Deutsche Tageszeitung - Starliner-Raumkapsel hat ISS ohne Astronauten verlassen

Starliner-Raumkapsel hat ISS ohne Astronauten verlassen


Starliner-Raumkapsel hat ISS ohne Astronauten verlassen
Starliner-Raumkapsel hat ISS ohne Astronauten verlassen / Foto: © Satellite image ©2024 Maxar Technologies/AFP/Archiv

Die pannengeplagte Starliner-Raumkapsel hat die Internationale Raumstation ISS wieder in Richtung Erde verlassen - allerdings ohne die beiden Astronauten, die sie im Juni dorthin gebracht hatte. "Trennung bestätigt", sagte ein Sprecher bei einer Live-Videoübertragung durch die US-Raumfahrtbehörde Nasa um 18.04 Uhr Ortszeit (00.04 Uhr MESZ). "Der Starliner entfernt sich von der Station und beginnt seine Rückkehr zur Erde."

Textgröße ändern:

Das Raumschiff des US-Luftfahrtkonzerns Boeing wurde in der Nacht zum Samstag auf einem Stützpunkt im US-Bundesstaat New Mexico erwartet.

Der Starliner hatte am 6. Juni mit den beiden Raumfahrern Butch Wilmore and Suni Williams an Bord an der ISS angedockt und sollte eigentlich nach acht Tagen zurückkehren. Es war der erste bemannte Flug der Raumkapsel, deren Inbetriebnahme sich über Jahre wegen technischer Schwierigkeiten verzögert hatte.

Die Mission sollte als letzter Test vor einem regelmäßigen Einsatz des Raumschiffes dienen. Aber auch diese Mission war von technischen Defekten überschattet: Beim Andocken traten Probleme an den Schubdüsen auf, die zum präzisen Manövrieren gebraucht werden. Außerdem wurden vor dem Start und während des Flugs Helium-Lecks entdeckt.

Der Boeing-Konzern, dessen Ansehen durch zahlreiche Zwischenfälle an seinen Linienflugzeugen deutlich gelitten hat, versuchte zwar, die Nasa von der Sicherheit der Kapsel zu überzeugen. Die US-Raumfahrtbehörde entschied sich jedoch, die beiden Astronauten mit der Dragon-Raumkapsel des Konkurrenzunternehmens SpaceX zur Erde zurückbringen zu lassen - dies wird allerdings erst im Februar geschehen, so dass Wilmore und Burns acht Monate länger im All zubringen als geplant.

Insgesamt befinden sich derzeit sechs Astronauten auf der ISS - die regulären vier Crew-Mitglieder der Raumstation sowie die zwei Starliner-Astronauten.

Durch die technischen Probleme beim Starliner-Projekt ist Boeing gegenüber SpaceX stark ins Hintertreffen geraten. Die Nasa hatte 2014 mit beiden Unternehmen milliardenschwere Verträge über Transporte zur ISS geschlossen. Im Gegensatz zu Boeing befördert die vom Tech-Multimilliardär Elon Musk gegründete Raumfahrtfirma SpaceX bereits seit 2020 erfolgreich Astronauten zur ISS und zurück.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Trump ruft zu Boykott von Springsteen-Konzerten auf

US-Präsident Donald Trump hat zu einem Boykott der Konzerte von Rockstar Bruce Springsteen aufgerufen. Die Konzerte des US-Musikers seien "überteuert" und "mies", schrieb Trump am Donnerstag auf seiner Onlineplattform Truth Social. Er nannte Springsteen "eine vertrocknete Pflaume, die unter den Eingriffen eines wirklich schlechten Schönheitschirurgen schwer gelitten hat", und forderte seine Anhänger auf, den Konzerten fernzubleiben.

Wal-Drama an Ostseeküste: Wal bewegt sich weiter nicht von der Stelle

Im Drama um den vor der Ostseeküste bei Wismar liegenden Buckwal deutet weiter nichts auf eine positive Wendung hin. Der Meeressäuger liege immer noch an der selben Stelle, an der er sich am Dienstag festgeschwommen habe, teilte das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern am Donnerstag in Schwerin mit. Es atme noch etwa alle fünf Minuten. Die Behörden bereiten unterdessen die spätere Bergung des Kadavers vor.

Blindenschrift: Braille für Aufnahme als immaterielles Kulturerbe nominiert

Die Blindenschrift Braille soll nach dem Willen Deutschlands und Frankreichs immaterielles Kulturerbe werden. Wie die Deutsche Unesco-Kommission am Donnerstag in Bonn mitteilte, nominieren beide Länder "Braille: Lesen und Schreiben durch Tasten" gemeinsam bei der Kulturorganisation der Vereinten Nationen für die Aufnahme in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Der zuständige Ausschuss wird Ende 2027 darüber entscheiden.

Brasilien erlaubt gemeinsames Sorgerecht für Haustiere

Geschiedene Paare in Brasilien können aufatmen: Laut einem vom brasilianischen Kongress verabschiedeten Gesetz können sie fortan das gemeinsame Sorgerecht für ihre Haustiere bekommen. Sollten Paare nach der Trennung sich nicht über den Verbleib ihrer tierischen Lieblinge einigen können, werde "ein Richter das gemeinsame Sorgerecht und die gleichteilige Aufteilung der Kosten für den Unterhalt des Tieres bestimmen", heißt es in dem am Dienstag verabschiedeten Gesetz.

Textgröße ändern: