Deutsche Tageszeitung - Filmemacher Coppola warnt vor "Verlust der Republik" in den USA

Filmemacher Coppola warnt vor "Verlust der Republik" in den USA


Filmemacher Coppola warnt vor "Verlust der Republik" in den USA
Filmemacher Coppola warnt vor "Verlust der Republik" in den USA / Foto: © AFP

US-Starregisseur Francis Ford Coppola hat mit Blick auf die USA vor einer Zersetzung der Demokratie gewarnt. "Amerika ist auf den Ideen der römischen Republik gegründet, aber die Politik ist an einem Punkt angelangt, wo wir die Republik verlieren könnten", sagte Coppola am Freitag in Cannes. Der Altmeister hatte am Vorabend seinen Film "Megalpolis" vorgestellt, in dem er eine Parallele zwischen der USA und dem Römischen Reich kurz vor dem Untergang zieht.

Textgröße ändern:

"Männer wie (Ex-Präsident) Donald Trump sind im Moment nicht an der Macht, aber es gibt einen weltweiten Trend zu rechtsextremen und faschistischen Tendenzen", sagte Coppola. Es sei die Rolle von Künstlern und von Filmen, Licht auf diese Entwicklungen zu werfen.

Coppola hatte Jahrzehnte lang die Idee seines Films verfolgt. Er habe nicht damit gerechnet, dass sie eine so unerwartete Aktualität habe, meinte er. "Es gibt Parallelen zwischen den USA und dem antiken Rom", sagte er.

Der Film "Megalopolis" löste in Cannes gegensätzliche Reaktionen aus. Manche Kritiker sehen darin ein Meisterwerk, andere einen Flop. Der 85-Jährige wurde dennoch mit minutenlangem Beifall bedacht.

Zur Finanzierung des 120-Millionen-Dollar-Vorhabens hatte Coppola sich von einem großen Teil seines Weinguts in Kalifornien getrennt. "Geld ist mir egal. Freunde sind wichtiger", sagte er in Cannes dazu. Seine Kinder hätten gute Berufe und seien nicht auf das Erbe angewiesen.

Eine spätere Überarbeitung von "Megalopolis" - wie er es in der Vergangenheit mit anderen Filmen gemacht hatte - schloss er nicht aus. "Ich verspreche, dass ich in 20 Jahren noch hier sein werde", sagte er. "Ich habe auch schon begonnen, das Drehbuch für meinen nächsten Film zu schreiben", fügte er hinzu.

Der Film läuft im Wettbewerb um die Goldene Palme. Es ist 45 Jahre her, dass Coppola mit dem Vietnam-Film "Apocalypse Now" in Cannes seine erste Goldene Palme gewann.

(U.Kabuchyn--DTZ)

Empfohlen

Massive Sicherheitsvorkehrungen zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Italien

Unmittelbar vor Eröffnung der Olympischen Winterspiele sind in Italien die Sicherheitsvorkehrungen nochmals verschärft worden. Unter anderem waren am Freitag auf den Straßen von Mailand gepanzerte Fahrzeuge zu sehen. In der Metropole und drei weiteren Orten Norditaliens soll am Abend parallel die große Eröffnungszeremonie für die Spiele stattfinden. Im Vorfeld rief der Papst zur "Olympischen Waffenruhe" auf.

Iranischer Regisseur Panahi fürchtet Opferung des iranischen Volkes bei Atomgesprächen

Der preisgekrönte iranische Filmemacher Jafar Panahi hat die Sorge geäußert, die Interessen des iranischen Volkes könnten bei den Gesprächen zwischen Vertretern der USA und des Iran am Freitag im Oman geopfert werden. "Das Volk hat in diesen Verhandlungen keinen Vertreter, und seine Interessen werden nie berücksichtigt", sagte Panahi am Mittwoch in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP in Paris. Das iranische Volk könne "leicht" geopfert werden.

Stadtameisen bei Futter weniger wählerisch - Hinweis für Stresspegel

Stadtameisen sind beim Futter weniger wählerisch als ihre Artgenossen auf dem Land. Dass sich Ameisen in Großstädten mit verdünnter Nahrung begnügen, könnte Forschern zufolge ein möglicher Hinweis für Stress in städtischen Ökosystemen sein, wie die Freie Universität Berlin am Donnerstag berichtete.

Opfer unter Drogen gesetzt? Sohn von Mette-Marit weist Vorwürfe zurück

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit in Norwegen hat Marius Borg Hoiby Vorwürfe zurückgewiesen, dass er andere Menschen ohne deren Wissen unter Drogen gesetzt habe. Er habe "noch nie jemanden unter Drogen gesetzt - so weit ich weiß", sagte der 29-Jährige am Donnerstag vor Gericht. Zuvor hatte eine der von ihm mutmaßlich vergewaltigten Frauen die Überzeugung geäußert, dass ihr ohne ihr Wissen Drogen verabreicht worden waren.

Textgröße ändern: