Deutsche Tageszeitung - Frankreich gedenkt der Opfer des islamistischen Angriffs auf "Charlie Hebdo" 2015

Frankreich gedenkt der Opfer des islamistischen Angriffs auf "Charlie Hebdo" 2015


Frankreich gedenkt der Opfer des islamistischen Angriffs auf "Charlie Hebdo" 2015
Frankreich gedenkt der Opfer des islamistischen Angriffs auf "Charlie Hebdo" 2015 / Foto: © POOL/AFP

Frankreich hat am Dienstag der Opfer des islamistischen Anschlags auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" vor zehn Jahren gedacht. Überlebende Mitglieder der Redaktion, Angehörige der Opfer und Regierungsvertreter legten zum Zeitpunkt des Anschlags vor dem ehemaligen Redaktionsgebäude Blumen nieder, während die Namen der Todesopfer verlesen wurden.

Textgröße ändern:

Zwei islamistische Attentäter waren am 7. Januar 2015 in das Redaktionsgebäude von "Charlie Hebdo" eingedrungen und hatten dort und auf der Flucht zwölf Menschen getötet. Zu den Toten zählten einige der bekanntesten Karikaturisten des Landes.

Nach einer zweitägigen Verfolgungsjagd erschoss die Polizei die beiden Täter, die Brüder Chérif und Saïd Kouachi, nördlich von Paris. Es handelte sich um Franzosen algerischer Herkunft, die sich dem Terrornetzwerk Al-Kaida angeschlossen hatten.

Weitere Gedenkmomente gab es später in der Nähe der ehemaligen Redaktion, wo die Täter einen Polizisten erschossen hatten, sowie vor einem koscheren Supermarkt am Stadtrand von Paris. Ein Komplize der Kouachi-Brüder hatte dort vier Menschen getötet. Er hatte mehrere Menschen in Geiselhaft genommen, um freies Geleit für die Charlie-Hebdo-Angreifer zu erpressen.

Die Satirezeitung "Charlie Hebdo" war von Islamisten bedroht worden, seit sie 2006 als eine von wenigen Zeitungen weltweit umstrittene Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" nachgedruckt hatten. Die Täter schrien bei ihrer Flucht "Wir haben den Propheten gerächt! Wir haben Charlie Hebdo getötet!"

Ihre Tat wurde weithin als Anschlag auf die Meinungsfreiheit aufgefasst und löste eine beispiellose Solidaritätswelle aus. Der Spruch "Je suis Charlie" (Ich bin Charlie) ging um die Welt. Zu einem Gedenkmarsch wenige Tage nach dem Anschlag reisten dutzende Staats- und Regierungschefs nach Paris. Rund 1,5 Millionen Menschen gingen damals in der französischen Hauptstadt auf die Straße, landesweit waren es fast vier Millionen.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sprach den Angehörigen der Opfer am Jahrestag des Anschlags sein Mitgefühl aus. "Wir fühlen heute wie damals mit unseren französischen Freunden. Der Angriff galt unseren gemeinsamen Werten von Freiheit und Demokratie - das akzeptieren wir niemals", schrieb er im Onlinedienst X.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zeigte sich anlässlich des zehnten Jahrestags der Anschläge bereit, den Plan für eine zentrale Gedenkstätte für Terroropfer in dem Pariser Vorort Suresnes wieder aufzunehmen. Dieses solle so umgesetzt werden wie ursprünglich geplant, hieß es aus seinem Umfeld.

Die vorherige Regierung unter Premierminister Michel Barnier hatte das Projekt ohne Absprache mit den Betroffenen aus finanziellen Gründen eingestellt. Das Mahnmal soll 95 Millionen Euro kosten und 2027 eröffnet werden. Nach Informationen der Zeitung "Le Monde" wurden bisher bis zu acht Millionen Euro ausgegeben.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Stadtameisen bei Futter weniger wählerisch - Hinweis für Stresspegel

Stadtameisen sind beim Futter weniger wählerisch als ihre Artgenossen auf dem Land. Dass sich Ameisen in Großstädten mit verdünnter Nahrung begnügen, könnte Forschern zufolge ein möglicher Hinweis für Stress in städtischen Ökosystemen sein, wie die Freie Universität Berlin am Donnerstag berichtete.

Opfer unter Drogen gesetzt? Sohn von Mette-Marit weist Vorwürfe zurück

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit in Norwegen hat Marius Borg Hoiby Vorwürfe zurückgewiesen, dass er andere Menschen ohne deren Wissen unter Drogen gesetzt habe. Er habe "noch nie jemanden unter Drogen gesetzt - so weit ich weiß", sagte der 29-Jährige am Donnerstag vor Gericht. Zuvor hatte eine der von ihm mutmaßlich vergewaltigten Frauen die Überzeugung geäußert, dass ihr ohne ihr Wissen Drogen verabreicht worden waren.

Entführung ihrer Mutter: US-Starmoderatorin wendet sich unter Tränen an die Täter

Die Entführung der Mutter einer landesweit bekannten Star-Moderatorin bewegt derzeit die USA - nun hat Savannah Guthrie unter Tränen an die Entführer appelliert: "Wir wollen von Ihnen hören und sind bereit, Ihnen zuzuhören", sagte die Moderatorin der NBC-Morgensendung "Today" in einem am Mittwochabend (Ortszeit) veröffentlichten Video. Zugleich forderte sie Beweise dafür, dass ihre 84-jährige Mutter noch lebt.

Laut schreiender Papagei löst Polizeieinsatz in Rheinland-Pfalz aus

Ein laut schreiender Papagei hat in Rheinland-Pfalz einen Polizeieinsatz ausgelöst. Das Tier konnte schließlich beruhigt werden, wie die Beamten in Bad Kreuznach am Mittwoch mitteilten. Demnach riefen Bewohner eines Mehrfamilienhauses am Dienstagabend die Polizei, weil sie laute Rufe und Schreie aus einer Nachbarwohnung hörten.

Textgröße ändern: