Deutsche Tageszeitung - Wegen Plagiatsklage untersagt Richter in Brasilien Wiedergabe von Adele-Song

Wegen Plagiatsklage untersagt Richter in Brasilien Wiedergabe von Adele-Song


Wegen Plagiatsklage untersagt Richter in Brasilien Wiedergabe von Adele-Song
Wegen Plagiatsklage untersagt Richter in Brasilien Wiedergabe von Adele-Song / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Wegen einer Plagiatsklage eines brasilianischen Komponisten hat ein Richter in Brasilien die Wiedergabe des Liedes "Million Years Ago" der britischen Sängerin Adele untersagt. In der AFP am Montag vorliegenden einstweiligen Verfügung wird den brasilianischen Tochterfirmen der Unterhaltungskonzerne Sony Music Entertainment und Universal Music bis auf weiteres verboten, den Titel "weltweit" zu "nutzen, zu vervielfältigen, herauszugeben, zu vertreiben oder zu verkaufen".

Textgröße ändern:

Für jeden Fall der Missachtung drohen demnach umgerechnet 7800 Euro Strafe. Die Musikkonzerne können Berufung gegen die richterliche Entscheidung einlegen, die für alle Wege der Verbreitung gilt - also außer für den klassischen Handel auch für Streamingdienste und andere digitale Plattformen.

Die Verfügung wurde bereits am Freitag von dem Richter Victor Torres am 6. Handelsgericht in Rio de Janeiro erlassen. Die Klage wegen Plagiats war von dem brasilianischen Komponisten Toninho Geares eingereicht worden. Er gibt an, Adele habe für ihren Song "Million Years Ago" von 2015 die Melodie seines Samba-Klassikers "Mulheres" (Frauen) kopiert, den der berühmte brasilianische Sänger Martinho da Vila für ein Album aufnahm, das 1995 zum Verkaufserfolg wurde.

Geares fordert unter anderem ihm entgangene Lizenzgebühren und umgerechnet 158 Millionen Euro Schadenersatz. Sein Anwalt Fredimio Trotta sagte der Nachrichtenagentur AFP, Geares' Samba-Hit sei "ein Meilenstein der brasilianischen Musik, der wegen seiner reichen Melodien, seiner Harmonie und seiner Rhythmen oft kopiert wurde, um erfolgreiche internationale Hits zu schreiben".

Sony Musik Entertainment in Brasilien teilte mit, dem Unternehmen liege zurzeit noch keine Mitteilung vor. Universal Music Brasilien antwortete zunächst nicht auf eine Anfrage von AFP. Brasilien ist Unterzeichner der Berner Übereinkunft von 1886 zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst.

Wegen des Songs "Million Years Ago" hatte es 2015 bereits in der Türkei eine Kontroverse gegeben. Türkische Musikfans hatten nach eigenen Angaben Ähnlichkeiten mit dem Lied "Acilara Tutunmak" des kurdischen Sängers Ahmet Kaya aus dem Jahr 1985 erkannt. Die Witwe des im Jahr 2000 verstorbenen Sängers stellte die Vorwürfe in Zweifel.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Wal-Drama an Ostseeküste: Wal bewegt sich weiter nicht von der Stelle

Im Drama um den vor der Ostseeküste bei Wismar liegenden Buckwal deutet weiter nichts auf eine positive Wendung hin. Der Meeressäuger liege immer noch an der selben Stelle, an der er sich am Dienstag festgeschwommen habe, teilte das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern am Donnerstag in Schwerin mit. Es atme noch etwa alle fünf Minuten. Die Behörden bereiten unterdessen die spätere Bergung des Kadavers vor.

Blindenschrift: Braille für Aufnahme als immaterielles Kulturerbe nominiert

Die Blindenschrift Braille soll nach dem Willen Deutschlands und Frankreichs immaterielles Kulturerbe werden. Wie die Deutsche Unesco-Kommission am Donnerstag in Bonn mitteilte, nominieren beide Länder "Braille: Lesen und Schreiben durch Tasten" gemeinsam bei der Kulturorganisation der Vereinten Nationen für die Aufnahme in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Der zuständige Ausschuss wird Ende 2027 darüber entscheiden.

Brasilien erlaubt gemeinsames Sorgerecht für Haustiere

Geschiedene Paare in Brasilien können aufatmen: Laut einem vom brasilianischen Kongress verabschiedeten Gesetz können sie fortan das gemeinsame Sorgerecht für ihre Haustiere bekommen. Sollten Paare nach der Trennung sich nicht über den Verbleib ihrer tierischen Lieblinge einigen können, werde "ein Richter das gemeinsame Sorgerecht und die gleichteilige Aufteilung der Kosten für den Unterhalt des Tieres bestimmen", heißt es in dem am Dienstag verabschiedeten Gesetz.

Keine Hoffnung mehr: Vor Wismar festliegender Wal wird laut Experten sterben

Behörden und Experten haben die Hoffnung für den im flachen Wasser der Ostsee vor der Insel Poel bei Wismar festliegenden Buckelwal aufgegeben. "Wir gehen fest davon aus, dass das Tier dort verstirbt", sagte der an der Rettung beteiligte Experte Burkard Baschek am Mittwoch in Wismar bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). Es sei nun die Zeit gekommen, "ihn gehen zu lassen". Es bestehe inzwischen keine Hoffnung mehr.

Textgröße ändern: