US-Musikers seien "überteuert" und "mies", schrieb Trump am Donnerstag auf seiner Onlineplattform Truth Social. Er nannte Springsteen "eine vertrocknete Pflaume, die unter den Eingriffen eines wirklich schlechten Schönheitschirurgen schwer gelitten hat", und forderte seine Anhänger auf, den Konzerten fernzubleiben.

Wal-Drama an Ostseeküste: Wal bewegt sich weiter nicht von der Stelle

Im Drama um den vor der Ostseeküste bei Wismar liegenden Buckwal deutet weiter nichts auf eine positive Wendung hin. Der Meeressäuger liege immer noch an der selben Stelle, an der er sich am Dienstag festgeschwommen habe, teilte das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern am Donnerstag in Schwerin mit. Es atme noch etwa alle fünf Minuten. Die Behörden bereiten unterdessen die spätere Bergung des Kadavers vor.

Blindenschrift: Braille für Aufnahme als immaterielles Kulturerbe nominiert

Die Blindenschrift Braille soll nach dem Willen Deutschlands und Frankreichs immaterielles Kulturerbe werden. Wie die Deutsche Unesco-Kommission am Donnerstag in Bonn mitteilte, nominieren beide Länder "Braille: Lesen und Schreiben durch Tasten" gemeinsam bei der Kulturorganisation der Vereinten Nationen für die Aufnahme in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Der zuständige Ausschuss wird Ende 2027 darüber entscheiden.

Brasilien erlaubt gemeinsames Sorgerecht für Haustiere

Geschiedene Paare in Brasilien können aufatmen: Laut einem vom brasilianischen Kongress verabschiedeten Gesetz können sie fortan das gemeinsame Sorgerecht für ihre Haustiere bekommen. Sollten Paare nach der Trennung sich nicht über den Verbleib ihrer tierischen Lieblinge einigen können, werde "ein Richter das gemeinsame Sorgerecht und die gleichteilige Aufteilung der Kosten für den Unterhalt des Tieres bestimmen", heißt es in dem am Dienstag verabschiedeten Gesetz.

Textgröße ändern: